B10-Baustelle in Ulm
: Webcam dokumentiert Anheben der Brücke übers Blaubeurer Tor

Auf der B10-Baustelle in Ulm beginnen demnächst spektakuläre Arbeiten. Erst kommt eine Hydraulikpresse, dann wird das Blaubeurer Tor eingepackt. Nach diesen Vorbereitungen kommt die Brücke über dem Tor weg. Sehen kann man das auch online.
Von
Kerstin Auernhammer
Ulm
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Blaubeurer Ring, Blaubeurer Tor, B10

Noch schwebt die ehemalige Brücke über dem Blaubeurer Tor. Ende Juni soll das Festungswerk wieder frei stehen. Die spektakulären Arbeiten auf der Baustelle können online live verfolgt werden.

Siegfried Geyer
  • Ulm: Auf der B10-Baustelle beginnt das Freilegen des Blaubeurer Tors.
  • Ab dem 27. Mai hebt eine Hydraulikpresse die Brücke schrittweise an.
  • Das Tor wird eingepackt, damit es vor Schmutz und herabfallenden Teilen geschützt ist.
  • Mitte Juni zerlegt ein Liebherr-Großkran die Brücke in Segmente – Abtransport folgt.
  • Livestream startet am 27. Mai, Sprechstunde am 24. Juni am B10-Infopoint Mörikestraße 12.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem Riesenkran, der im Februar die Wallstraßenbrücke in Ulm zurückgebaut hat, rollt nun wieder schweres Gerät auf Ulms größter Baustelle an: eine Hydraulikpresse und ein weiterer Großkran. Sie sollen dabei helfen, das Blaubeurer Tor freizulegen. Es wird momentan noch vom Rest der Brücke bedeckt, die 1969 über dem historischen Bauwerk errichtet wurde.

Die Arbeiten beginnen mitten in den Pfingstferien, ab dem 27. Mai. Zunächst kommt nach Angaben der Stadt Ulm eine spezielle Hydraulikpresse. Sie wird zwischen den Stützen der Brücke aufgestellt und soll die Brücke Stück für Stück anheben. Und das unter ständiger Überwachung, damit sie nicht kippt oder vorzeitig auseinanderbröckelt.

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Blaubeurer Tor wird eingepackt

Dann folgt ein weiterer wichtiger Schritt: Das Blaubeurer Tor wird eingepackt. Denn das Festungsgebäude soll ja erhalten bleiben und künftig in neuem Glanz erstrahlen. Eine Verkleidung soll das Blaubeurer Tor vor Schmutz und herunterfallenden Teilen schützen.

  • Titel: Wintervergnügen beim Blaubeurer Tor. Holzstich nach einer Skizze von Wilhelm von Breitschwert, 1874. Farbversion aus "Ulma Ulm Ulmensis" von Albert Schmid. Säntis-Verlag, Lindau 1993.

    Ein Holzstich aus dem Jahr 1874 von Albert Schmid nach einer Skizze Wilhelm von Breitschwerts zeigt das einstige Wintervergnügen am Blaubeurer Tor. Schlittschuhlaufen war dort bis 1903 möglich, dann wurden die Gräben zugeschüttet.

    Archiv
  • Ulm, Kalender „Ulm gestern 1997“: alte Stadtansichten aus der Sammlung Christa Krompholz enthält der Kalender, das Titelblat ziert eine Ansicht des Blaubeurer Tores, aus der Zeit, als es noch als Tor diente

    Das Blaubeurer Tor auf einer Postkarte aus dem Jahr 1904.

    Sammlung Christa Kromholz
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Nach dem Zweiten Weltkrieg: das Tor im Jahr 1949. Auch ein Abriss wurde erörtert.

    Archiv
  • Ulm, Blaubeurer Tor, Zerfall: Im Jahr 1957 zeigte das Tor unerklärliche Zerfallserscheinungen. Obendrauf stehen Mitglieder des Gemeinderates, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Im Vordergrund Absperrungen und ein Umleitungsschild.

    Das Bild aus dem 1957 zeigt das Tor mit Zerfallserscheinungen. Erneut wurde damals diskutiert, ob das Bauwerk - trotz Denkmalschutz - für neue Verkehrswege komplett abgerissen werden sollte.

    Archiv
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Eine Idee nahm Gestalt an: ein Kreisel rund um das Tor sollte die Lösung sein - hier das Modell aus Gips und Holz aus dem Jahr 1960.

    Archiv
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Und dann rückten Ende 1960 die Bagger an, um den Kreisverkehr zu bauen.

    Unbekannt
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Ein Jahr später war der Ring geschlossen.

    Simon Resch
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Der Kreisverkehr war fortan Ulmer Verkehrsrealität. Er entwickelte sich zu einem Unfallschwerpunkt.

    Archiv
  • Ulm, Blaubeurer Tor: Blaubeurer Tor 1963, ehemaliges Stadttor, heute Mittelpunkt in einem Verkehrskreisel.

    Das Blaubeurer Tor 1963, herausgeputzt und angestrahlt in Mitte des Kreisverkehrs. Und noch ohne Brücke.

