Wetter in Baden-Württemberg: Experten warnen vor „schwerer Gewitterlage“

Hagelkörner von 5 Zentimetern Größe werden im Südwesten Deutschlands am Mittwochnachmittag, 4.6., erwartet.
dpa, Screenshot Wetteronline.de- Gefährliche Unwetter am Mittwoch in Baden-Württemberg, besonders im Südosten.
- Hagelkörner bis zu 8 cm groß, können mit 140 km/h fallen.
- Große Verletzungsgefahr für Mensch und Tier, Autos und Dächer sind gefährdet.
- Orkanböen und Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter pro Stunde möglich.
- Unwetter erreicht Bodensee zwischen 17 und 20 Uhr, zieht dann nach Bayern weiter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Osten Baden-Württembergs und im Süden Bayerns stehen ab dem Mittwochmittag heftige Gewitter bevor. „Sturmtief ,Tim' sorgt in Deutschland für ordentlich Action in der Wetterküche“, sagt Marco Manitta vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Danach folgt ein ungemütliches Pfingstwochenende.
Zwar liegt der Kern des Sturmtiefs über dem Nordostatlantik zwischen Island und Schottland, jedoch reicht sein Einflussbereich bis nach Mitteleuropa. Das dazugehörige Frontensystem liegt quer über Deutschland und trennt kühlere Luft im Nordwesten von schwülwarmer und energiegeladener Luft, die Folge: eine „schwere Gewitterlage“ im Südosten und in Teilen des Ostens.
Lokal gebe es Potenzial für großen Hagel mit etwa 5 Zentimeter großen Hagelkörnern – das entspricht der Größe eines Hühnereis – und heftigen Starkregen mit Mengen bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Extremer Hagelschlag mit Korngrößen um 8 Zentimeter sowie Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde seien insbesondere zwischen Ostalb und Allgäu nicht ausgeschlossen. Diese können sowohl Schäden an Autos und Dächern als auch in der Landwirtschaft verursachen.
Unwetterentwicklung nur kurzfristig absehbar
Wo genau die Unwetter niedergehen werden, ist laut DWD nicht vorherzusagen. „Die Wetterlage ist im höchsten Maße instabil“, sagte ein DWD-Meteorologe. Gewitter brauten sich oft innerhalb kurzer Zeit zusammen. Man müsse im 30-Minuten-Takt schauen, wie sich die Situation entwickele.
Vor allem am Nachmittag würden Unwetter von der Schwäbischen Alb über das Donaugebiet und das Allgäu bis zum Bodensee erwartet. Dort muss laut DWD verbreitet mit starken bis schweren Gewittern, Starkregen und Hagel gerechnet werden. Es könne zudem zu schweren Sturmböen um 105 Kilometer pro Stunde kommen. Auch umstürzende Bäume seien Teil des Szenarios ebenso wie die Gefahr von Schäden an Autodächern. Bei einem Gewitter solle man sich keinesfalls unter einem Baum aufhalten.

Screenshots des Regenradars von Wetteronline.de zeigen den Verlauf der Regenfront über Deutschland am 4.6.2025.
Screenshot Wetteronline.de , SWPLänderspiel in München findet wie geplant statt
Trotz der Warnung vor schweren Unwettern in Süddeutschland soll das Nations-League-Spiel zwischen Deutschland und Portugal Mittwochabend in München wie geplant stattfinden. Die Europäische Fußball-Union UEFA teilte mit, dass sie die meteorologische Situation zusammen mit den Behörden beobachte. Am Anpfiff des Halbfinales um 21 Uhr (ZDF/DAZN) werde aber vorerst festgehalten. Den Zuschauern in der Allianz-Arena wird empfohlen, Regenponchos oder -jacken mitzubringen.
Hagel, Sturm, Orkanböen
Schon am Morgen zog ein mit Gewittern durchsetztes Regengebiet nach Nordosten. Später am Tag bilden sich daran teils heftige Gewitter, die sich ostwärts verlagern. Besonders im Südosten Deutschlands muss man ab dem Nachmittag mit schweren Gewittern rechnen. Sie können laut DWD „neben heftigem Starkregen auch Großhagel und schwere Sturm- oder gar orkanartige Böen“ mit sich bringen.
Was ist ein Föhnzusammenbruch?
Im südlichen Alpenvorland ist laut DWD die Lage besonders tückisch, denn es kann passieren, dass der Föhn die Entstehung von Gewittern verhindert. Aber bei einem sogenannten Föhnzusammenbruch frischt der Wind plötzlich bis auf Sturmstärke auf - ohne Anzeichen eines Gewitters. „Es ist also Vorsicht geboten, vor allem für die Segler, die auf den südbayerischen Seen segeln“, sagt Manitta.
So wird das Wetter ab Donnerstag
Im Nordwesten bleibt man von all dem verschont: Dort dominiert ein freundlicher Wechsel aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen. Am Donnerstag macht sich hinter der Kaltfront deutlich ungemütlicheres und windiges Wetter breit. Die Sonne zeigt sich eher selten, stattdessen dominieren dichtere Wolkenfelder. Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter durch. Es besteht aber keine Unwettergefahr.
Pfingsten wird unterkühlt
Diese wechselhafte Wetterlage setzt sich auch am kommenden Wochenende fort. Dabei ziehen immer wieder Tiefausläufer durch, die Regen oder Schauer bringen, kurze Gewitter sind auch dabei. Die Temperaturen gehen etwas zurück, am Sonntag wird dann nur im Osten des Landes die 20-Grad-Marke überschritten. „Ein eher unterkühltes, wechselhaftes und windiges Wochenende steht uns bevor“, fasst der Meteorologe zusammen. Am Pfingstmontag wird es wieder besser.

