Tübingen · Politik: „Zeit für Neues“: Martin Rosemann hört im Bundestag auf

Martin Rosemann.
Gernot Stegert„Es entsprach nie meiner Lebensplanung aus dem Bundestag in die Rente zu gehen“ schreibt Rosemann. Im kommenden Jahr werde er 49, „das erscheint mir ein guter Zeitpunkt zu sein, um beruflich noch einmal etwas Neues anzufangen.“ Zudem wünsche er sich mehr Zeit mit seiner Familie.
Der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete und Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales Martin Rosemann wird bei der Bundestagswahl im 2025 nicht mehr antreten. Das teilte er heute den SPD-Mitgliedern seines Wahlkreises in einem Schreiben mit, das auch dem TAGBLATT vorliegt.
Seine Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, betont er und hebt die Arbeit der Ampel-Koalition und von Bundeskanzler Olaf Scholz hervor, die „angesichts der Vielzahl internationaler Krisen weit erfolgreicher“ sei, als sie dargestellt werde. Gleichzeitig drückt er seinen Dank für die Unterstützung und Rückendeckung aus, die er innerhalb der Partei erhalten habe. Es sei „nicht selbstverständlich, wie viele sich gerade in diesen schwierigen Zeiten ehrenamtlich für die SPD engagieren und in den Wind stellen“, heißt es dort.
Rosemann ist seit seiner Wahl im Jahr 2013 Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Seit Beginn dieser Legislaturperiode ist er Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales und Mitglied im Fraktionsvorstand. Von 2018 bis 2022 war er Vorsitzender der baden-württembergischen SPD-Landesgruppe.
Der in Tübingen aufgewachsene Politiker war zur Bundestagswahl 2009 erstmals als Nachfolger von Herta Däubler-Gmelin als Bundestagskandidat im Wahlkreis Tübingen angetreten. Damals verpasste er aufgrund des bundesweit schlechten Ergebnisses der SPD den Einzugin den Bundestag. Dieser gelang ihm im Jahr 2013 von Platz 17 der Landesliste. 2017 wurde er von Platz 14, 2021 von Platz 4 wiedergewählt.
Der promovierte Volkswirt war vor seiner Wahl in den Bundestag im Bereich der angewandten Arbeitsmarkt- und Sozialforschung tätig. Zunächst beim Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW), später als Leiter des Berliner Büros des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG).
In seiner Zeit bei der SPD durchlief er Stationen als Landesvorsitzender der Jusos und Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Tübingen. Viele Jahre lang war er Mitglied des Präsidiums und Landesvorstands der SPD-Baden-Württemberg, von 2004 bis 2011 Mitglied des Tübinger Gemeinderats und dort ab 2007 Vorsitzender der SPD-Fraktion.