Debakel bei der Kanzlerwahl: So reagiert das Netz auf Friedrich Merz' Stolperstart

Netzreaktionen zum Stolperstart von Friedrich Merz
Kay Nietfeld/dpa, Montage: swp- Friedrich Merz startete als Bundeskanzler mit einer historischen Niederlage.
- Er benötigte zwei Wahlgänge, um gewählt zu werden.
- Die Reaktionen in sozialen Medien reichten von Häme bis Unterstützung.
- Einige User kritisierten Merz und die Abweichler; andere zeigten Verständnis.
- Lob und Hoffnung für Merz gab es ebenfalls.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der holprige Start von Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Dienstag (06.05.2025) viele Menschen bewegt. Die Nachricht, die Hintergründe und Analysen beherrschten den Tag. Auch in den Sozialen Medien wurde heftig diskutiert, so auch unter den Beiträgen der SÜDWEST PRESSE. Die Bandbreite reichte von Häme über Mitleid, Genugtuung bis hin zu Rückenwind für den CDU-Politiker.
„Von mir hätte er auch keine Stimme bekommen“
Auf Facebook schrieb ein User lapidar: „Ein wunderbarer Tag! Keiner will ihn“. Ein anderer kann verstehen, warum 18 Abgeordnete aus den Reihen der Koalition ihm die Stimme verweigerten: „Von mir hätte er auch keine Stimme bekommen. Der geht nicht als Kanzler, hat schon vor der Wahl gelogen und dann mit der AfD etwas durchgesetzt. Das ist unlauter und lässt mich an seiner zukünftigen Arbeit und Ehrlichkeit zweifeln.“
Ein anderer verglich ihn mit der Märchenfigur Pinoccio, die beim Lügen eine lange Nase bekommt und schiebt ein hämisches Lachen hinterher: „Pinocchio hat es nicht geschafft .... haaaaha. Kommt davon, wenn man so derbe alle belügt.“ Andere kontern: „Wer hier lacht, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.“ Immerhin waren sich politische Beobachter einig, dass das Abstimmungsdebakel ein verheerendes Signal nach außen setzt.
Verständnis für die Abweichler
Viele Kommentarschreiber können die Abweichler verstehen und meinen, der Kanzler habe damit noch Glück gehabt: „Insgesamt noch eine sehr milde Quittung, wenn man bedenkt, wie viele Wahlversprechen direkt nach der Wahl ,verschwunden' sind - so ein Verhalten durch eine Stimme auch noch zu unterstützen, stelle ich mir äußerst schwer vor.“ Für einen weiteren auf Instagram ist Merz schlicht die falsche Personalie: „Seien wir doch mal ehrlich - es ist absolut absurd, dass die CDU Merz als Kanzlerkandidaten stellt. Das ist die Quittung.“ Er glaubt auch, dass das Scheitern im ersten Wahlgang eine grundsätzliche Entscheidung der Abweichler war und fordert: „Setzt euch für christliche und demokratische Werte ein, dann müsst ihr euch auch nicht wundern, dass peinliche Rekorde gebrochen werden.“
Zweifel, Kritik und Hass
Einige User scheinen auch misstrauisch, warum die meisten Abweichler im zweiten Wahlgang doch noch umschwenkten. Zwar sind die Namen und damit die Motive der betreffenden Abgeordneten nicht klar - schließlich ist die Wahl geheim - doch dass Merz bei der zweiten Abstimmung eine überaus deutliche Mehrheit bekam, können viele nicht verstehen. So wie dieser User: „Und innerhalb von ein paar Stunden ändern ein paar Leute aus der Politikerkaste ihre Meinung ... und wegen dieser Wendehälse wird der Merz Kanzler ... Bananenrepuplik (sic!)“
Mehrere Male fällt in Kommentaren das Wort „Kindergarten“. Einer fragt sich etwa, wie es sein kann, dass einige Abgeordnete ungültige Stimmen abgaben: „Da frag ich mich doch wirklich, was die im Bundestag zu suchen haben, wenn man nicht mal eine Ja / Nein Wahl hinbekommt. Wenn das absichtlich war, gehören sie rausgeschmissen, genauso wie die, die sich enthalten. Das ist der Bundestag, kein Kindergarten, da muss man eine Meinung haben oder die Meinung der Wählerschaft vertreten.“
Neben Hass erntet Merz in den Sozialen Medien aber auch warme Worte. „Der packt das trotzdem --- Alles Gute, Herr Merz“, schreibt etwa ein User auf Facebook. Ein anderer zitiert frühere CDU-Bundeskanzler: „Nun geht es an die Arbeit. ,Ja, wir schaffen das', eine ,blühende Landschaft' soll Deutschland werden! Wir können das, wenn wir alle zusammenhalten.“ Zur Erinnerung: „Wir schaffen das“ sagte Kanzlerin Angela Merkel 2015 angesichts der Flüchtlingskrise, die „blühenden Landschaften“ stammen aus dem Munde von Kanzler Helmut Kohl 1990 kurz nach der Wiedervereinigung.
„Was wir nicht brauchen, sind Nazis auf der Regierungsbank“
Es gibt also auch Reaktionen, die nach vorne blicken. Das tut auch dieser User - wenn auch mit einem Blick in den Rückspiegel: „Wir werden sehen, was die neue Regierung in den nächsten hoffentlich 4 Jahren für uns alle richtig und gut macht. Was wir nicht brauchen sind Nazis auf der Regierungsbank, das hatten wir schon mal und ging gründlich in die Hose.“









































An diesem Dienstag wird Friedrich Merz zum Bundeskanzler gewählt. Schon vor seinem Amtsantritt hat sein Ansehen Schaden genommen. Kann er das noch ausgleichen?