Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe
: Christian von Stetten und Harald Ebner bleiben im Bundestag

Dass Harald Ebner (Grüne) in den Bundestag einzieht, war schnell klar. Später am Wahlabend kommt die Nachricht: Christian von Stetten (CDU) hat es als Direktkandidat in den Bundestag geschafft.
Von
Marcus Haas
Schwäbisch Hall
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Freude bei der CDU über den Wiedereinzug von Christian von Stetten in den Deutschen Bundestag.

Freude bei der CDU über den Wiedereinzug von Christian von Stetten in den Deutschen Bundestag.

Corinna Janßen
  • Wahlen 2021 im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe: Bürger wählen zwischen Hohenloher Ebene, Jagst und Kocher.
  • Neueste Ergebnisse und Reaktionen werden aktualisiert angezeigt.
  • Stimmabgabe in Schwäbisch Hall, z.B. im Neuen Globe.
  • Marcus Haas und Tobias Würth sind relevante Namen.
  • Erste und Zweitstimmen 2021 im Wahlkreis Hall-Hohenlohe: Privatwahl-Ergebnisse.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Christian von Stetten (CDU) holt das Direktmandat und kommt auch wieder in den Bundestag. „Ja, das ist so. Das Ergebnis im Wahlkreis ist sehr gut, aber die Regierungsbildung in Berlin wird sehr schwierig,“ bestätigt und informiert von Stetten. Durch eine Wahlrechtsreform mit der sogenannten Zweitstimmenabdeckung war das kein Automatismus mehr. Ebenfalls wieder im Bundestag: Harald Ebner (Grüne) mit seinem guten Listenplatz 8.

Gegen 21.30 Uhr steht das vorläufige Endergebnis im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe fest: Das Direktmandat holt Christian von Stetten mit rund 36,4 Prozent der Erststimmen. Im Vergleich zu 2021 bedeutet das eine Steigerung um rund vier Prozent. Benjamin Götz (AfD) landet mit rund 24 Prozent auf dem zweiten Platz und verdoppelt damit das Ergebnis von Jens Moll aus dem Jahr 2021. Kevin Leiser (SPD), Harald Ebner (Grüne) und Valentin Abel (FDP) verlieren alle deutlich, bekommen im Wahlkreis die Quittung für die Politik der ehemaligen Ampel. Ellena Schumacher Koelsch (Die Linke) holt rund 4,8 Prozent und verdoppelt das Ergebnis von Cedric Schiele, der diesmal fürs BSW kandidierte. Ähnlich sieht das Zweitstimmenergebnis aus.

Hier stehen die aktuellen Ergebnisse (bitte hier direkt draufklicken)

Spannung im Wahlstudio im Landratsamt.

Spannung im Wahlstudio im Landratsamt von Schwäbisch Hall. Hier laufen die Ergebnisse ein.

Ufuk Arslan

Insgesamt acht Mitarbeiter sind im Laufe des Sonntagabends im Landratsamt Schwäbisch Hall im Einsatz, das diesmal für die Organisation der Bundestagswahl zuständig ist. Gegen 19.20 Uhr läuft das erste komplette Ergebnis einer Gemeinde im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe herein. Oberrot – eine von 30 Gemeinden im Landkreis Schwäbisch Hall. 16 sind es im Hohenlohekreis. Die Ergebnisse in Oberrot spiegeln die bundesweite Ebene wider, aber es gibt Unterschiede.

Bei den Erststimmen liegt Christian von Stetten (CDU) mit rund 35 Prozent vorne. Auf dem zweiten Platz ist Benjamin Götz (AfD) mit rund 25 Prozent. Es folgen Kevin Leiser (SPD, rund 14 Prozent), Harald Ebner (Grüne, rund 9,7 Prozent), Ellena Schumacher-Koelsch (Die Linke, rund 5,4 Prozent) und Valentin Abel (FDP, rund 5,2 Prozent). Ein Blick auf die Zweitstimmen in Oberrot zeigt: Die CDU bleibt mit rund 30,1 Prozent vorne, aber die AfD kommt mit 26,2 Prozent viel näher ran, als das noch 2021 der Fall war. SPD, Grüne und FDP verlieren. Die Linke gewinnt dazu, schafft es auch bei den Zweitstimmen in Oberrot über die Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung liegt in Oberrot hoch bei rund 80,6 Prozent. Weitere Ergebnisse aus den Kreisgemeinden laufen ein und lassen erste Trends deutlich werden. Die AfD gewinnt mit großem Abstand die meisten Stimmen dazu, verdoppelt sich. Die CDU legt auch dazu, die Linke erstarkt. SPD, Grüne und FDP verlieren teils deutlich.

