Beliebte Fotomotive in Ulm: Das sind die Top-Spots auf Instagram

Ulm hat einige Besonderheiten, die auf Instagram in Szene gesetzt werden.
Meinrad Edel, Lars Schwerdtfeger, Volkmar KönnekeAttraktionen wie das Ulmer Münster, historische und moderne Gebäude, Spazierwege an der Donau sowie Restaurants und Cafés ziehen jedes Jahr Touristen in die Universitätsstadt. 2023 wurden zum ersten Mal eine Million Übernachtungsgäste verzeichnet. Mit den Plänen von Ulm und Neu-Ulm sollen es noch mehr werden. Auf Instagram erzählen zahlreiche Fotos von den Besuchen in der Stadt. Wir haben die beliebtesten Foto-Spots von Ulmer Touristinnen und Touristen herausgesucht. Viele Orte bergen spannende Geschichten.
Das Ulmer Münster mit dem – noch – höchsten Kirchturm der Welt
Von oben, von unten, von nah, von weit weg – gerne von der Neutorbrücke aus –, von innen, im Detail und aus allen weiteren möglichen Perspektiven wird das beliebteste Motiv fotografiert. Es kann natürlich von nichts anderem die Rede sein als vom Ulmer Münster. Mehr als 200 Jahre wurde an ihm gebaut: von 1377 bis 1543 und weiter von 1844 bis 1890. Heute ist das Münster die größte evangelische Kirche in Deutschland und hat den größten Kirchturm der Welt – noch. Am Jesus-Turm der Sagrada Familia in Barcelona wird noch gebaut. Doch er wird mit 171,50 Metern Höhe das Ulmer Münster mit seinen 161,53 Metern überragen.
Unter dem Hashtag „Ulm“ finden sich zahlreiche Posts mit der gotischen Kirche in Vordergrund. Sowohl bei den Fotografen als auch der Community scheint das Motiv gut anzukommen. Eine Auswahl der Kommentare unter diversen Fotos: „Ein Träumchen“, Herzchen-Emoji, „Omg was für eine mega schöne ocation“ oder „ich muss auch mal wieder nach Ulm“.
Kleine Gassen im Fischer- und Gerberviertel
Auch wenn viele Menschen schon das Münster von Ulm überzeugt, trumpft die Stadt mit noch mehr schönen Stellen auf. Als Foto-Hotspot Nummer zwei sticht klar das Fischer- und Gerberviertel heraus. Dort lebten noch bis ins 19. Jahrhundert Schiffsleute, Gerber und Donaufischer. Ab dem 19. Jahrhundert verschwanden die traditionellen Handwerke, auch das Kleingewerbe trieb wenig Geld ein. Darum verschlechterte sich der Bauzustand des Viertels bis über den zweiten Weltkrieg hinweg. Erst 1970 begann ein Privatmann in dem Viertel zu sanieren und setzte einen Schub in Gang.
Die Fachwerkhäuser, die Blau und enge Gässchen haben es Ulms Besuchern angetan. Die Kommentare unter den Altstadt-Fotos übertreffen sich: „Bezaubernde Stadt“, schwärmt ein User, ein anderer schreibt: „Diese Landschaften sehen aus wie Filmkulissen. Wie ist es möglich, so einfach und schön zu sein?“. Die internationalen Follower jubeln „Maravillosa!! Bellísima!!“, „charming location“ und „que bonito, una noria de agua“.
Verzierungen am Ulmer Rathaus
Gern auf Fotos gesehen ist auch das Ulmer Rathaus. Der Ursprungsbau entstand im Jahr 1357 und diente zunächst als Kauf- und Warenhaus. Nach einer baulichen Erweiterung um den heutigen Ostflügel, dem Einzug des Niedergerichts und dem Ulmer Rat wird das Gebäude seit 1419 offiziell als Rathaus bezeichnet. Im 16. Jahrhundert beantragte der Rat den Stadtmaler Martin Schaffner mit der Fresken-Bemalung. Die Texte und Bilder handeln von religiösen und weltlichen Tugenden.
Die kunstvollen Bemalungen, filigranen Verzierungen und Figuren des Rathauses entzücken noch heute: „So ein schönes Häuschen“, „das ist ein echtes Schmuckstück“ ist auf Instagram zu lesen.
Ruhe entlang der Grabenhäusle
Ein selteneres Fundstück auf Instagram scheinen die Grabenhäusle zu sein. Sie wurden 1610 und 1633 in zwei Etappen für die Stadtsoldaten in Reihenbauweise auf die alte Stadtmauer gesetzt. So hatten die Soldaten Blick auf den zur Befestigung gehörenden Graben. So entstand der Name für die Häuser.
Ab und an mischen sich ein paar Bilder der aneinandergereihten Häuschen mit Giebeln auf dem Stadtmauerwall unter 1,8 Millionen Suchergebnisse in #Ulm. Ein junger italienischer Fotograf schrieb unter sein Bild: „All diese kleinen Reihenhäuser mit ihren kleinen Gärten gegenüber haben ein wunderbares Gefühl von Frieden und Gelassenheit vermittelt.“
Prachtvoller Bibliothekssaal im Kloster Wiblingen
Ein Fotomotiv für Insider, die Ulm sogar außerhalb der Innenstadt erkunden, ist der Bibliothekssaal im Kloster Wiblingen. Der geschwungene Raum ist im Stil des Rokokos gestaltet, mit reich geschmückten Figuren, einem großen Deckenfresko von Franz Martin Kuen und bunten Säulen. Entstanden ist die Bibliothek zwischen 1740 und 1750 und erstreckt sich über zwei Etagen. Eine Inschrift über dem Portal der Bibliothek verheißt, dass hier „alle Schätze der Weisheit und Wissenschaft“ versammelt seien.
Ein japanischer Instagram-Nutzer kürt das Schmuckstück auf seinem Profil zur „schönsten Bibliothek in Süddeutschland“. Auch eine Fotografin aus den Niederlanden beschreibt den Saal als „mit Sicherheit beeindruckendste Bibliothek, die ich je gesehen habe“.

