Orkan, Tornado, Hurrikan: What the Fujita? Das bedeuten die Unwetter-Begriffe

Das im August 2024 von einem Fischerboot aus aufgenommene Foto zeigt die Trichterwolke eines mutmaßlichen Tornados vor der Nordseeinsel Borkum.
Rolf Groenewold/dpa- Gewitter und Sturmböen in Süddeutschland verursachten Schäden.
- Windstärken werden durch die Beaufort-Skala bestimmt.
- Tornados sind Windhosen, deren Stärke durch die Fujita-Skala gemessen wird.
- Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer und haben je nach Region verschiedene Namen.
- Die Saffir-Simpson-Hurrikanskala misst die Stärke von Hurrikans.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Über Ulm und weitere Teile Süddeutschlands sind in den vergangenen Tagen immer wieder bedrohlich wirkende Gewitterwolken gezogen. Mancherorts entpuppten sie sich lediglich als laues Lüftchen, an anderen Stellen hinterließ das Unwetter Spuren der Verwüstung. Nicht nur Hagel und Starkregen forderten ihren Tribut, sondern auch heftige Windböen. Der Ulmer Stadtteil Donaustetten wurde in der Nacht auf Donnerstag von einer Windhose getroffen, die mehrere Dächer abgedeckt hat. Doch was ist eine Windhose eigentlich? Was unterscheidet ein Tornado von einem Hurrikan? Wann ist von einem Orkan die Rede? Hier kommt die Übersicht.
Wie stark der Wind bläst, lässt sich anhand der Beaufort-Skala bestimmen. Insgesamt 13 Beaufortgrade geben Auskunft über die Windstärke. Stufe 0 bedeutet Windstille, also eine mittlere Windgeschwindigkeit von weniger als einem Kilometer pro Stunde. Bei einem Orkan (Stufe 12) pfeift der Wind mit mehr als 118 km/h übers Land und kann zu schweren Verwüstungen wie entwurzelte Bäume oder Schäden an Häusern führen. Dazwischen liegen etwa „schwache Brise“ (3), „starker Wind“ (6) oder „Sturm“ (9).
Böen sind kurzzeitige Windstöße
Als Böe definiert der DWD dagegen einen „kräftigen Windstoß, der oft mit einer plötzlichen Windrichtungsänderung verbunden ist“. Im Vergleich zum Wind, also einem kontinuierlichen Luftstrom, weht die Böe nur kurzfristig und dauert maximal 20 Sekunden an. Auch hier unterscheidet man zwischen schwachen Böen (bis 49 km/h), Windböen (ab 50 km/h), Sturmböen (ab 62 km/h), Orkanböen (ab 103 km/h) und extremen Orkanböen (ab 140 km/h).
Schneller als Formel-1-Autos
Ein Tornado ist eine Windhose, also „eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert“. In Deutschland gab es heuer (Stand Juni 2025) bereits acht bestätigte Tornados, den letzten Ende Mai in der unterfränkischen Gemeinde Theres. Ob es sich bei dem Unwetter in Donaustetten tatsächlich um einen Tornado gehandelt hat, ist noch nicht bestätigt. Er wird allerdings als Verdachtsfall auf der Tornadoliste Deutschland aufgeführt.
Zur Bestimmung der Stärke von Windhosen dient die Fujita-Skala, die ebenfalls über 13 Stufen verfügt und die jeweilige Zerstörungskraft beschreibt. Die Stärke F0 bedeutet eine leichte Zerstörung (bis 116 km/h), bereits bei F2 (ab 181 km/h) können ganze Dächer abgedeckt werden. Im Jahr 1764 soll mit bis zu 500 km/h (F5) der stärkste jemals in Deutschland dokumentierte Tornado über Woldegk im heutigen Mecklenburg-Vorpommern gefegt sein – ein Jahrtausendtornado.
Wirbelstürme entstehen über dem Meer
Hurrikans, Zyklonen und Taifune sind tropische Wirbelstürme, die anders als Tornados nicht an Land, sondern über dem Wasser entstehen. Ihre unterschiedlichen Bezeichnungen gehen lediglich auf ihre jeweilige Entstehungsregion zurück: Hurrikans bilden sich beispielsweise durch Gewitterwolken über Teile des Atlantiks, Zyklone (griechisch für „Kreis“) im Indik und Taifune im Pazifik. Zur Messung der Stärke von Wirbelstürmen dient die Saffir-Simpson-Hurrikanskala. Diese besteht aus fünf Kategorien ab einer Geschwindigkeit von 119 Kilometer pro Stunde.
Egal ob nun Böe, Orkan oder Tornado – im Gegensatz zu vielen anderen Bauernregeln, die oft nicht allgemeingültig sind, behält folgender Spruch wohl immer und überall Recht: Fliegt der Bauer übers Dach, ist der Wind weiß Gott nicht schwach!



