Tübingen · Solidarität
: Krementschuk in der Ukraine soll Tübinger Partnerstadt werden

Tübingen strebt eine Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Krementschuk an. Kontakte bestehen schon.
Von
mosi
Tübingen

Schwäbisches Tagblatt

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Mit einem interfraktionellen Antrag beauftragte der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Verwaltung, eine Partnerschaft mit einer Stadt in der Ukraine einzugehen. Die Stadt schlug vor, die Bürgerschaft in die Auswahl einzubeziehen und zunächst mit einer Solidaritätspartnerschaft zu beginnen.

Die Bürgerschaft war aufgerufen, Vorschläge für Städte einzureichen. Aus 22 Vorschlägen erstellte die Verwaltung eine Shortlist mit neun Städten und stellte diese bei einer Infoveranstaltung am 2. Mai vor. Krementschuk ging als Favorit hervor. Für Krementschuk spricht auch, dass bereits zivilgesellschaftliche Kontakte bestehen nach Tübingen. Auch befragte Institutionen befürworten den Vorschlag, informiert die Verwaltung in einer Sitzungsvorlage. Der Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales berät in der Sitzung am Donnerstag, 15. Juni, um 17 Uhr im Rathaus. Behandelt wird das Thema dann noch im Gemeinderat.

Der Generalkonsul der Ukraine in München begrüße das Engagement, eine Städtepartnerschaft mit der Ukraine einzugehen, informiert die Verwaltung. Er empfehle ebenfalls Krementschuk. Dort gebe es viele Binnenflüchtlinge, außerdem ein Veteranenkrankenhaus, das viele Verwundete aufgenommen hat. Der Generalkonsul sieht hier auch materiellen Unterstützungsbedarf. Auch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und die West-Ost-Gesellschaft Tübingen finden die Partnerschaft mit Krementschuk sinnvoll.

Die Stadtverwaltung sieht in Krementschuk Bedarf an „solidarisch-materieller Unterstützung“. Gleichzeitig könne über bestehende und neue zivilgesellschaftliche Kontakte im Bereich der Kultur ein Zeichen partnerschaftlicher Solidarität gesetzt werden. Zusätzlich könnte ein Fachaustausch zwischen den Verwaltungen angestoßen werden, etwa in den Bereichen nachhaltige Energieversorgung und Wärmenetze oder Stadtentwicklung.

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Die Stadt möchte gemeinsam Ziele und Arbeitsfelder der Partnerschaft definieren, die sich anschließend in einem Partnerschaftsvertrag wiederfinden. Aus Sicht der Verwaltung sollte die Solidaritätspartnerschaft vorerst bis fünf Jahre nach Beendigung des Krieges geschlossen werden. Eine Verlängerung oder eine Überführung in eine formale Städtepartnerschaft sei grundsätzlich möglich.