    Simon Resch
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Etwas verloren stand das Blaubeurer Tor fortan inmitten des Kreisels. Dieses Bild ist aus dem Jahr 1965.

    Simon Resch
  • Blaubeurer Tor, Bauwerk, Geschichte, Straße, historische Bilder

    Mit dem Kreisel war es aber nicht getan. So plante man Mitte der 1960er Jahre die Brücke über das Tor.

    Archiv
  • Brückenbauwerk über dem Blaubeurer Tor in Ulm um 1967: Brückenbauwerk über dem Blaubeurer Tor in Ulm um 1967 mein.swp.de

    1967 entstand die Brücke - und der alten Anlage wurde weiter zugesetzt.

    Simon Resch
  • Ulm, Wallstraßenbrücke, Verkehr: An der Wallstraßenbrücke (über dem Blaubeurer Tor) vereinigen sich die Bundesstraßen B10 und B28. Beachten: erschien am 22.07.1998 in der Rundschau

    Blech auf Beton: So nahmen ortsunkundige Autofahrer die Ulm-Durchfahrt in den folgenden Jahrzehnten wohl meist wahr - ohne etwas von dem historischen Bauwerk zu sehen, über das sie gerade fuhren.

    Maria Müssig
  • B10 führt über das Blaubeurer Tor: B10 führt über das Blaubeurer Tor

    Dieses Bild zeigt die Brutalität des Betons gegenüber den historischen Ziegeln.

    Volkmar Könneke
  • Die Brücke über das Blaubeurer Tor wird durch einen Tunnel ersetzt, zur gleichen Zeit wie die Wallstraßenbrücke.

Blaubeurer Ring  Ulm  B10

    Der Türme waren nur noch Kulisse für zehntausende Fahrzeuge pro Tag.

    Volkmar Könneke
  • B10 führt über das Blaubeurer Tor: B10 führt über das Blaubeurer Tor

    Das Blaubeurer Tor: wie ein sinnbefreiter Gruß aus der Vergangenheit.

    Volkmar Könneke
  • Blaubeurer Tor ana: Blaubeurer Tor Ulm

ana

    So sieht das Tor derzeit noch aus: um- und überfahren.

    Archiv
  • Großbaustellen an der B10: Gespräch mit Gerhard Fraidel Blaubeurer Tor: Großbaustellen an der B10: Gespräch mit Gerhard Fraidel
Blaubeurer Tor Harald Walter

    Das Blaubeurer Tor ist viel größer, als es die Türme erahnen lassen.

    Volkmar Könneke
  • Ulm Blaubeurer Tor

    Herbst 2025: Die Zukunft wird in Angriff genommen.

    Volkmar Könneke
  • Blaubeurer Tor: offizielle Vertragsunterzeichnung mit dem Baupartner für Wallstraßenbrücke und Blaubeurer Tor-Tunnel

    Optimismus: Die offizielle Vertragsunterzeichnung der Stadt mit dem Baupartner für Wallstraßenbrücke und Blaubeurer-Tor-Tunnel.

    Volkmar Könneke
  • Ein kleiner Park ist am bis dahin untertunnelten Blaubeurer Tor angedacht.⇥

Blaubeurer Tor mit Bäumen

    Eine Visualisierung, wie das Tor künftig aussehen könnte.

    (Visualisierung) Architekturbüro Sinai
  • Die Blaubeurer Straße würde künftig um zwei Meter angehoben links vom Blaubeurer Tor geschwungen Richtung Innenstadt geführt, der nur 200 Meter lange Tunnel verliefe im Halbkreis oberhalb des freigelegten Festungswerks. Links und rechts sieht man die Ein- und Ausfahrten.

    Ein Blick in die Zukunft, wie sich Stadtplaner eine Lösung vorstellen: ein befreites Blaubeurer Tor.

    Foto: asp Architekten/Stuttgart, Christoph Hoffmann, TREIBHAUS Landschaftsarchitektur/Hamburg.
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Dann folgt der dritte heikle Schritt: Ein weiterer Großkran von Liebherr (ein LR 1600/2, für alle Kran-Enthusiasten) rückt an. Die Brücke wird in einzelne Segmente zerlegt, und der Kran transportiert diese anschließend ab. Das wird aber erst Mitte Juni passieren, die Stadt gibt den Zeitplan derzeit vom 23.6. bis 26.6. an.

Ähnlich spektakulär war zuletzt der Rückbau der Wallstraßenbrücke ein Stück weiter nördlich gewesen. Damals hatte der XXL-Kran LR 11.000 bei der Demontage der Brückenteile geholfen und sich als Publikumsmagnet erwiesen.

Da die B10-Baustelle nach wie vor auf großes Interesse in der Bevölkerung stößt, wird es mit dem Start der Bauarbeiten am Blaubeurer Tor einen Livestream von der Stadt Ulm geben. Dieser startet am 27. Mai. Passend zu den spektakulären Bauarbeiten lädt die Stadt in der heißen Phase zu einer weiteren Baustellensprechstunde ein: Am 24. Juni können sich Interessierte am B10-Infopoint auf der Aussichtsplattform Mörikestraße 12 Infos aus erster Hand geben lassen.