• Die Corona-Situation in Deutschland spitzt sich zu. Die Zahlen und die Inzidenz steigen weiter.
  • Die Ampel-Parteien wollen daher schärfere Maßnahmen auf den Weg bringen.
  • Im Gespräch ist unter anderem die 3G-Regel für Busse und Bahnen.
  • Doch ist eine 3G-Regel im ÖPNV möglich?
    Dürfen künftig nur noch geimpfte, genesene und getestete Fahrgäste mit Bus und Bahn fahren?

3G-Regel für Bus und Bahn? Das hat es mit dem Plan für den ÖPNV auf sich

Die Ampel-Parteien SPD, Gründe und FDP wollen angesichts der steigenden Infektionszahlen strengere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und die 3G-Regel in Bussen und Bahnen. Das würde bedeuten, wer weder geimpft noch genesen ist, müsste statt diesem Nachweis einen negativen Corona-Test vorlegen.
„Das ist faktisch ein Lockdown für Ungeimpfte, der hier auf den Weg gebracht wird", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese am Montag im ZDF-“Morgenmagazin zu den Plänen, die auch Grüne und FDP mittragen. Die einzelnen Länder sollten bei Bedarf auch wieder die Möglichkeit bekommen, zusätzliche schärfere Maßnahmen zu beschließen.

3G im Nahverkehr: Welche Folge hätte das für Ungeimpfte?

Die 3G-Regel für den Fernverkehr und den öffentlichen Nahverkehr soll festlegen, dass Ungeimpfte einen negativen Test vorlegen müssen, um Busse und Bahnen benutzen zu können, wie Wiese sagte. Zudem planen die drei möglichen künftigen Koalitionspartner laut Wiese die 3G-Regel am Arbeitsplatz und eine Homeoffice-Pflicht und die Möglichkeit zu Kontaktbeschränkungen „gerade auch für Ungeimpfte".

Landkreise gegen Ampel-Pläne für 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr

Deutschlands Landkreise sind gegen die geplante 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr, wonach Nichtgeimpfte nur noch mit negativem Corona-Test Busse und Bahnen nutzen dürfen. „So richtig es ist, die Kontakte im öffentlichen Raum zu reduzieren, so falsch ist es, nicht umsetzbare Einschränkungen vorzunehmen", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) nach Angaben vom Montag. „Dies gilt zum Beispiel für 3G im öffentlichen Nahverkehr. Eine solche Pflicht wäre praktisch nicht zu kontrollieren."
Sager meint weiter: „Im Fernverkehr wäre 3G hingegen eine Möglichkeit, da längere Kontakte gefahrgeneigter sind und man bei der Buchung der Fahrkarte sein Impfzertifikat oder Testergebnis hochladen könnte."

Virologe Drosten zur möglichen 3G-Regel in Bus und Bahn

Der Virologe Christian Drosten hat Erwartungen an die 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln gedämpft. Der Test als Voraussetzung für den Zugang verhindere keine Infektion von Ungeimpften, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité am Montag in einer Expertenanhörung im Bundestag zu den den Corona-Plänen der werdenden Ampelkoalition. Man sei jetzt in einer „Hochinzidenz-Zeit“ und müsse damit rechnen, dass anwesende Geimpfte je ein „substanzielles Risiko“ hätten, unerkannt infiziert zu sein.
Das Ziel, Ungeimpfte vor Ansteckung zu schützen, werde somit verfehlt. In stabilen Sozialgruppen, etwa am Arbeitsplatz, könne die 3G-Regel jedoch noch etwas ausrichten, zum Beispiel mit Tests alle zwei Tage. Dem stünden aber logistische Anforderungen entgegen.

Für dem Fall der Einführung: Verdi zu 3G-Regel und deren Kontrolle im ÖPNV

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht für den Fall der Einführung der 3G-Regel in öffentlichen Verkehrsmitteln bei Kontrollen die Polizei und anderes "qualifiziertes Sicherheitspersonal" gefordert, nicht jedoch das Fahrpersonal. Dazu müsse es eine Klarstellung geben, erklärte die Gewerkschaft am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu entsprechenden Plänen der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP.
„Aus Sicht von verdi muss eine solche Regelung klarstellen, dass die Kontrolle und Durchsetzung der 3G-Regelung im ÖPNV nicht bei den Fahrerinnen und Fahrern liegen kann", betonte der Bundesfachbereich Verkehr der Gewerkschaft. „Für die Durchsetzung der Regelung muss qualifiziertes Sicherheitspersonal eingesetzt werden." Auch Polizei und Ordnungsämter müssten "hier tätig werden und für die Sicherheit der Beschäftigten und der Fahrgäste sorgen".