Nach Vogelgrippe-Ausbruch: Wochenmarkt-Kollegen sammeln Spenden für Geflügelhof Kaiser

Friederike Klatt hat eine Grußbotschaft an Familie Kaiser abgegeben. Bauer Wolfgang Gölz hat einen Spendenstand für seine Wochenmarkt-Nachbarn organisiert, die derzeit wegen eines Vogelgrippeausfalls nicht auf dem Markt vertreten sind.
Kerstin Auernhammer- Auf einem Geflügelhof im Alb-Donau-Kreis wurde am 21. Oktober die Vogelgrippe nachgewiesen.
- Rund 15.000 Tiere mussten getötet und der gesamte Betrieb gesperrt werden.
- Der Stand der Familie Kaiser auf dem Ulmer Markt bleibt leer, Flyer bitten um Spenden.
- Eine Ertragsausfallversicherung besteht, dennoch bleiben finanzielle Sorgen groß.
- Persönliche Nachrichten und Spenden können über eine bereitgestellte Box hinterlassen werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit zweieinhalb Wochen klafft eine Lücke in den Ständen des Ulmer Wochenmarkts: Vor der Münsterbauhütte, wo sonst Familie Kaiser aus Öllingen (Alb-Donau-Kreis) Hühner, Enten, Gänse und Eier verkauft, herrscht gähnende Leere. Am 21. Oktober war auf dem Geflügelhof der Familie die Vogelgrippe nachgewiesen worden. Rund 15.000 Tiere mussten getötet werden. Vom einen auf den anderen Tag brach dem Betrieb die Grundlage weg. .„Wir haben kein Tier mehr auf dem Hof“, sagte ein Familienmitglied der SÜDWEST PRESSE.
Leerer Stand auf dem Ulmer Markt
Die Anteilnahme ist nach wie vor groß, sowohl von Marktkollegen als auch von Stammkunden. Sie haben sich nun zusammengetan, um Spenden für den Familienbetrieb zu sammeln. Statt Hähnchen und Eiern fand sich am Samstag (08.11.2025) ein kleiner Stand dort, wo sonst der Verkaufswagen der Kaisers steht. Er bestand aus einem Tisch mit zwei roten Kisten und einem Aufsteller davor. Die Familie Kaiser bedankt sich auf dem Schild für die große Anteilnahme an ihrem Schicksal. In den Kisten liegen Flyer und Stifte. Wer will, kann den Kaisers hier eine Botschaft hinterlassen. Auf den Flyern ist die Bankverbindung eines Spendenkontos aufgeführt.
Große Anteilnahme von Kollegen und Kunden
Initiiert hat die Aktion unter anderem Wolfgang Gölz. Der Landwirt aus Ehingen ist seit vielen Jahren Standnachbar der Kaisers und mit ihnen befreundet. „Viele Kunden hatten mich in den vergangenen Wochen angesprochen und auch von Seiten der Marktbeschicker war der Wunsch da, den Kaisers zu helfen.“ Zusammen mit einem Stammkunden wurde Gölz aktiv, ein Konto wurde eingerichtet, auf dem nun Geld gesammelt wird.

Kein Geflügel, keine Eier – stattdessen liegen Spendenzettel aus.
Kerstin Auernhammer„Das hat sie schon schwer getroffen“
Denn auch wenn mittlerweile klar ist, dass die Versicherung der Kaisers zahlen wird, „das reicht ja hinten und vorne nicht“, sagt Gölz. Er steht mit der Familie in Kontakt. „Das hat sie schon schwer getroffen. Besonders bitte ist ja, dass es gerade ihre artgerechte Haltung war, die ausschlaggebend für den Ausbruch war“, erklärt der Landwirt. „Wenn Geflügel in großen Hallen gehalten wird, ist das Risiko für eine Übertragung des Virus deutlich geringer als bei einer Haltung mit Auslauf im Freien.“
Die Anteilnahme ist groß. Immer wieder bleiben Besucher stehen, lesen das Schild, nehmen einen Stift zur Hand und hinterlassen eine Botschaft für die beliebte Marktfamilie aus Ölllingen. So auch Friederike Klatt. „Das ist schon schlimm, wenn man sich vorstellt, dass von einem auf den anderen Tag die Lebensgrundlage wegbricht.“ Sie sei seit vielen Jahren Stammkundin auf dem Bauernmarkt, lege Wert auf regionale und nachhaltige Lebensmittel. „Ich hoffe, dass die Kaisers bald wieder kommen können.“

Eine Box mit den Infos für Spenden an die Familie Kaiser.
Kerstin AuernhammerGeflügelhof Kaiser kommt dieses Jahr nicht wieder
Dieses Jahr zumindest wird das nicht der Fall sein. Das teilt die Familie auf dem Schild neben dem Stand mit. Stattdessen werden die Besucher noch eine Zeit lang den Spendenstand neben dem Verkaufswagen von Bauer Gölz finden. „Wir werden ihn noch ein paar Wochen aufbauen“, sagt der Landwirt. „Damit jeder Kunde, der es möchte, den Kaisers eine Botschaft zukommen lassen kann. Und natürlich, um weiter Spenden zu sammeln.“
Auf dem Hof dürfen mindestens 63 Tage lang keine Tiere mehr gehalten werden. Eine Sperrzone wurde eingerichtet und betraf damit auch andere Betriebe im Alb-Donau-Kreis.
