Streik an der Uniklinik: Alle außer den Ärzten streiken in Ulm

Für den Montag ruft die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik auf. Das hat Folgen für Patienten und Patientinnen.
dpa- Verdi ruft am Montag, 18. Mai, an allen vier Unikliniken zu Warnstreiks auf.
- Am UKU drohen Terminverschiebungen und Wartezeiten, die Notfallversorgung bleibt gesichert.
- Patientinnen und Patienten sollen nicht anrufen – betroffene Termine werden aktiv umgelegt.
- Verdi fordert 7,5 % mehr, mindestens 320 € monatlich; 250 € für Azubis und Praktikant:innen.
- Arbeitgeberseite legte in der ersten Runde kein Angebot vor, verweist auf geplante Gesundheitsreform.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es sind die ersten Warnstreiks in der aktuellen Tarifrunde, die nach dem Willen der Gewerkschaft Verdi an den vier Unikliniken des Landes stattfinden sollen. Betroffen sind rund 26.000 Beschäftigte, fast alle außer den Ärztinnen und Ärzten. Deshalb kann es am Montag, 18. Mai, auch am Universitätsklinikum Ulm zu Einschränkungen des diagnostischen und therapeutischen Angebotes, Terminverschiebungen und längeren Wartezeiten kommen, teilt ein Sprecher der Uniklinik mit.
Keinesfalls sollten Patientinnen und Patienten anrufen, bittet die Uniklinik. Dies sei nicht notwendig, denn alle, „deren Termine leider verschoben werden müssen, werden aktiv durch die jeweiligen Fachabteilungen informiert“, so das Versprechen.
Wichtig ist auch: Die Notfallversorgung am UKU soll vollständig aufrechterhalten werden. Dazu sei mit der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung geschlossen worden. Diese regle die Notdienstbesetzung während des Streiks: „Demnach werden dringliche Behandlungen weiterhin durchgeführt, die Akut- und Notfallversorgung wird zu jeder Zeit gewährleistet.“
Arbeitgeber ohne Angebot
Am 6. Mai hatte die erste Verhandlungsrunde stattgefunden. Ohne Angebot der Arbeitgeberseite. Diese hätten laut Verdi die geplante Gesundheitsreform der Bundesministerin ins Feld geführt. Dadurch würden die vier Häuser im Land jährlich mit rund 100 Millionen Euro zusätzlich belastet. Jakob Becker, Verhandlungsführer von Verdi, dazu: „Wir streiken für mehr Geld, das die Beschäftigten dringend brauchen. Dieses Grundrecht lassen wir uns auch von der Gesundheitsministerin nicht nehmen: Falsche Politik hält uns nicht vom Kampf für gute Arbeitsbedingungen ab.“
Auf der Grundlage einer Beschäftigten-Befragung, an der über 3000 Beschäftigte teilgenommen haben sollen, habe die Verdi-Tarifkommission folgende Forderungen beschlossen: 7,5 Prozent, mindestens 320 Euro mehr im Monat für die Beschäftigten und 250 Euro mehr im Monat für Auszubildende und Praktikant:innen, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Auszubildende soll es einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets geben.
Ein eigener Tarifvertrag für Unikliniken
Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener, mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika abgeschlossener Tarifvertrag, von dem rund 26.000 Beschäftigte an den vier Kliniken betroffen sind. Ärztinnen und Ärzte gehören dagegen zum Tarifvertrag Ärzte Länder, das wissenschaftliche Personal als Landesbeschäftigte wiederum unter die Tarifbestimmungen des Landes.

