Karitative Arbeit in der Region: Soziale Einrichtungen bauen auf Unterstützung von der Aktion 100 000

Auch die Bahnhofsmission Ulm, auf dem Foto helfen Ehrenamtliche einer blinden Frau in den Zug, hat eine Finanzspritze bei der Aktion 100 000 beantragt. Mit dem Geld soll die Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr gesichert werden.
Matthias Kessler- Aktion 100 000 unterstützt soziale Projekte in Ulm – Fokus auf Jugendhilfe und Behinderung.
- Die Bahnhofsmission Ulm beantragt Förderung für ein Freiwilliges Soziales Jahr und den Umbau.
- „Andere Baustelle“ unterstützt Jugendliche bei Berufsstart – sieben von zehn erreichen Abschluss.
- Das Aufschnaufhaus bietet Entlastung für Familien mit behinderten Kindern – Bedarf an Spezialbetten.
- Spenden mit Stichwort „Sozialprojekt“ unterstützen gezielt Projekte, z. B. Bahnhofsmission.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die „Andere Baustelle“ in der Schillerstraße in Ulm ist seit mehr als 40 Jahren als Einrichtung der Jugendberufshilfe aktiv. Sie begleitet Jugendliche, die wegen vielfältiger Herausforderungen von der klassischen Bildungs- und Berufsstruktur abgekoppelt sind. „Unsere Arbeit setzt genau dort an: Wir identifizieren und fördern die Ressourcen und Potenzial der jungen Menschen, unterstützen sie in Krisenphasen und bringen sie zurück in eine Perspektive“, heißt es im Begleitschreiben des Antrags auf Förderung. In 2025 hätten sieben von zehn Teilnehmenden ihren Hauptschulabschluss geschafft.
Für das kommende Jahr hofft die Andere Baustelle auf finanzielle Unterstützung, damit die Werkstätten, Beratungsangebote und Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche aufrechterhalten und weiter ausgebaut werden können. Unter dem Motto „ehs – erreichen, halten stärken“ werden junge Ulmerinnen und Ulmer zwischen 13 und 27 Jahren gefördert, die zum Beispiel ihre Ausbildung abgebrochen haben, eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft suchen und sich in Berufen erproben wollen. Egal, ob sie als berufliches Ziel haben, mit Holz zu arbeiten oder nicht: Der Erprobungsraum Werkstatt bietet ein zielgerichtetes Coaching in einem realistischen Betriebsumfeld. Die jungen Leute bekommen wöchentlich ein sozialpädagogisches Feedback zu den Fähigkeiten und Fortschritten. Wer will, kann auch externe Praktika absolvieren.
Der sozialpädagogische Part wird von einer Diplompädagogin übernommen, für den berufsqualifizierenden Teil sind Schreiner zuständig. Sie reflektieren wöchentlich die Entwicklungsschritte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
„Aufschnaufhaus“ für Menschen mit Behinderung
Das Aufschnaufhaus in Ulm-Jungingen liegt am Stadtrand von Ulm, wenige Minuten von Feld und Wald in unmittelbarer Nähe zur Werkstatt der Lebenshilfe. Im Aufschnaufhaus werden Kinder und junge Menschen mit Behinderung kurzzeitig (bis zu 42-56 Tage im Jahr) aufgenommen. Das Haus hat eine familienähnliche Struktur. Ziel des Kurzzeitaufenthaltes ist eine Entlastung der Angehörigen. Das so ermöglichte „Aufschnaufen“ soll Familien unterstützen. Weil Sicherheit an vorderster Stelle steht und für einige ältere elektrisch gesteuerte Spezialbetten keine Ersatzteile mehr zu haben sind, hofft das Aufschnaufhaus auf eine Finanzspritze. Auch Geld für Ferienhelferinnen und -helfer, die die Gäste bei Ausflügen unterstützen, werde wieder gebraucht.
Bahnhofsmission hilft auch bei Sucht und Obdachlosigkeit
Seit Juli 2024 ist die Bahnhofsmission Ulm wegen Umbauarbeiten des Hauptbahnhofes in zwei Containern untergebracht. Auf nur 36 Quadratmetern sei die Arbeit eine tägliche Herausforderung für alle Beteiligten, schreibt Sebastian Lindner, der Leiter der Bahnhofsmission Ulm.
Gerade in der Umbauphase wolle die Bahnhofsmission für Reisende aus und nach Ulm weiterhin vor Ort sein. „Auch telefonisch ist die Bahnhofsmission Ulm das einzige öffentlich erreichbare Telefon am Bahnhof für Reisende“, erklärt Lindner.
Die Bahnhofsmission unterstützt Reisende und Menschen in akuten Nöten, wenn sie hungrig, durstig, bestohlen, verletzt, schwach oder krank sind. Aber auch bei existenziellen Problemen wie Wohnungslosigkeit, Sucht und Verarmung hilft sie.
Die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission informieren sich kontinuierlich bei der DB. Um Müttern mit Kinderwagen und Menschen mit körperlichen Einschränkungen beim Einsteigen in den Zug helfen zu können, beobachten die Mitarbeitenden den Reiseverkehr vor Ort oder digital und haben die neuralgischen Punkte (Aufzüge, Treppen, Engstellen) am Hauptbahnhof im Blick.
Lindner legt großen Wert darauf, möglichst vielen jungen Menschen, die Interesse an sozialer Arbeit und am Hauptbahnhof haben, ein Praktikum anbieten zu können. Die Bahnhofsmission erfreue sich in Ulm und Umgebung großer Beliebtheit als Praktikumsstelle, aber auch als Einsatzort für junge Menschen mit Arbeitsauflagen. Allein 2025 hätten sich 22 Praktikantinnen und Praktikanten jeweils mindestens eine Woche einen Einblick verschafft. Mithilfe der Aktion 100 000 kann seit einigen Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Bahnhofsmission finanziert werden. Damit dies so weitergeht, beantragt Lindner einen Zuschuss von der Aktion 100 000.
Gezielt Sozialprojekte fördern
Wer soziale Institutionen wie zum Beispiel die im Artikel genannten unterstützen möchte, vermerkt auf seiner Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Sozialprojekt“.
Spendenkonten:
Sparkasse Ulm: IBAN: DE4763 0500 0000 0010 0003; BIC: SOLADES1ULM
Volksbank Ulm-Biberach: IBAN: DE7963 0901 0000 0236 4018; BIC: ULMVDE66XXX
Kontoinhaber: SÜDWEST PRESSE-Aktion 100 000 und Ulmer helft e.V.


