Ulm schlägt München: Ulmer leben deutschlandweit am besten

Ulm wird in einem Ranking des Wirtschaftsinstituts Prognos zur lebenswertesten Stadt Deutschlands gekürt.
Lars SchwerdtfegerÜber den Münsterplatz schlendern, an der Donau picknicken, in der Friedrichsau joggen, durch die Hirschstraße bummeln – sich in Ulm wohlzufühlen, fällt nicht schwer. Das wissen Einheimische so gut wie Touristen. Und Statistiker stimmen überein: Die rund 130.000 Einwohner große Universitätsstadt hat es nun bei einem Ranking des Wirtschaftsinstituts Prognos auf Platz eins der lebenswertesten Städte geschafft.
Für das Ranking hat Prognos insgesamt 68 kreisfreie Großstädte und drei Stadtregionen mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. Verglichen werden die Städte, in denen rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung leben, dem Datenblatt des Forschungs- und Beratungsunternehmens zufolge anhand "ausgewählter zukunftsweisender Indikatoren". Dabei steht demnach die Frage im Fokus, wie schnell Großstädte auf Herausforderungen wie Klimawandel, Integration, Wohnraum und Digitalisierung reagieren.
Ulm punktet beim Städteranking in mehreren Kategorien
In erster Linie ist es also nicht der Freizeitwert, mit dem Ulm bei den Forschern punktet, vielmehr sammelt die Donaustadt vor allem für viele Ausbildungsplätze und Unternehmensgründungen Fleißsternchen, wie am Freitag (12.7.2024) zuerst das Handelsblatt berichtete. Auch in anderen Bereichen schlägt sich Ulm überdurchschnittlich gut und überholt dabei München – bisher Sieger in vielen Standort-Rankings. Bewertet wurden die Städte nach 28 Kriterien in folgenden fünf Kategorien:
- Ökologie (z.B. Feinstaubbelastung)
- Mobilität (z.B. ÖPNV)
- Soziales (z.B. Mietpreise und Kitaplätze)
- Digitalisierung (z.B. 5G-Mobilfunkversorgung)
- Arbeit (z.B. Azubi- und Studentenquote und Ärztedichte)
„Der Gesamtsieger hat sich mit schwäbischem Fleiß nach oben gearbeitet“, heißt es im Bericht des Handelsblatts. Die Stadt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten „von einem Industriestandort im Niedergang zu einem Hightech- und Medizinmetropölchen“ entwickelt. In einem anderen Bericht der Wirtschafts- und Finanzzeitung wird der Science Park auf dem Eselsberg – Standort für Unternehmen, Wissenschaftsinstitute, Hochschulen und Krankenhäuser – als „Kompetenzcluster wie aus dem Handbuch der Innovationsförderung“ gelobt. Und Mieten seien in Ulm mit 11,10 Euro pro Quadratmeter dennoch weiterhin bezahlbar, vor allem im Vergleich zu München oder zur Landeshauptstadt Stuttgart, im Städteranking auf Platz 9 gelandet.
Das sind die Top 5 im Ranking
"Ulm triumphiert vor allem beim Status quo", so die Bilanz. Auch andere Städte in Süddeutschland stehen mit Blick auf die aktuellen Daten gut da und schneiden im Schnitt besser ab als Städte im Norden und Nordwesten, vor allem in den Kategorien Arbeit und Digitales. Weit vorne mit dabei sind auch drei kleinere bayerische Großstädte. Damit stehen die Top 5:
1. Ulm
2. München
3. Ingolstadt
4. Erlangen
5. Regensburg
Aber auch in anderen Himmelsrichtungen schläft die Konkurrenz nicht: In Sachen Stadtentwicklung werden Ulm und München von Jena und Chemnitz überholt, in ostdeutschen Städten erkennen die Forscher insgesamt eine positiv bewertete Dynamik.
Zukunftsatlas 2022: Ulm im bundesweiten Ranking auf Platz 11
Das Ranking ergänzt laut Prognos die Perspektive des Zukunftsatlas, der seit 2004 alle drei Jahre veröffentlicht wird und bei dem der Schwerpunkt auf wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit liegt. Auch in diesem zuletzt 2022 veröffentlichten Ranking musste sich Ulm nicht verstecken und erreichte Rang elf aller 401 deutschen Stadt- und Landkreise.
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