Frauen auf Rottenburgs Straßenschildern: Bertha-Benz-Straße – Pionierin der Automobilgeschichte

Im Rottenburger Gewerbegebiet Siebenlinden liegt die Bertha-Benz-Straße.
Carolin Albers- Serie stellt seltene Frauennamen auf Rottenburgs Straßenschildern vor.
- Bertha-Benz-Straße verbindet Felix-Wankel-Straße mit Grasiger Weg im Gebiet Siebenlinden.
- Bertha Benz unterstützte Carl Benz finanziell und arbeitete in der Werkstatt, 1872 heirateten sie.
- 1888 fuhr sie heimlich von Mannheim nach Pforzheim – Beweis der Alltagstauglichkeit des Autos.
- Aus Hindernissen folgten Verbesserungen: Tankstellenidee, Bremsklötze mit Leder, niedrigerer Gang.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Im Rottenburger Gewerbegebiet Siebenlinden verbindet die Bertha-Benz-Straße die Felix-Wankel-Straße mit dem Grasiger Weg. Hinter dem Namen der rund 50 Meter langen Straße verbirgt sich eine Frau, die dem Auto mit einer legendären Fahrt im Jahr 1888 zum Durchbruch verhalf.
Cäcilie Bertha Benz, geborene Ringer (1849–1944), gilt als Autopionierin. Ihr unternehmerischer, technischer und finanzieller Einsatz war eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Benz-Patent-Motorwagens durch ihren Mann Carl Benz. Mit 22 Jahren ließ sie sich vorzeitig ihre Mitgift auszahlen, um Benz, mit dem sie damals noch verlobt war, die Weiterführung seines Unternehmens zu ermöglichen. Sie arbeitete auch mit ihm in der Werkstatt. 1872 heirateten die beiden.
Legendäre Autofahrt im Jahr 1888
Die Autogeschichte der Bertha Benz beginnt 1888 mit ihrer heimlichen Fahrt in einem dreirädrigen Fahrzeug, einer sogenannten pferdelosen Kutsche. Ihre beiden Söhne Eugen und Richard begleiteten sie. Die Reise über rund 106 Kilometer von Mannheim zu ihrer Mutter nach Pforzheim dauerte einen Tag, drei Tage später ging es auf einer anderen Route zurück. Mit ihrer Reise zeigte Benz, dass das von ihrem Ehemann erfundene Automobil alltagstauglich und auch über größere Strecken nutzbar war.
Heute erinnert die rund 194 Kilometer lange Bertha Benz Memorial Route an die historische Fahrt. Die ausgeschilderte Ferienstraße folgt weitgehend der damaligen Hin- und Rückstrecke zwischen Mannheim und Pforzheim und kann mit dem Auto nachgefahren werden.
Benz trotzte allen Hindernissen
Benz erlebte auf der Reise verschiedene Schwierigkeiten, aus denen sich später Verbesserungen für die Autoentwicklung ergaben. So erkannte sie, dass man Tankstellen einrichten müsse: Sie kaufte drei Liter Ligroin in einer Apotheke in Wiesloch, die heute als erste Tankstelle der Welt gilt.
Weitere Schwierigkeiten machten Benz zu schaffen: Die Antriebskette des Fahrzeugs brach und musste von einem Schmied in Bruchsal repariert werden. Außerdem mussten die Bremsklötze verbessert werden – ein Schuster versah sie mit Leder. Beim Befahren starker Steigungen zeigte sich zudem, dass ein niedrigerer Gang nötig war. Carl Benz setzte diese Anregung später um.
Straßennamen in Rottenburg
In der Rottenburger Kernstadt sind zehnmal mehr Straßen und Plätze nach Männern benannt als nach Frauen. Unsere Gastautorin, Stadtführerin Rosemarie Sieß-Vogt, widmet sich in einer Serie den namensgebenden Frauen. Erschienen sind in der Serie bereits:
Mechthildstraße – Wegbereiterin des deutschen Humanismus
Sofienstraße – Wohltäterin der Rottenburger Hospitalstiftung
Wildermuthstraße – Bestseller-Autorin im Clinch mit Pfarrhäusern
Mutter-Teresa-Straße – verehrte Helferin, umstrittene Heilige

