Marode Bahninfrastruktur: Fünf Jahre länger! Bahn will Generalsanierung bis 2036 strecken

Gleisarbeiten werden auf der Riedbahnbaustelle am Bahnhof Gernsheim ausgeführt. (zu dpa: «Bahn will Generalsanierung bis 2036 strecken»)
Andreas Arnold/dpa- Deutsche Bahn verlängert Generalsanierung wichtiger Strecken bis 2036 – fünf Jahre länger als geplant.
- Mehr als 40 vielbefahrene, sanierungsbedürftige Strecken betroffen – erste Projekte bereits abgeschlossen.
- Branchenverband begrüßt neuen Zeitplan, um Überforderung und Verkehrseinschränkungen zu vermeiden.
- 2026 und 2027 bleiben Projekte wie Hagen-Köln und Nürnberg-Regensburg im bisherigen Zeitplan.
- Ab 2028 neuer Zeitplan: Sanierungen u. a. auf Köln-Mainz, München-Rosenheim und Lübeck-Hamburg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Deutsche Bahn will die umfassende Sanierung besonders wichtiger Strecken um ein weiteres Jahr verlängern – also bis 2036. Das teilte die Bahn nach einem Branchendialog mit. Die Modernisierung von mehr als 40 viel befahrenen und dringend sanierungsbedürftigen Strecken wird damit mindestens fünf Jahre länger dauern als ursprünglich geplant.
Die Bahn betrachtet die Generalsanierung der wichtigsten Schienenkorridore als zentrales Konzept für die Zukunft der Schieneninfrastruktur. Ende Juni hatte der bundeseigene Konzern bereits vorgeschlagen, die Baumaßnahmen um vier Jahre bis ins Jahr 2035 zu strecken. Die Fahrgäste müssen damit wohl deutlich länger mit dem maroden Netz und in der Folge hoher Unpünktlichkeit bei der Bahn klarkommen.
Positive Reaktionen aus der Branche
Aus der Branche kamen aber durchaus positive Reaktionen zum neuen Zeitplan. Der Verband der Güterbahnen befürchtete zum Beispiel Überforderung bei Planung und Bau sowie unzumutbare Beschränkungen des laufenden Verkehrs. In den ersten Generalsanierungskonzepten waren lange Umleitungen mit viel Zeitverlust für den Güterverkehr vorgesehen. „Die vom Infrastrukturbetreiber vorgeschlagene Streckung des Programms bis 2036 bietet Chancen, die Projekte besser vorzubereiten“, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger.
Die endgültige Entscheidung über die zeitliche Reihung für die Korridorsanierungen bis 2036 muss der Bund treffen.
Erste Generalsanierung zwischen Frankfurt und Mannheim abgeschlossen
Noch unter der alten Bundesregierung hatte die Bahn die Generalsanierungen eingeleitet. Dabei sollen Aufgaben gebündelt erledigt werden, die Strecken werden dafür aber monatelang komplett gesperrt. Im vergangenen Jahr wurde mit der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim die erste Strecke so saniert. Von Anfang August bis Ende April 2026 soll die Strecke zwischen Berlin und Hamburg komplett gesperrt und rundum saniert werden. Der Bund gibt für die Generalsanierung viele Milliarden.
Abfolge der Projekte bleibt für 2026 und 2027 bestehen
Für 2026 und 2027 bleibe es aufgrund der weit fortgeschrittenen Bau- und Fahrplanungen bei der ursprünglichen Abfolge der Projekte, teilte die Bahn mit. „2026 werden die Strecken Hagen-Wuppertal-Köln, Nürnberg-Regensburg, Obertraubling-Passau und Troisdorf-Wiesbaden saniert“, hieß es.
2027 soll auf den Korridoren Rosenheim-Salzburg, Lehrte-Berlin, Bremerhaven-Bremen und Fulda-Hanau gebündelt erneuert und modernisiert werden. Die Korridorsanierungen Lübeck-Hamburg und Frankfurt-Heidelberg werden der Mitteilung zufolge in die Folgejahre verschoben. Ab 2028 soll dann ein neuer Zeitplan gelten. „Für das Jahr 2028 wurde die Sanierung der Korridore Köln-Mainz, München-Rosenheim, Hagen-Unna-Hamm sowie Lübeck-Hamburg vorgeschlagen“, teilte die Bahn mit.

