Auszeichnung für Tübinger OB: „Sehr bewegender“ Augenblick für Palmer

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wird online zur Preisverleihung in die Sitzung des Gemeinderats von Krementschuk zugeschaltet.
Pavlo Bedratsky- Krementschuk verlieh Boris Palmer online das „Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt“.
- Die Sitzung war einstimmig, vorgeschlagen hatte die Ehrung Bürgermeister Vitalii Maletskyi.
- Palmer nannte den Moment „sehr bewegend“ und betonte Tübingens weitere zivile Hilfe.
- Er kritisierte die „Macho-Kriegskultur“ von Trump und Putin – Europa solle zusammenstehen.
- Krementschuk wartet auf einen persönlichen Besuch, Übergabe der Auszeichnung folgt vor Ort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zur Verleihung in Tübingens ukrainische Solidaritäts-Partnerstadt Krementschuk fuhr Oberbürgermeister Boris Palmer nicht, „das wäre zu gefährlich“, wie er gegenüber der SÜDWEST PRESSE sagte. Palmer wurde deshalb jüngst online in eine Gemeinderatssitzung der zentralukrainischen Stadt zugeschaltet, als ihm auf Vorschlag von Bürgermeister Vitalii Maletskyi in einem einstimmigen Votum das „Ehrenzeichen für seine Verdienste um die Stadt Krementschuk“ verliehen wurde. Die Auszeichnung ist laut Information der Tübinger Verwaltung mit der Verleihung der Hölderlin-Plakette zu vergleichen. Ein „sehr bewegender“ Augenblick für Palmer. Die Rätinnen und Räte in Krementschuk hätten „spürbar gemacht, wie wichtig es für sie ist, dass sie sich nicht alleine fühlen“.
„Macho-Kriegskultur“ von Trump und Putin
OB Palmer äußerte sich berührt von dieser Auszeichnung und sprach die Umstände in Tübingen und Krementschuk an: „Wir schauen arglos in den blauen Himmel, Sie müssen dort jederzeit auf eine tödliche Bedrohung gefasst sein.“ Er versicherte seinem Amtskollegen und den Mitgliedern des Stadtrats, dass Tübingen den Menschen in Krementschuk auch weiterhin solidarisch zur Seite stehen und zivile Unterstützung zur Verfügung stellen wolle. Angesichts einer durch Trumps und Putins „Macho-Kriegskultur“ in Unordnung geratenen Welt sei es umso wichtiger, dass die Menschen in Europa zusammenstehen und weiterhin die Werte der Menschlichkeit vertreten.
Bürgermeister Maletskyi dankte seinem Tübinger Amtskollegen für die vielfältige Unterstützung und die Kontakte, die sich seit 2024 entwickelt haben. Sie seien ein „Ausdruck von Solidarität und Freundschaft, die ein Beispiel echter europäischer Einheit geworden sind. Wir sprechen“, so Maletskyi weiter, „dem Oberbürgermeister Boris Palmer sowie der Gemeinde Tübingen unseren aufrichtigen Dank aus – für Hilfe, Solidarität und Partnerschaft, die unsere Städte und Gemeinden stärken.“
Die Stadt Krementschuk, die rund 300 Kilometer südöstlich von Kiew am Dnepr liegt, warte auf einen persönlichen Besuch aus Tübingen und freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Dann könne auch die Auszeichnung persönlich übergeben werden. Palmer nahm dies ebenfalls auf: „Ich hoffe, dass wir bald zum Aufbau von Krementschuk beitragen können und nicht zur Beseitigung von Kriegsschäden, und dass wir uns möglichst bald auch persönlich in Krementschuk begegnen können.“ Tübingen könne von Krementschuk auch einiges lernen: Die Abstimmung über den Antrag des Bürgermeisters erfolgte in wenigen Sekunden auf elektronische Weise.

