Trauer um Brettle-Aus: Menschen reagieren auf Instagram: "Nicht auch noch das Brettle"

So reagieren die Leute auf die Schließung des Café Brettle auf Social Media.
Café Brettle/ Befunky CollageBenjamin Schmidt hat Schluss gemacht. Seit Montag (15.07.) ist sein Café Brettle geschlossen. Seit Jahrzehnten ist die Location in der Rabengasse bei Ulmerinnen und Ulmern beliebt. Dass es beim Brettle nicht läuft, konnte sich wohl kaum jemand vorstellen. Doch Schmidt gibt Einblicke in seine Beweggründe: fehlende Coronahilfen, Energiekrise, Inflation, Pachterhöhung, um nur ein paar zu nennen.
Dass das Brettle nicht irgendein Café war, sondern einen besonderen Platz in den Herzen der Menschen in Ulm hatte, zeigen die Reaktionen auf den Sozialen Medien. Auf dem Instagram-Profil der SÜDWEST PRESSE melden sich zahlreiche Leute zu Wort. Auf einer Plattform, wo es sonst so viele gegenteilige Meinungen gibt, scheinen sich hier alle einig zu sein. Der Tenor: es sei schade, dass es das Brettle nicht mehr gibt.
„Das macht Ulm einfach um locker 20 Prozent unattraktiver.“
„Unglaublich traurig. Ein sehr großer Verlust für Ulm. Mach's gut und Danke“, schreibt etwa eine Userin. Eine weitere findet: „Ohne Brettle? Geht gar nicht! Die Stadt ist nur so attraktiv, wie ihre Gastronomie, Kultur, Infrastruktur. Die Gastronomen leisten viel Arbeit und Herzblut und dann werden sie bei Schwierigkeiten im Stich gelassen. Daumen runter für die lebenswerteste Stadt.“ Dabei bezieht sich die Userin auf eine kürzlich erschienene Studie, die Ulm den Titel lebenswerteste Stadt Deutschlands verliehen hat. Eine weitere Person schließt sich der Meinung an: „Das beste Café Ulms schließt? Das macht Ulm einfach um locker 20 Prozent unattraktiver.“
„Gesundheit geht vor!“
Viele Leute teilen auf den Sozialen Medien auch, welche Erinnerungen sie mit dem Kultcafé verbinden. „Ich hab im Brettle meinen Mann kennengelernt und wir waren da so gerne“, schreibt eine Frau. Eine weitere erinnert sich: „Unsere Jugend haben wir dort mit Karten- oder Brettspielen verbracht. Heutzutage haben wir gerne samstags mal den Mittagstisch genossen - einfach eine tolle Alternative zum üblichen „Einheitsbrei“. Der kuschelige Innenhof ist top gemütlich und etwas abseits vom Trubel.“ Einige User zeigen auch Verständnis für die Entscheidung von Betreiber Schmidt, den der Aufrechterhalt des Brettles zunehmend belastet hatte. „Super super schade, aber auch total verständlich, Gesundheit geht vor! Drücke dem Besitzer beide Daumen, dass alles so kommt, wie er es gern hätte!“, schreibt eine Frau.
Auch auf Facebook melden sich die Menschen zu Wort. „Das wird nicht die letzte Schließung in Ulm gewesen sein. Die Innenstadt wird für Gewerbetreibende immer unattraktiver und für Gäste von auswärts auch“, schreibt eine Person. „Das gute alte Brettle, schade schade“, findet eine weitere Person. Doch hier gibt es auch einige nicht so verständnisvolle Stimmen, zum Beispiel: „Schuld sind immer die Anderen.“ Oder: „Ach ich kann es nicht mehr hören, alles wegen Personalmangels. Andere Unternehmen haben auch Personal. Da spielen viele Faktoren eine Rolle.“
Mittlerweile hat sich auch der Hauseigentümer Holger Henle dazu geäußert. Mehr dazu hier:
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