Hitze und Trockenheit
: Landratsamt appelliert: „Verzichten Sie auf Wasserentnahme aus Flüssen“

Die Wasserstände einiger Flüsse und Seen im Alb-Donau-Kreis sinken kontinuierlich. Eine Entnahme ist noch nicht verboten, dennoch sollen Bevölkerung, Landwirtschaft und Vereine sparsam Wasser daraus entnehmen.
Von
Amelie Schröer
Ulm
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Ein Rasen in einem Garten wird mit Wasser gesprengt. (zu dpa "Umweltministerin Schulze für «neue Regeln» zur Verteilung von Wasser") +++ dpa-Bildfunk +++

Den Rasen sprengen mit Wasser aus Flüssen und Seen? Das Landratsamt Alb-Donau-Kreis bittet, das sein zu lassen.

dpa
  • Landratsamt Alb-Donau-Kreis bittet um Verzicht auf Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen.
  • Wasserstände in Donau-Abfluss, Stehenbach und Großer Lauter liegen unter niedrigen Mittelwerten.
  • Beispiele: Große Lauter bei Lauterach 48 cm statt 56 cm, Ach in Blaubeuren 24 cm, Stehenbach 25 cm.
  • Folgen sind wärmere Gewässer und weniger Sauerstoff – Fische und Kleintiere leiden.
  • Hinweis des Amts: Entnahmeverbot wie im vergangenen Sommer ist möglich, falls sich Lage zuspitzt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Temperaturen von teils über 30 Grad, viel Sonnenschein und gleichzeitig von Regen keine Spur: Der diesjährige Mai hat in dieser Woche bereits einen Temperaturrekord erzielt. Roland Roth von der Wetterwarte Süd bezeichnete die Wetterlage kürzlich als „sehr außergewöhnlich“. Was vor allem Familien in den Pfingstferien freut, ist für die Natur ein Problem, denn die Wasserstände in mehreren Gewässern sinken aktuell teils deutlich. Das teilt das Landratsamt Alb-Donau-Kreis mit und ruft Bevölkerung sowie Landwirtschaft, Sport- und Gartenbauvereine dazu auf, auf Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen zu verzichten und möglichst sparsam mit dem Wasser umzugehen.

Der Wasserstand des Abflusses der Donau, des Stehenbachs in Unterstadion und der Großen Lauter in Lauterach steht laut Landratsamt unter dem Mittelwert der niedrigsten jährlichen Wasserstände (Stand: 27. Mai). So wird der Wasserpegel der Großen Lauter bei Lauterach vom Niedrigwasser-Informationszentrum des Landes derzeit als sehr niedrig eingestuft. Am Freitagnachmittag wurde am dortigen Messpunkt eine Wassertiefe von rund 48 Zentimetern gemessen. Zum Vergleich: Am 19. Mai lag der Wert noch bei 56 Zentimetern.

Niedrigwasser mit Auswirkungen für Tiere

Der Wasserstand des Stehenbachs bei Unterstadion lag am Freitag zwischenzeitlich bei 25 Zentimetern, vor rund anderthalb Wochen lag er noch bei rund 30 Zentimetern. Auch der Wasserpegel der Ach in Blaubeuren sinkt kontinuierlich von fast 30 Zentimetern am 19. Mai auf inzwischen 24 Zentimeter.

„Die anhaltend niedrigen Wasserstände haben unmittelbare Auswirkungen auf die ökologischen Verhältnisse in den Gewässern“, so das Landratsamt. Demnach erwärmen sich dadurch Bäche und Flüsse schneller, während gleichzeitig der Sauerstoffgehalt sinke. Das wiederum habe Einfluss auf Fische, Kleinlebewesen und andere Wasserorganismen, deren Lebensqualität sich verschlechtere.

Entnahmeverbot droht

„Jede und jeder kann aktiv dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht in den Fließgewässern zu erhalten und die Tiere und Organismen in der angespannten Niedrigwassersituation zu entlasten, indem er auf eine Wasserentnahme verzichtet“, so das Landratsamt. Eine zusätzliche Wasserentnahme würde die bereits schwierige Situation der Flüsse und Bäche und der darin lebenden Tiere verschärfen.

Im vergangenen Sommer gab es bereits ein Entnahmeverbot zum Schutz der Gewässer, das vom Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz auferlegt wurde. „Sollte sich die aktuelle Situation weiter zuspitzen, ist deshalb erneut damit zu rechnen“, teilt das Landratsamt weiter mit.