Getrübte Stimmung bei den Haller Grünen

Dutzende Sektgläser stehen auf einem Tisch in der TSG-Stadiongaststätte „Debbi's“ am Schulzentrum West in Schwäbisch Hall bereit, bleiben nach der ersten Prognose um 18 Uhr aber erstmal leer. Das Ergebnis sei „schlechter als erhofft“, gesteht Bundestagskandidat Harald Ebner. Der Zeitgeist scheint nicht mehr auf ihrer Seite. Die Republik habe sich vorgenommen, nur noch über ein Thema zu sprechen, während viele Probleme liegengeblieben seien.

Ebner spricht von Klimaschutz, einem bezahlbaren Leben oder die neue Rolle von Deutschland und Europa in der Welt. Harald Ebner geht davon aus, dass er mit seinem achten Listenplatz sicher wieder im Bundestag vertreten ist. Überzeugt ist er auch, dass er nicht als einziger Schwäbisch Hall vertritt. Die Debatte um Christian von Stetten (CDU), der trotz eines möglichen Direktmandats wegen der Wahlrechtsreform einen Wiedereinzug verpassen könnte, hält Ebner für viel Tamtam. Das könne eher den CDU-Kandidaten in Heilbronn treffen. „Morgen Vormittag wissen wir mehr.“

Bundestagswahl 2025 - Wahlparty Bündnis 90 / Die Grünen - Grüne im Wahlkreis Schwäbisch Hall mit Kandidat Harald Ebner im Debbi's am Schulzentrum West - Hier mit Gerhard Strohmaier, Jutta Niemann und Joachim Härtig

Bundestagswahl: Harald Ebner im Debbi's am Schulzentrum West mit Jutta Niemann und Joachim Härtig.

Thumilan Selvakumaran

Kritik äußert er am CDU-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz und seiner Rede am Wahlvortag. Das stehe einem Staatsmann nicht gut, jetzt noch zu spalten. „Wir brauchen einen Kanzler, der eint.“ Merz müsse weg von seiner Strategie der Selbstvernichtung. Sonst sei dies die letzte Wahl, die die CDU gewinnen werde. „Es hilft nicht, die Verfassungsfeinde im Populismus zu kopieren.“ Allen müsse es zu denken geben, dass die AfD auf 20 Prozent und damit ein Fünftel der Stimmen komme. „Wir müssen uns unter Demokraten fragen, wann wir uns zusammentun und aufräumen.“

Enttäuschung bei der SPD in Crailsheim

Eine „historische Niederlage“ sagt der SPD-Wahlkampfmanager Matthias Miersch kurz nach 18 Uhr im ZDF. Und: „Bitter“ sei das Ergebnis, sehr bitter, eines, dem man zunächst mit Sprachlosigkeit begegne. Das entspricht den Reaktionen und der Stimmung im SPD-Büro in der Crailsheimer Schillerstraße. 16 Prozent heißt es in der ARD, 16,5 in der ZDF –das ist ein Verlust von rund 9 Prozent und verheerend für die SPD. Nachdenkliches, enttäuschtes Schweigen also auch in Hohenlohe.

Vor etwa 30 Unterstützern spricht Leiser über die Herausforderungen, die auf das Land zukommen, auch über die große Gefahr durch Fakenews und soziale Medien, die im Ausland kontrolliert werden und seiner Ansicht nach in jedem Fall reguliert oder eben verboten werden sollten. Mit Blick auf mögliche Koalitionsverhandlungen geht er schließlich auf die jüngsten Aussagen und Aktionen des – wahrscheinlich – künftigen Bundeskanzlers ein: Friedrich Merz habe den Charaktertest nicht bestanden und müsse sich das auch bewusst machen.

Der 32-Jährige aus Blaufelden wird zumindest in der nächsten Legislaturperiode nicht im Bundestag vertreten sein. Er dankt allen Helferinnen und Helfern.

