Warnstreik im ÖPNV
: Busse und Straßenbahnen in Ulm bleiben bis Mitternacht stehen

Am Samstag kommt es erneut zu Ausfällen bei SWU mobil und SWU Verkehr. Verdi fordert deutliche Zuschläge, betroffen sind 233 Beschäftigte. Der Warnstreik dauert bis Mitternacht an.
Von
Christian Wille
Ulm/Neu-Ulm
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Am Dienstag fahren in Ulm keine Busse und Straßenbahnen, die städtischen Angestellten streiken.

SWU Streik der Busfahrer

Am Samstag fahren in Ulm (fast) keine Busse und Straßenbahnen, die städtischen Angestellten streiken.

Volkmar Könneke
  • Verdi ruft erneut zum Warnstreik im ÖPNV in Ulm und Neu-Ulm auf – massive Ausfälle.
  • Am Samstag fallen Busse und Straßenbahnen weitestgehend aus, der Streik dauert bis Mitternacht.
  • Betroffen sind SWU mobil und SWU Verkehr; auch Solidaritätsstreik der Fahrerinnen und Fahrer.
  • Verdi fordert 13 % Fahrdienstzulage, 5 % Nahverkehrszuschlag und 10 Euro Lehrfahrerzulage.
  • SWU warnt online vor Ausfällen und empfiehlt die Echtzeitauskunft unter echtzeit.swu.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gewerkschaft Verdi macht weiter Druck auf die Arbeitgeber. Im öffentlichen Nahverkehr in Ulm und Neu-Ulm gibt es am Samstag daher erneut massive Ausfälle. Die Gewerkschaft Verdi teilte am Freitagabend mit, sie habe wieder zu einem Warnstreik bei der SWU mobil in Ulm aufgerufen. Es sei zu erwarten, dass Busse und Bahnen am Samstag in der Stadt und der Umgebung weitestgehend ausfielen. Der Warnstreik sei bis Mitternacht angesetzt. Auch die Fahrerinnen und Fahrer der SWU Verkehr seien erneut zum Solidaritätsstreik aufgerufen.

Echtzeitauskunft der SWU zeigt Ausfälle

Wer am Samstag in Ulm oder Neu-Ulm mit dem öffentlichen Nahverkehr fahren möchte, der wird vermutlich sehr lange an der Haltestelle warten. Im abgebildeten Einsatzgebiet der ÖPNV-Fahrzeuge der SWU sind aktuell (Stand 8 Uhr) zwischen Mähringen und Dellmensingen nur acht Busse unterwegs.

Die SWU haben online eine aktuelle Störungsmeldung veröffentlicht: „Heute Warnstreik der Gewerkschaft ver.di bei SWU mobil und SWU Verkehr. Es kommt zu erheblichen Fahrtausfällen. Bitte echtzeit.swu.de nutzen.“

Zudem sollten Fahrgäste die Anzeigetafeln direkt an den Haltestellen beachten, teilt SWU-Pressesprecher Sebastian Koch mit.

Auch SWU-Pressesprecher Sebastian Koch meldet sich zum Warnstreik und teilt mit, dass es aufgrund des Streikaufrufs der Gewerkschaft ver.di „am Samstag von Betriebsbeginn bis Betriebsende zu erheblichen Einschränkungen auf den SWU-Linien kommt.“ Betroffen seien alle Mitarbeitenden der SWU mobil GmbH, die zum Großteil das Fahrpersonal für den ÖPNV stelle. „Subunternehmer hingegen sind von dem Streik nicht betroffen.“, so Koch.

Welche Busse fahren heute normal in Ulm?

Doch es gibt auch Linien, die nicht vom aktuellen ÖPNV-Warnstreik betroffen sind. Die folgenden Linien fahren normal:

  • 6,
  • 8,
  • 9,
  • 10,
  • 12
  • und 13.

Alle anderen Linien sind derzeit stark eingeschränkt. Für die vielen Zuschauer, die heute den SSV Ulm 1846 Fußball Live im Donaustadion bei seinem vielleicht vorerst letzten Spiel als Drittligist anfeuern, heißt das aber: Umsteigen auf alternative Fortbewegungsmittel oder einfach zu Fuß gehen. Zumindest spielt das Wetter dafür mit.

Mehr als 230 Betroffene bei SWU und Tochter Mobil

Die Gewerkschaft fordert in der laufenden Tarifrunde eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, fünf Prozent Nahverkehrszuschlag sowie eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro. Betroffen von den Verhandlungen sind 173 Beschäftigte bei der SWU mobil, einer hundertprozentigen Tochter der kommunalen Stadtwerke Ulm, sowie 60 Beschäftigte bei der SWU Verkehr.

Friederike DeCoite, ver.di Verhandlungsführerin: „Wir bedauern sehr, dass der Konzern uns zwingt, inzwischen auch so kurzfristig zum Warnstreik aufzurufen. Das Unternehmen besteht darauf, Einkommensunterschiede von bis zu 18 Prozent für die Zukunft festzuschreiben. Mit dem aktuellen Angebot wird noch nicht einmal die jetzige und prognostizierte Inflation kompensiert. Das hat massive Empörung in der Belegschaft ausgelöst.“