Bundestagswahl 2025: Demonstranten blockieren Zugang zum Saal – TAGBLATT-Wahlpodium trotzdem im Livestream

Demonstranten blockierten den Zugang zum Wahlpodium des TAGBLATTs im Tübinger Kino Museum.
Carolin Albers- Demonstranten blockieren Zugang zum TAGBLATT-Wahlpodium in Tübingen, um AfD-Kandidat Daniel Winkler fernzuhalten.
- Die Veranstaltung verzögert sich; Polizei sichert das Gebäude.
- Etwa 200 Menschen rufen Parolen gegen AfD und CDU.
- Wahlpodium mit sechs Kandidaten wird im Livestream übertragen.
- Soziale Netzwerke mobilisieren seit Tagen gegen AfD-Auftritt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stimmung ist aufgeheizt: Etwa 300 Leute hatten sich um 19 Uhr vor dem Tübinger Kino Museum versammelt. Sie riefen Parolen gegen die AfD und die CDU – und wollten offenbar verhindern, dass das TAGBLATT sein für 19 Uhr geplantes Wahlpodium abhalten konnte. Die Polizei sicherte das Gebäude gegen die Menge. Seit Tagen war in den sozialen Netzwerken mobilisiert worden: Der Auftritt des Direktkandidaten der Partei "Alternative für Deutschland" Daniel Winkler (AfD) beim Wahlpodium des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTs sollte verhindert werden.
Für Interessierte an einer Debatte der sechs Kandidaten der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien (Florian Zarnetta (SPD), Christoph Naser (CDU), Asli Kücük (Grüne), Julian Grünke (FDP), Ralf Jaster (Linke) und eben Daniel Winkler (AfD) war kurz vor der Veranstaltung nur schwer ein Durchkommen.
Langsam füllte sich der Saal mit Interessierten, die es trotzdem ins Gebäude geschafft haben. Das Podium begann rund eine Viertelstunde verspätet vor etwa 80 Interessierten. Der Livestream allerdings läuft reibungslos.
Das sagen die Kandidaten zu der Blockadeaktion
Florian Zarnetta (SPD): „Protest gegen die AfD ist immer in Ordnung, aber hier das Podium zu blockieren hilft der Sache nicht.“
Asli Kücük (Grüne): Angemeldeter Protest ist okay. Aber den Zugang zu einer politischen Informationsveranstaltung zu verhindern, ist nicht in Ordnung. Jeder hat das Recht, da hinzugehen."
Ralf Jaster (Linke): „Ich finde es einen notwendigen Protest und halte es für falsch, den Vertreter der AfD hier einzuladen. Das trägt zur Normalisierung einer faschistischen Partei bei. Ich komme aber trotzdem, weil als Linker denen den Platz auf dem Podium zu überlassen, wäre falsch.“
Julian Grünke (FDP): „Das ist eine einzige AfD-Werbeaktion. Wir müssen auch Meinungen aushalten, die an die Grenze dessen gehen, was wir ertragen können. Und jede Diskussion, bei der der AfD-Kandidat bislang dabei war, hat seine Wahlchancen gesenkt. In solchen Formaten kann die AfD ihre Themen nicht setzen.“
Christoph Naser (CDU): „Zu mir waren sie ja nett, aber was mich ärgert: Dass freie Bürgerinnen und Bürger daran gehindert werden, sich eine Meinung zu bilden. Das kritisiere ich sehr."

Auf dem Podium diskutierten die fünf Kandidaten und die Kandidatin dann vor etwa 80 Leuten – etwa 300 Sitzplätze blieben leer. Im Livestream waren es am Abend in der Spitze bis zu 400 Zuschauer.
Carolin Albers
