Brutale Attacke auf Polizist in Ulm
: Urteil ist gefallen: Diese Strafen haben die drei Angeklagten erhalten

Drei junge Männer mussten sich vor der 1. Großen Jugendkammer am Ulmer Landgericht verantworten. Der Vorwurf: eine brutale Attacke auf einen Polizisten. Nun ist das Urteil gefallen.
Von
Alexander Kern,
Nico Pannewitz
Ulm
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Drei jungen Männern wurde der versuchte Mord eines Polizisten in Ulm vorgeworfen. Das Landgericht Ulm hat nun sein Urteil gesprochen.

Stefan Puchner/dpa

Den drei 18, 24 und 25 Jahre alten Männern wurde vorgeworfen, in der Nacht auf den 8. Februar 2023 einen 25–jährigen Polizisten in der Ulmer Innenstadt am Kornhausplatz brutal zusammengeschlagen zu haben. Das Opfer war dadurch so schwer verletzt worden, dass es fast sein Leben verlor.

Nach einem langen Prozess mit vielen Terminen sprach das Ulmer Landgericht nun am Donnerstag, 03. August, das Urteil. Wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wurde der 25–Jährige zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, der 24–Jährige zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und der 18–Jährige zu einer Jugendstrafe von 6 Jahren verurteilt.

So hatten Staatsanwaltschaft und Verteidiger plädiert

Damit entsprach das Gericht in großen Teilen den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte beantragt, die drei Angeklagten jeweils wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen. Demnach sollte der 25–Jährige eine Freiheitsstrafe von elf Jahren, der 24–Jährige eine von zehn Jahren und der 18–Jährigen eine Jugendstrafe von sechs Jahren erhalten.

Auch der Vertreter des Polizisten, der im Prozess als Nebenkläger auftrat, hatte eine Verurteilung wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beantragt, jedoch keinen Antrag zum Strafmaß gestellt.

Die Anwälte der Angeklagten hatten hingegen lediglich für eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung plädiert. Demnach hätte der 25–Jährige eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten, der 24–Jährige eine von fünf Jahren und der 18–Jährige eine Jugendstrafe von zwei Jahren eventuell mit Bewährung erhalten sollen.

Attacke auf Polizisten zog weite Kreise

Die Attacke auf den Ulmer Polizisten hatte national für Schlagzeilen gesorgt und Erschütterung ausgelöst. So äußerten unter anderem der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch, seine Neu–Ulmer Amtskollegin Katrin Albsteiger sowie der Ulmer Polizeivizepräsident Josef Veser ihre Betroffenheit. „Bei manchen sind einfach die Leitplanken weg“, meinte Czisch zu der Brutalität der Attacke und kritisierte unter anderem auch soziale Medien für diese Entwicklung.

+++ Weitere Informationen zu dem Urteil gibt es demnächst auf swp.de +++