Projekt geht voran
: Pläne für ICE-Strecke zwischen Ulm und Augsburg bald im Bundestag

Die Planungen für die neue ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm laufen seit Jahren. Nun soll das Milliardenprojekt endlich im Bundestag beraten werden.
Von
Laura Mensch,
dpa
Ulm/Augsburg
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ICE auf Eisenbahnbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm. Die Visualisierung ist einem animierten Film entnommen.

Ein ICE auf der Eisenbahnbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm. Die Visualisierung ist einem animierten Film entnommen.

Projektbüro Ulm-Augsburg
  • Bundestag berät 2025 über neue ICE-Strecke zwischen Ulm und Augsburg – Kosten ca. 5,5 Mrd. Euro.
  • Fahrtzeit soll von über 40 auf 26 Minuten sinken – Strecke folgt größtenteils der A8.
  • Bauzeit bleibt unklar – Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern zwei Drittel der Projektzeit.
  • Modernisierung der alten Strecke geplant – wichtig für Regionalverkehr.
  • Widerstand in Burlafingen wegen befürchteter Abrisse – Bahn spricht von Darstellungsfehler.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach Jahren intensiver Vorarbeit rückt der Neubau der ICE-Strecke zwischen Ulm und Augsburg einen Schritt näher: Der Bundestag könnte das milliardenschwere Infrastrukturprojekt bereits im Herbst 2025 auf den Weg bringen. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. Wann genau gebaut wird, wie lange die Arbeiten dauern und welche Kosten letztlich entstehen, bleibt jedoch auch nach einem möglichen Bundestagsbeschluss vorerst offen.

Als nächste Schritte würden dann zunächst die Entwurfsplanung und die Planfeststellungsverfahren stattfinden, erklärte der Sprecher. Richtig konkret werde es erst mit der dann anschließenden Ausführungsplanung. Diese lege fest, wie die Bauarbeiten organisiert und letztlich ausgeführt werden. „Erst zu diesem Zeitpunkt kurz vor Beginn der Bauarbeiten ist eine genauere Bauzeitprognose möglich“, betonte der DB-Sprecher. Bei solchen Schienen-Großprojekten machten die Planungs- und Genehmigungsprozesse zwei Drittel der gesamten Projektdauer aus.

Aktuelle Strecke aus der Zeit der Eisenbahnpioniere

Der Ausbau der Fernstrecke zwischen den benachbarten Großstädten ist seit Jahrzehnten vorgesehen. Die Strecke sei eine der meistbefahrenen in Süddeutschland, betont die DB. Sie ist Teil der Verbindung zwischen München und Stuttgart und darüber hinaus der europäischen Magistrale von Paris über Wien nach Budapest.

Die bisherige, etwa 85 Kilometer lange Schienenverbindung stammt im Kern noch aus der Zeit der Eisenbahnpioniere, die Strecke ist rund 170 Jahre alt. Durch den Ausbau soll sich die Fahrtzeit der ICE zwischen Augsburg und Ulm von bislang mehr als 40 auf 26 Minuten verkürzen.

Im Jahr 2019 startete die DB daher den detaillierten Planungsprozess für das Neubauprojekt – auch einen Visualisierungsfilm gibt es bereits. Mehrere verschiedene Streckenführungen wurden untersucht. Vor rund einem Jahr wurde dann die geplante Strecke vorgestellt. Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke soll sich weitgehend an dem Verlauf der Autobahn 8 orientieren.

Kosten: rund 5,5 Milliarden Euro

Nach Angaben des DB-Sprechers gibt es eine Kostenschätzung, die sich auf rund 5,5 Milliarden Euro beläuft. Dies sei aber nicht das endgültige Investitionsvolumen. Die Inflation sei nicht berücksichtigt und auch nicht die genauen Herstellungsarten der Bauwerke. In der kommenden Planung könne es noch Anpassungen geben, die die Kosten beeinflussen.

Neben dem Neubau der ICE-Strecke plant die DB allerdings auch noch die Modernisierung der Bestandsstrecke, die für den Regionalverkehr besondere Bedeutung behält. In einigen Gemeinden in der Region Ulm stößt die Planung der Neubaustrecke aus Widerstand – vor allem in Burlafingen. Unter anderem sollen dort zusätzliche Gleise für die neue Strecke entstehen. Die Bürgerinnen und Bürger sind wegen einer Visualisierung aber verunsichert: Sie fürchten, dass für die benötigte Fläche Gebäude abgerissen werden müssten. Laut der Deutschen Bahn handle es sich beim Streckenverlauf allerdings um einen Darstellungsfehler.

Der ICE braust durch Burlafingen. So soll das aussehen, sagt die Bahn.

Der ICE braust durch Burlafingen. So soll das aussehen, sagt die Bahn.

Projektbüro Ulm-Augsburg

Das Projekt ist Teil der Generalsanierung wichtiger Bahnstrecken in Deutschland, die bis zum Jahr 2036 dauern soll. Wann der Streckenabschnitt Augsburg-Ulm an die Reihe kommt, ist noch unklar. Aktuell hat die DB nur die Sanierungen bis 2027 geplant. Der Abschnitt in Schwaben ist bisher nicht enthalten. Die genaue Terminplanung für mehr als zwei Dutzend Korridore in ganz Deutschland steht noch aus.