ÖPNV-Streik in Ulm
: Busse und Straßenbahnen bleiben am Samstag im Depot

Die Gewerkschaft ver.di ruft in Ulm erneut zum Warnstreik im ÖPNV auf. Busse und Bahnen werden am Samstag nur stark eingeschränkt verkehren. Was das für Fahrgäste bedeutet.
Von
Kerstin Auernhammer
Ulm
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Eine der letzten Straßenbahnen, die am Freitagabend vom Ulmer Hauptbahnhof in Richtung Böfingen fuhr. Den kompletten Samstag ist der ÖPNV stark eingeschränkt. Grund ist ein Streik.

Eine der letzten Straßenbahnen, die am Freitagabend vom Ulmer Hauptbahnhof in Richtung Böfingen fuhr. Den kompletten Samstag ist der ÖPNV stark eingeschränkt. Grund ist ein Streik.

Kerstin Auernhammer
  • Ulm: ver.di ruft am Samstag zum Warnstreik im ÖPNV auf, der Verkehr bricht weitgehend ein.
  • Linien 1, 2, 4, 7 und 11 fallen voraussichtlich aus – Linie 6, 8, 9, 10, 12, 13 fahren.
  • Linie 5 bietet nur einzelne Fahrten, Nachtbusse N1–N4, N7 und N8 sollen planmäßig fahren.
  • SWU rät zur Online-Prüfung in der Echtzeitauskunft, da sich die Lage tagsüber ändern kann.
  • Hintergrund sind Tarifforderungen: Zulagen und Zuschläge für Fahrerinnen und Fahrer bei SWU.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum vierten Mal wird die SWU mobil in Ulm am Samstag (06.06.2026) bestreikt. Die Gewerkschaft ver.di gab am späten Freitagabend bekannt, man gehe davon aus, dass der Fahrdienst in der Doppelstadt zwischen 3.30 Uhr und Mitternacht weitestgehend ausfalle. In den Ausstand gerufen sind Fahrer, die bei SWU mobil angestellt sind. Fahrerinnen und Fahrer der SWU Verkehr werden zum Solidaritätsstreik aufgerufen.

Den letzten vergleichbaren Streik hatte es Anfang Mai gegeben, ebenfalls an einem Samstag. Auch damals war der Ausstand erst kurzfristig bekannt gegeben worden, der ÖPNV kam weitestgehend zum Erliegen.

Diese Ulmer Linien sind vom Streik betroffen

Die SWU hat auch diesmal kaum Möglichkeiten, zu reagieren und Linien mit Subunternehmen, Partnern oder anderem Personal zu besetzen. Schon am späten Freitag informierte sie Fahrgäste auf den Anzeigetafeln an den Haltestellen und in den Verkehrsmitteln über den bevorstehenden Warnstreik. Online gibt sie einen Überblick, welche Linien betroffen sind:

  • Linie 1: voraussichtlich keine Fahrten
  • Linie 2: voraussichtlich keine Fahrten
  • Line 4: voraussichtlich keine Fahrten
  • Linie 5: vereinzelte Fahrten, geplant sind die Fahrten um 13.25 und 17.05 Uhr ab Ludwigsfeld, 7.53, 9.50, 11.40, 15.20 und 19 Uhr ab Wiley, 8.45, 10.37, 12.27, 14.17, 16.07, 17.57 Uhr ab der Uni Süd
  • Linie 6: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden
  • Linie 7: voraussichtlich keine Fahrten
  • Linie 8: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden
  • Linie 9: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden
  • Linie 10: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden
  • Linie 11: voraussichtlich keine Fahrten
  • Linie 12: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden
  • Linie 13: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden
  • Nachtbusse N1-N4, N7 und N8: alle Fahrten können voraussichtlich stattfinden

(Stand: Samstag, 0.30 Uhr)

Da sich die Situation im Laufe des Tages noch ändern kann, etwa können Fahrerinnen und Fahrer auch krankheitsbedingt ausfallen, rät die SWU Fahrgästen, sich vorab online zu informieren, etwa in der Echtzeitauskunft.

Ein Warnstreik blockiert am Dienstag das SWU-Liniennetz des ÖPNV in Ulm.

SWU Streik der Busfahrer

Ein Warnstreik blockiert am am Samstag (06.06.2026) das SWU-Liniennetz des ÖPNV in Ulm. Busse und Straßenbahnen bleiben größtenteils im Depot. (Archivbild)

Volkmar Könneke

Hintergrund des ÖPNV-Streiks in Ulm

Es ist bereits der vierte Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft ver.di im Zuge der aktuellen Tarifauseinandersetzung in Ulm aufgerufen hat. Es geht um mehr Geld: Verdi fordert eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, fünf Prozent Nahverkehrszuschlag sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro. Betroffen sind laut Gewerkschaft 173 Beschäftigte bei der SWU Mobil sowie 60 Beschäftigte bei der SWU Verkehr.

Friederike DeCoite, Verhandlungsführerin von ver.di, wird in einer Mitteilung wie folgt zitiert: „Obwohl wir dem Arbeitgeber deutlich gemacht haben, dass wir eine fortdauernde Ungleichbehandlung der Fahrerinnen und Fahrer nicht akzeptieren werden, hat der Arbeitgeber auch weiterhin kein angemessenes Angebot gemacht. Ein Ergebnis muss die Zweiklassengesellschaft im Unternehmen mit Einkommensunterschieden von bis zu 18 Prozent beenden.“

Die letzten Warnstreiks hatte ver.di zu äußerst ungünstigen Terminen abgehalten: zum verkaufsoffenen Sonntag Ende März, nach dem Ende der Osterferien bzw. zu Beginn des Sommersemesters am 13. und 14. April sowie am ersten Samstag im Mai, an dem in Neu-Ulm der Krämermarkt stattfand und die Spatzen ihr letztes Drittligaspiel im heimischen Donaustadion bestritten. An diesem Wochenende enden in Bayern und Baden-Württemberg die Pfingstferien.

Der nächste Verhandlungstermin ist am 23. Juni.