SPD in Crailsheim. In der Mitte sitzt der Abgeordnete Kevin Leiser.

Die SPD in Crailsheim. In der Mitte sitzt der Abgeordnete Kevin Leiser.

Birgit Trinkle

Jubel bei den Linken in der Langen Straße

Luft anhalten um 18 Uhr im Büro der Linken in der Langen Straße in Schwäbisch Hall. Die erste Hochrechnung kommt. Als der Balken der Linken auf über acht Prozent wächst, bricht Jubel bei den rund 30 Gästen aus. „Ich fass‘ es nicht“, sagt eine völlig begeisterte Ellena Schumacher-Koelsch. Die Linken-Kandidatin für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe ist aus dem Häuschen. „Gehofft hatte ich die acht Prozent zwar schon“, dass dann tatsächlich die Zahl dasteht, freut sie und ihre Mitstreiter riesig. Schnell wird mit Sekt angestoßen. Die Linken ziehen sicher in den Bundestag ein – die weitere Entwicklung der Zahlen und die Statements der verschiedenen Bundespolitiker werden in der Langen Straße bei guter Stimmung weiterverfolgt.

Bundestagswahl 2025: Büro der Linken in der Langen Straße in Schwäbisch Hall, Jubel um die Kandidatin Ellena Schumacher-Koelsch, die von Silvia Ofori Blumen überreicht bekommt

Bundestagswahl 2025: Büro der Linken in der Langen Straße in Schwäbisch Hall, Jubel um die Kandidatin Ellena Schumacher-Koelsch, die von Silvia Ofori Blumen überreicht bekommt

Bettina Lober

Bange Gesichter bei der FDP in der Oberen Herrngasse

„Es wird verdammt eng werden“, sagt der bisherige FDP-Abgeordnete Valentin Abel, noch bevor die erste Hochrechnung über den Bildschirm flimmert. Gebanntes Warten auf das erste Balkendiagramm – und dann ernste Gesichter bei den rund 30 Anwesenden. 4,9 Prozent sagt die erste Hochrechnung bei der ARD, deren Wahlsendung an die Leinwand projiziert wird. Das reicht für Abels Partei demnach nicht, aber der Abend ist noch lang. „Das wird dauern“, weiß Abel. Für ihn wird es kaum reichen, das war von vornherein so gut wie klar. Aber Abel bedankt sich bei seinen fleißigen Mitstreitern und macht Mut, nach vorne zu schauen und „Aufbauarbeit“ zu leisten.

Bundestagswahl 2025: FDP Valentin Abel kurz nach der ersten Hochrechnung im Büro der FDP in der Oberen Herrngasse in Schwäbisch Hall

Bundestagswahl 2025: FDP Valentin Abel kurz nach der ersten Hochrechnung im Büro der FDP in der Oberen Herrngasse in Schwäbisch Hall

Bettina Lober

AfD hätte auf mehr gehofft

Der große Jubel bleibt bei den Anhängern der AfD am Sonntagabend bei der Wahlparty in der Spacs Sportsbar in Michelbach/Bilz aus. Nach der ersten Hochrechnung liegt die AfD bei 19,8 Prozent. Viele hatten auf 25 Prozent gehofft. Kandidat Benjamin Götz zeigt sich dennoch zufrieden und sagt: „Wir haben das Ergebnis seit der letzten Bundestagswahl verdoppelt.“ Wenn das bei der nächsten Bundestagswahl so weiter gehe, könne die AfD möglicherweise irgendwann in der Zukunft die Regierung stellen. So sehen es auch viele weitere AfD-Anhänger.

Udo Stein, Benjamin Götz und Kurt Möller von der AfD im Spacs.

Udo Stein, Benjamin Götz und Kurt Möller von der AfD im Spacs in Gschlachtenbretzingen.

Corinna Janßen

So sind die Wahlen 2021 ausgegangen im Wahlkreis

Erststimmen im Wahlkreis Hall-Hohenlohe im Jahr 2021

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Privat

Zweitstimmen im Wahlkreis Hall-Hohenlohe im Jahr 2021.

Zweitstimmen im Wahlkreis Hall-Hohenlohe im Jahr 2021.

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