Partnerschaft zwischen Tübingen und Krementschuk
: „Nachricht über Verletzte und Tote entsetzt mich zutiefst“

Tübingens Bürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel stellte in Berlin die Zusammenarbeit mit Krementschuk vor. Zuvor hatte es einen schweren Angriff auf die ukrainische Partnerstadt gegeben.
Von
red
Tübingen
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Bürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel und Krementschuks Bürgermeister Vitalii Maletskyiim Gespräch mit Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und dem ukrainischenBotschafter Oleksij Serhijowytsch Makejew. Bild: Photothek

Die Tübinger Sozialbürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel (links) und Krementschuks Bürgermeister Vitalii Maletskyiim (rechts daneben) im Gespräch mit Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (von hinten in der Mitte) und dem ukrainischen Botschafter Oleksij Serhijowytsch Makejew (ganz rechts).

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  • Angriff auf Krementschuk am Dienstag, 6. Oktober: große Schäden, viele Verletzte, zwei Tote.
  • Tübingen stellt in Berlin die Solidaritätspartnerschaft vor – trotz aktueller Gewalt.
  • Schäfer-Vogel betont Solidarität und dankt Engagierten, die Projekte ermöglichen.
  • Seit 2023 bestehen enge Kontakte, Partnerschaftsurkunde im Mai 2024 unterschrieben.
  • Konkrete Hilfe: Solartechnik fürs Kinderkrankenhaus, Fahrzeuge, Generatoren und Warnsystem.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Krieg in der Ukraine dauert schon vier Jahre. Vier Jahre, in denen das Leben der Ukrainerinnen und Ukrainer von Gewalt geprägt ist. Seit 2023 unterstützt Tübingen das ukrainische Krementschuk in Form einer Solidaritätspartnerschaft. Am Dienstag, 6. Oktober, wurde die Stadt in der Zentralukraine so schlimm wie noch nie seit der bestehenden Partnerschaft angegriffen. Es gibt große Schäden an Wohnhäusern, viele Verletzte und zwei Tote.

Fast zeitgleich war vergangene Woche in Berlin die deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaftskonferenz. Auch Tübingens Sozialbürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel und Krementschuks Bürgermeister Vitalii Maletskyi waren vor Ort, wie die Stadt Tübingen in einer Pressemitteilung schreibt. Tübingen war ausgewählt worden, Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan die städtepartnerschaftliche Zusammenarbeit vorzustellen.

„Nachricht über Verletzte und Tote entsetzt mich zutiefst“

„Es ist schwer auszuhalten, dass wir hier in Berlin in Frieden über konkrete Unterstützungsangebote und eine verlässliche Zusammenarbeit sprechen können“, sagte Schäfer-Vogel, „während Menschen in unserer Partnerstadt Krementschuk erneut unmittelbar von der brutalen Gewalt des Krieges getroffen werden.“ Und weiter: „Die Nachricht über Verletzte und Tote entsetzt mich zutiefst. Dieser Angriff macht uns unmissverständlich klar, wie unverzichtbar unsere Solidarität ist. Wir stehen an der Seite der Menschen in Krementschuk und unterstützen dort, wo Hilfe gebraucht wird. Ich danke allen, die mit Engagement und Menschlichkeit diese Partnerschaft mit Leben füllen.“

Die partnerschaftlichen Kontakte zu Krementschuk wurden im Jahr 2023 auf Beschluss des Tübinger Gemeinderats aufgebaut. Schon zuvor hatte es über viele Jahre kulturelle und persönliche Kontakte zwischen beiden Städten gegeben. Im Mai 2024 unterzeichneten Tübingen und Krementschuk die Partnerschaftsurkunde und vereinbarten ein gemeinsames Arbeitsprogramm.

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Warnsystem für die Bevölkerung wird aufgebaut

Seitdem sind zahlreiche konkrete Projekte entstanden: Über Förderprogramme wurden unter anderem Solartechnik mit Batteriespeicher für ein Kinderkrankenhaus und Geräte für kommunale Aufgaben nach Krementschuk gebracht, ebenso Fahrzeuge, wie etwa ein Kleinbus für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie ein Feuerwehrfahrzeug. Auch ein großer Stromgenerator, mobile Akkus für Schutzräume sowie Möbel aus Tübinger Einrichtungen wurden in die Partnerstadt geliefert.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Katastrophenschutz: Mit Förderung der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) wird in Krementschuk derzeit ein Warnsystem für die Bevölkerung mit Leitstellen und Warnstationen aufgebaut.

Neben der materiellen Hilfe spielt der Austausch in verschiedensten Bereichen zwischen beiden Städten eine wichtige Rolle. Studierende aus Krementschuk nehmen an der Tübinger Sommeruniversität teil, zudem wird die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen der Städte ausgebaut. Auch in Kultur und Zivilgesellschaft gibt es gemeinsame Projekte und Begegnungen. So waren Künstlerinnen aus Krementschuk im Mai bei der Tübinger Kulturnacht zu Gast.

„Wir in Tübingen lernen von den Erfahrungen Krementschuks“

„Die Solidaritätspartnerschaft mit Krementschuk ist ein gegenseitiger Austausch. Auch wir in Tübingen lernen von den Erfahrungen Krementschuks, etwa bei der Krisenbewältigung und bei digitalen Verwaltungsverfahren“, sagte Schäfer-Vogel.

Im Rahmen der deutsch-ukrainischen kommunalen Partnerschaftskonferenz wurde außerdem ein Kleinbus für Menschen mit Einschränkungen übergeben. Das Fahrzeug stehe beispielhaft für zahlreiche konkrete Projekte von Städten und Gemeinden, die sich in der Ukrainehilfe engagieren, heißt es in der Pressemitteilung.

Deutsche und ukrainische Kommunen im Dialog

Einmal im Jahr treffen sich in Berlin Vertreterinnen und Vertreter deutscher und ukrainischer Kommunen. Die deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaftskonferenz dient dem Austausch über bestehende Partnerschaften, konkrete Unterstützungsprojekte und den weiteren Ausbau der kommunalen Zusammenarbeit. Organisiert wird die Konferenz von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.