Unwetter in Ulm und Neu-Ulm: Auch am Sonntag soll es gewittern – Blutregen hinterlässt Saharastaub

Ziehen wieder Unwetter auf? Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken Gewittern in Ulm, Neu-Ulm und Alb-Donau-Kreis. (Archivbild)
Sven KaufmannNoch lecken viele in Baden-Württemberg nach den Überschwemmungen vom vergangenen Wochenende ihre Wunden, da zog am Samstagnachmittag (08.06.2024) schon die nächste Regenfront durchs Land. Bis 17 Uhr wanderten schwere Gewitter im Süden des Landes hauptsächlich durch die Landkreise Tuttlingen, Zollernalbkreis, Sigmaringen, Biberach, Reutlingen, Alb-Donau-Kreis, Heidenheim und Ostalbkreis in Richtung Bayern. Ab 16.20 Uhr waren auch die Kreise Konstanz und Bodenseekreis betroffen.

Lange dauerten die Gewitter nicht, die am Samstagnachmittag durch Baden-Württemberg zogen. Starkregen und Hagel hinterließen aber auch in nur kurzer Zeit deutliche Spuren, wie hier in Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm).
Michael JanjaninFür den Raum Ulm und Alb-Donau-Kreis warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter pro Stunde sowie vor schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 70 bis zu 100 Stundenkilometern und Hagel mit Korngrößen um bis zu 4 Zentimeter.

Wie in einigen anderen Städten und Gemeinden in BW kam es am Samstag in Weißenhorn aufgrund von Starkregen kurzfristig zu kleinen Überflutungen.
Michael JanjaninHochwasserzentrale warnt vor vereinzelten Überflutungen
Im Kreis Neu-Ulm lief das Unwetter indes etwas sanfter ab. Hier war lediglich mit Niederschlagsmengen bis 20 Liter pro Quadratmeter pro Stunde sowie Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 70 Stundenkilometern zu rechnen. Das reichte aber teilweise schon, um wie in Weißenhorn für kleine Überflutungen zu sorgen.
Ein kurzer, aber heftiger Hagelschauer hat am Samstagnachmittag und -abend auch auf der Gerstetter und Laichinger Alb für Schäden an Autos, Häuser und Bäumen gesorgt.
Nach 17 Uhr gab es dann größtenteils Entwarnung für Baden-Württemberg: Bis auf vereinzelte Gewitter war die Unwetterfront nach Bayern abgezogen.
Größere Feuerwehreinsätze blieben in Baden-Württemberg dieses Mal aus. Ausnahme: In der Kleinstadt Veringenstadt bei Reutlingen pumpte die Feuerwehr nach Angaben des zuständigen Einsatzleiters Wasser von Straßen und aus Kellern. Die Regenmengen seien zu viel für den Abwasserkanal gewesen und hätten nicht mehr abfließen können, erklärte der Feuerwehrmann. Auch in Bayern sagten Polizeisprecher in Rosenheim und Kempten, die Zahl der Einsätze von Polizei und Feuerwehr habe im normalen Rahmen gelegen.
Die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) warnte im Einzugsgebiet der Neckarzuflüsse Eyach, Echaz, Lauter und Fils (hauptsächlich Zollernalbkreis, Kreis Reutlingen, Kreis Esslingen und Kreis Göppingen) zeitweise vor stellenweise kleineren Ausuferungen sowie vereinzelten Überflutungen auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen.
Auf die Donau bei Ulm/Neu-Ulm wirkte sich der Regen hingegen nicht wirklich aus. Laut dem Hochwassernachrichtendienst Bayern stieg der dortige Wasserpegel im Verlauf des Nachmittags nicht stark an.
Weitere Gewitter am Sonntag erwartet
Auch am Sonntag soll es laut dem DWD im Südwesten Gewitter geben. Diese sollen ab dem Vormittag vereinzelt und ab Abend dann bis in die Nacht vermehrt im Raum Oberschwaben eintreten. Lokal ist dabei mit Starkregen zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter in wenigen Stunden zu rechnen, zum Teil auch mit Hagel und starken bis stürmischen Böen von bis 70 Stundenkilometern. Für Alb-Donau-Kreis, Ulm und Kreis Neu-Ulm haben die Wetterexperten am Sonntagnachmittag auch wieder eine Unwetter-Warnung veröffentlicht: Es besteht die Gefahr des Auftretens von starken Gewittern (Stufe 2 von 4). Konkret warnt der DWD im Zusammenhang mit den Naturereignissen vor:
- Lebensgefährlichem Blitzschlag
- umstürzenden Bäumen
- herabstürzenden Gegenständen
- raschen Überflutungen von Straßen und Unterführungen
- Aquaplaning
- Hagelschlag
Saharastaub und Blutregen in Ulm und Neu-Ulm
Und die Laune des Wetters erreicht am Sonntag noch andere Dimensionen: In Ulm und Neu-Ulm ging offenbar mit dem Regen auch Saharastaub nieder – unter anderem berichten Beobachter von völlig verschmutzten Autos und Fahrrädern. Der sogenannte „Blutregen“ wäscht die feinen Wüstensandpartikel aus der Luft und hinterlässt einen regelrechten Dreckfilm. Auch in anderen Gebieten etwa im Allgäu und im Zollernalbkreis trat das sich im Frühjahr und Sommer häufende Naturphänomen am Sonntag auf, insgesamt aber wohl in verhältnismäßig geringer Intensität.

Der mit Saharastaub behaftete Regen, sogenannter "Blutregen", hinterlässt am Sonntag Dreckspuren etwa auf Autos in Ulm und Neu-Ulm.
Niko DirnerMit Informationen der dpa

