Familie berichtet von Brand
: „Es ist schon traurig, wenn in einer Sekunde alles weg ist“

Ein Brand kurz vor Weihnachten bringt Eltern mit zwei kleinen Kindern um ihr Hab und Gut. Sie brauchen dringend Möbel, auch für die Übergangswohnung. Die Aktion 100 000 startet einen Spendenaufruf.
Von
Barbara Hinzpeter
Ulm
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Die Übergangswohnung von Familie M.  ist spartanisch ausgestattet.

Die Übergangswohnung von Familie M. ist spartanisch ausgestattet. Es fehlt zum Beispiel ein Esstisch sowie Stühle.

Barbara Hinzpeter
  • Ein Brand zerstörte kurz vor Weihnachten die Wohnung einer Familie in Ulm.
  • Eltern und zwei Kinder benötigen dringend Möbel für ihre Übergangswohnung.
  • Die Familie hat keine Hausratversicherung und braucht Unterstützung für den Neustart.
  • Spendenaufruf: Dringend benötigt werden Esstisch, Stühle, Sofa und Schrank.
  • Spendenkonten bei Volksbank, Sparkasse und BW-Bank eingerichtet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie saß mit den beiden Kindern beim Abendessen, als es plötzlich vor dem Balkonfenster hell wurde, sagt Elham M. (alle Namen geändert). Ihr fünfjähriger Sohn erzählt: „Ich hatte gerade meinen Teller mit Suppe leergegessen, als das Feuer kam.“ Die Mutter reagierte sofort, schnappte den Kleinen und seine sieben Jahre alte Schwester und rannte mit ihnen aus dem Haus.

Dann habe sie gleich die Polizei angerufen, Augenzeugen verständigten die Feuerwehr. Die Polizei wisse bis heute nicht genau, weshalb das Feuer auf dem Balkon des Hochhauses ausbrach, sondern spreche von „unklarer Ursache“, berichtet Janyar M. Auf jeden Fall sei der Funke von außen gekommen und habe das im Freien stehende Ledersofa in Brand gesetzt. Es könnte ein Böller oder eine Zigarettenkippe gewesen sein, so der 28-Jährige.

Wohnung völlig verwüstet

Der Familienvater ist Busfahrer und war bei der Arbeit, als ihn seine Frau vom Geschehen benachrichtigte. Er ließ sich von einem Kollegen ablösen, denn er konnte sich wegen der Sorgen um seine Familie nicht mehr aufs Fahren konzentrieren. Er eilte nach Hause und war froh, seine Kinder und seine Frau unverletzt vorzufinden. „Wir durften uns in einem Feuerwehrbus aufwärmen“, erinnert sich der Fünfjährige. Seine Mutter zeigt ein Video und Fotos von der völlig verwüsteten Wohnung. Möbel und ein Großteil der Kleidung konnten nur noch entsorgt werden. Ruß und Löschwasser haben alles zerstört, was sich die Familie in den vergangenen Jahren anschaffen konnte.

Renovierung dauert mehrere Monate

„Wir mussten den Müll selbst ausräumen“, sagt Janyar M. Er ist sehr dankbar für die Hilfe einer Kita-Erzieherin, welche die Familie dabei unterstützte und ihr einen Anhänger besorgte. Die erste Nacht nach dem Brand konnten Eltern und Kinder bei Verwandten schlafen. Die UWS, der das Haus gehört, stellte ihnen eine unmöblierte Ersatzwohnung zur Verfügung, bis die alte renoviert ist. Das werde wohl ein halbes Jahr dauern, schätzt Janyar M.

Eine Hausratversicherung habe die Familie nicht gehabt. Die Ersatzwohnung ist inzwischen mit Betten ausgestattet, auch ein Herd ist vorhanden. Dank der derzeitigen Kälte können Lebensmittel momentan noch draußen gekühlt werden. Dringend benötigt werden ein Esstisch und Stühle. Auch ein Sofa und ein kleiner Schrank wären willkommen. „Viel Platz haben wir nicht“, betont Janyar M.

„Das Wichtigste ist, dass die Kinder gesund sind“

Er hat sich in den Weihnachtsferien ein paar Tage Urlaub genommen, damit die Familie etwas unternehmen kann. Denn die Kinder langweilten sich schrecklich ohne ihre Spielsachen und ohne Fernseher. „Es ist schon traurig, wenn in einer Sekunde alles weg ist, was man sich erarbeitet hat“, meint Elham M. und betont: „Aber das Wichtigste ist, dass die Kinder gesund sind.“ Beide sind in Deutschland geboren. Die Eltern sind Kurden, sie flüchteten aus Syrien. Janyar M. kam vor neun Jahren nach Deutschland, nahm alle möglichen Jobs an – im Lager, als Reinigungskraft und in der Landwirtschaft. Er spricht sehr gut Deutsch und machte den Bus-Führerschein.

Auch seine Ehefrau hat eifrig die Sprache gelernt, möchte sie weiter verbessern und eine Ausbildung machen. Der Bürgerkrieg in Syrien habe sie daran gehindert, den Schulabschluss zu machen und einen Beruf zu erlernen. Auch nach dem Sturz des Assad-Regimes sehen die Kurden keine Möglichkeit, nach Syrien zurückzukehren. Im Gegenteil, ihre Familie in Kobane an der Grenze zur Türkei lebe täglich in Angst vor einem Krieg, sagt die junge Mutter. „Es ist zwar, als würden wir hier nach dem Feuer bei null anfangen. Aber wir haben gelernt, in Deutschland zu leben und können darauf aufbauen“, ergänzt ihr Ehemann.

Direkte Hilfe für Familie M.

Wer Familie M. gezielt unter die Arme greifen will, vermerkt auf der Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Familie M. “.

Die Spendenkonten sind:

Bei der Volksbank Ulm-Biberach: IBAN DE79 6309 0100 0002 3640 18

Bei der Sparkasse Ulm: DE47 6305 0000 0000 1000 03

Bei der BW-Bank: DE05 6005 0101 7439 5013 93