Sieben Jahre nach der Tat: Vierter Täter der Gruppenvergewaltigung von Illerkirchberg abgeschoben

Mit diesem Flugzeug schob Deutschland 20 Straftäter nach Afghanistan ab, darunter auch einer der Vergewaltiger von Illerkirchberg.
Michael Kappeler/dpa- Deutschland schob 20 afghanische Straftäter per Charterflug von Leipzig nach Kabul ab.
- Erster Flug direkt per Vereinbarung mit den Taliban, zuvor vermittelte Katar.
- Abgeschoben wurden Männer u. a. wegen Sexualdelikten, Körperverletzung, Drogen.
- Unter ihnen: 22-Jähriger verurteilt wegen Vergewaltigung in Illerkirchberg 2019.
- Alle vier Täter der Gruppenvergewaltigung abgeschoben: einer in den Irak, drei nach Afghanistan.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Deutschland hat erneut Menschen per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben. Es seien zwanzig afghanische Straftäter mit einem Charterflug von Leipzig nach Kabul gebracht worden, teilte das Bundesinnenministerium mit.
Nach Angaben des Ministeriums war es der erste Charterflug, der ohne die Unterstützung anderer Staaten auf Grundlage einer direkten Vereinbarung zustande kam. Bei vorigen Flügen hatte Katar vermittelt. Mitarbeiter des Ministeriums haben nun eine Vereinbarung mit den islamistischen Taliban gefunden.
Vereinbarung mit den Taliban
Die Kontakte zu den Taliban sind umstritten, denn offiziell unterhält die Bundesregierung keine diplomatischen Beziehungen zu den Islamisten, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind. Wegen ihrer Missachtung von Menschen- und vor allem Frauenrechten sind sie international isoliert.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte: „Unsere Vereinbarung schafft eine verlässliche Grundlage für direkte und dauerhafte Abschiebungen nach Afghanistan.“
Auch Täter von Illerkirchberg unter den Abgeschobenen
Abgeschoben wurden demnach ausreisepflichtige Männer, die in Deutschland straffällig geworden waren, unter anderem wegen Sexualdelikten, Körperverletzung und Drogendelikten.
Unter den Abgeschobenen war nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums auch ein 22-Jähriger, der wegen seiner Beteiligung an der Vergewaltigung einer Minderjährigen in Illerkirchberg 2019 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Alle vier Täter der Gruppenvergewaltigung seien damit abgeschoben, erklärte Landesjustizministerin Marion Gentges (CDU): „Wir haben uns seit Jahren sehr intensiv darum gekümmert. Einer der Mittäter konnte bereits 2022 in den Irak abgeschoben werden. Die Abschiebung des Haupttäters erfolgte im August 2024 nach Afghanistan. Der Dritte wurde im Juli 2025 nach Afghanistan abgeschoben.“
Bereits ab dem Jahr 2021 wandten sich Ministerin Gentges und Staatssekretär Siegfried Lorek (CDU) in dieser Angelegenheit immer wieder an die damalige Ampelregierung. Sie appellierten an die damalige Bundesinnenministerin Faeser und die damalige Bundesaußenministerin Baerbock, die Rückführungen schwerer Straftäter und Gefährder nach Afghanistan wiederaufzunehmen.
„Bei der alten Bundesregierung war kein Durchkommen. Bundesinnenminister Dobrindt macht Abschiebungen schwerer Straftäter jetzt mit einem regulären Rückführungsmechanismus nach Afghanistan möglich. Dass das vor Ort einen konkreten Unterschied macht, zeigt das Beispiel Illerkirchberg. In jedem Abschiebeflug nach Afghanistan, den die Bundesregierung bisher ermöglicht hat, saß einer der Illerkirchberg-Täter“, so Gentges.
