Cold Case Rafael Blumenstock: „Ich glaube, dass die Täter noch in Ulm herumlaufen“

Der Mord an Rafael Blumenstock ist auch nach 35 Jahren noch ungeklärt.
Privat/Bearbeitung: Scherer- Mord an Rafael Blumenstock 1990 in Ulm bleibt nach 35 Jahren ungeklärt – 21 Messerstiche, brutale Tat.
- Polizei vermutet queerfeindliches Hassverbrechen; Blumenstock war ein bunter Charakter im Nachtleben.
- Zeugin sah drei Täter fliehen; Polizei und SWR-Podcast „Der Schrei“ recherchieren intensiv.
- Neue Hinweise eingegangen; Täter könnten noch in Ulm leben, vermutet das Podcast-Team.
- Ziel des Podcasts: Blumenstocks Geschichte erzählen und die Suche nach Wahrheit vorantreiben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am frühen Morgen des 4. November 1990 wird der 28-jährige Rafael Blumenstock auf dem Münsterplatz in Ulm ermordet – eine unfassbar brutale Tat, mit 21 Messerstichen und unzähligen Schlägen und Tritten. Die Täter nehmen sich sogar noch Zeit, ihrem Opfer die Nase abzuschneiden. Die einzige Zeugin, die in einem Wohnmobil auf dem Münsterplatz übernachtet, hört Schreie, sieht durchs Fenster schemenhaft drei Gestalten hektisch herumrennen und mit einem Auto davonfahren.
Von den Tätern fehlt auch 35 Jahre danach jede Spur, der Mordfall ist weiter ungeklärt. Die Polizei geht von einem queerfeindlichen Hassverbrechen aus. Denn Rafael Blumenstock war, was man oft „anders“ nennt: ein bunter Paradiesvogel im Nachtleben, der auch manchmal geschminkt und in Frauenkleidern in der Stadt unterwegs war.
Musste er deshalb sterben? Wurde wirklich alles getan, um die Täter zu finden? Und gibt es Menschen, die mehr wissen, aber bis heute schweigen? Die SÜDWEST PRESSE und der Südwestrundfunk SWR haben in den vergangenen Monaten intensiv über diesen 35 Jahre alten Cold Case berichtet – auch die Polizei startete eine neue Ermittlungsoffensive in dem Fall.
In der neuesten Folge unseres Crime-Podcasts „Akte Südwest“ spricht Moderator Roland Müller mit zwei Macherinnen des SWR-Podcasts „Der Schrei“: Chiara Battaglia und Nele Grundt erzählen über ihre Recherchen in Ulm, die Kooperation mit der Polizei, die zentralen Theorien in dem Fall und neue Hinweise, die im Laufe des Projekts eingingen.
„Das ist ein Herzensprojekt für uns geworden“, berichtet Podcast-Host Chiara Battaglia im Gespräch. „Das ist nicht nur irgendein Job, sondern es geht um ein Menschenleben und um die Suche nach Wahrheit.“
Dabei sei es ein Ziel des Teams gewesen, den Menschen auch die Person Rafael Blumenstock nahezubringen. „Für uns war wichtig, daran zu erinnern, es geht hier um Rafael, das ist auch seine Geschichte und er ist nicht nur Opfer“, sagt Nele Grundt, die Hauptautorin von „Der Schrei“. Rafael Blumenstock sei eine faszinierende Person gewesen, die in keine Schublade passte und der es oft egal war, was die Leute über ihn dachten.
Und auch, wenn es noch nicht gelungen sei, das Rätsel um den Mord zu lösen, haben die Macherinnen von „Der Schrei“ doch ein gewisses Bauchgefühl: „Ich glaube irgendwie, dass die Täter noch in Ulm herumlaufen“, sagt Nele Grundt. Die drei Täter müssten eine eingeschworene Gemeinschaft sein. „Vielleicht sind sie gute Freunde oder enge Verwandte. Sonst hätte sich vielleicht einer von den dreien mal verplappert oder sein Gewissen erleichtert.“
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Alle Infos zum „Cold Case“ Rafael Blumenstock
Wer hat Rafael Blumenstock ermordet? Die Polizei versucht mithilfe der Öffentlichkeit, den rätselhaften Fall von 1990 zu lösen – und ein SWR-Podcast beleuchtet den „Cold Case“ mit enormer Detailtiefe. Die SÜDWEST PRESSE begleitet das Projekt mit einer Artikelserie:
- Wie der Fall Rafael Blumenstock mit neuen Details und Fakten neu aufgerollt wird.
- Interview mit Rafael Blumenstocks Bruder Ricardo: „Vielleicht wusste seine Seele schon, was passieren würde“
- Interview mit Cold-Case-Ermittler Manuel Köhler: „Das Notizbuch von Rafael Blumenstock könnte des Rätsels Lösung sein“
- „Er war spontan und liebenswürdig“: Wie sich eine gute Freundin an Rafael Blumenstock erinnert
- Die Macherinnen von „Der Schrei“ zu Gast bei „Akte Südwest“: „Ich glaube, dass die Täter noch in Ulm herumlaufen“
- Wie sich die Familie musikalisch von Mutter María Dolores Blumenstock verabschiedet hat – und auf eine Lösung des Falls hofft
- „Der Tote vom Ulmer Münsterplatz“: Der Fall Rafael Blumenstock beim SWP-Podcast „Akte Südwest“
- Hier geht es zum neuen SWR-Podcast „Der Schrei – der rätselhafte Fall Rafael Blumenstock“
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei per Mail unter ulm.kd.k1.cold-case@polizei.bwl.de und Telefon 0731 / 188-0 entgegen.
Auch die Podcast-Macher nehmen Hinweise entgegen und leiten sie an die Polizei weiter – per Mail unter podcasts@swr.de oder Telefon: 0711 92 91 17 11
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