Flamingo in Ulm: Rosa Vogel chillt vor Münsterkulisse am Donauufer

Farbklecks vor Münsterkulisse: Am 21. Dezember entdeckte eine Passantin einen Flamingo am Neu-Ulmer Donau-Ufer.
Privat/Collage: SWP- Flamingo im Dezember 2025 am Donauufer in Ulm entdeckt – ungewöhnlicher Anblick.
- Das Tier wurde zuvor in Ermingen und am Pfuhler See gesichtet.
- Experte berichtet: Flamingo lebt seit Jahren in den Donauauen, überlebt auch widrige Bedingungen.
- 2023 wurden Flamingos in Leipheim und Elchingen beobachtet, ein geschwächtes Tier am Titisee gerettet.
- Flamingos brüten seit Jahrzehnten im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn nahe der niederländischen Grenze.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Flamingo in Ermingen? Dieser ungewöhnliche Anblick sorgte am Sonntagmorgen für Aufsehen. Ein Autofahrer hatte den Vogel entdeckt und Polizei und Feuerwehr alarmiert. Nachdem Experten befragt wurden, rückten die Einsatzkräfte wieder ab, denn das Tier sei durchaus in der Lage, in freier Wildbahn zu überleben.
Den Flamingo zog es dann augenscheinlich weiter. Denn später am Tag wurde er von einer Passantin am Neu-Ulmer Donauufer entdeckt – und fotografiert. Vermutlich von vielen. Auf jeden Fall aber von Markus Fenkl. „Meine Frau ist vorbeigeradelt und hat den Vogel entdeckt“, erzählt er. Eigentlich ein Zufall, denn der Flamingo war von der Mauer gegen Hochwasser vom Ufer aus zunächst gar nicht zu sehen. Weil das Ehepaar ornithologisch bewandert ist und Vögel liebt, hat Maria Baur-Fenkl ihren Mann angerufen und von ihrer Entdeckung berichtet. Der Pensionär, wie er sich nennt, hat dann nicht nur schöne Fotos geschossen - „der rosa leuchtende Vogel ist im Nebel ja ein spektakulärer Anblick“ - er hat sich auch gleich noch bei einem Vereinskollegen fundierte Infos Flamingos im Allgemeinen geholt.
Der Vogel ist gesellschaftsfähig
Denn Fenkl ist Mitglied beim Landesverband Vogel- und Naturschutz (LBV) im Kreis. Dessen Vorsitzender Ralf Schreiber ist von Berufs wegen Biologe und hat eine Ahnung, wie die Tiere leben, was sie brauchen. Zunächst widmet er sich dem Sozialleben des Vogels: „Biologisch betrachtet, also im Sinne der Fortpflanzung, ist es nicht so gut, dass der Flamingo allein ist.“ Abgesehen davon sei das Single-Dasein aber kein Problem. Sollte es derselbe Flamingo sein, der zumindest seit zwei Jahren in der weitläufigen Region bis ins bayerische Lauingen zu sehen sei, so weiß Schreiber: „Der hat sich auch gern zwischen andere Wasservögel gesetzt.“ Gesellschaftsfähig ist der Vogel also.
Essenstechnisch braucht das Tier Kleintiere, die es auf dem Grund der Gewässer sucht. Womit man ganz schnell bei der viel gehörten These ist: „Der Flamingo ist rosa, weil er rosa Krebse frisst.“ Die gibt es in den hiesigen Gefilden nicht. Aber: „Der Flamingo bleibt trotzdem rosa. Nur leuchtet sein Gefieder eventuell nicht mehr so stark“, weiß der Biologe. Man könne außerdem davon ausgehen, dass er sich schon an die Bedingungen angepasst habe und sicher auch mal im Hühnerhof Körner pickte.
Auch was die Kälte betrifft, so sei der Flamingo gut dafür ausgerüstet. „Es ist ja ein Wasservogel, der bekommt keine kalten Füße.“ Die Winter seien ja auch nicht mehr so kalt, dass er etwa festfrieren könnte. Schreiber geht davon aus, dass der Vogel irgendwann irgendwo ausgebüxt ist. Er könne ja fliegen, deshalb müsse es nicht in der Nähe gewesen sein. Leute sei er offensichtlich gewohnt. Schreibers Fazit: Dem Flamingo geht es sicher gut, aber „schräg ist es schon, dass er hier lebt“.
Immer wieder war ein Flamingo in der Region zu sehen
Auch Schreibers Kollege aus Günzburg kennt den rosa Vogel: „Der Flamingo ist schon seit Jahren in den Donauauen aktiv“, berichtet Marcus Reichel vom Landesbund für Vogelschutz von der Ortsgruppe Günzburg. „Ich konnte ihn innerhalb der letzten drei Jahre im Raum Günzburg oftmals beobachten. Es geht ihm gut und er überlebt selbst unter widrigsten Bedingungen.“ Deshalb müsse man sich auch keine Sorgen um das Tier machen. Beide Experten raten ausdrücklich davon ab, den Vogel zu füttern. Auch den Tierschutz sowie Polizei und Feuerwehr müssten nicht gerufen werden. Am besten ist: das Tier in Ruhe lassen.
Flamingos leben in Afrika, Asien, Amerika und auch in Südeuropa. In den vergangenen Jahren sind sie allerdings auch immer wieder in Deutschland gesichtet worden. In Leipheim und Elchingen wurde 2023 ein Flamingo beobachtet. Im September 2025 wurde ein geschwächtes Tier am Titisee entdeckt. Es wurde eingefangen, aufgepäppelt und wieder frei gelassen.
Eine kleine Flamingo-Kolonie gibt es aber auch: im Münsterland. Schon seit einigen Jahrzehnten brüten dort etliche Flamingos im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn an der niederländischen Grenze.
Empfehlungen aus der Redaktion
Besuchen Sie unsere Themenseite und finden Sie dort weitere spannende Hintergrundgeschichten und Empfehlungen aus der Redaktion.
Ihr findet uns auch auf Instagram!








