Frauen auf Rottenburgs Straßenschildern
: Mutter-Teresa-Straße – verehrte Helferin, umstrittene Heilige

Stadtführerin Rosemarie Sieß-Vogt rückt in einer Serie die wenigen Frauen in den Fokus, nach denen Rottenburger Straßen benannt sind.
Von
Rosemarie Sieß-Vogt
Rottenburg
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Gedenken an Mutter Teresa: 26.08.2024, Indien, Kolkata: Ein mit Blumen geschmücktes Porträt der Heiligen Teresa steht auf dem Grab bei den «Missionarinnen der Nächstenliebe», des von Mutter Teresa gegründeten Ordens, anlässlich ihres Geburtstages. Foto: Bikas Das/AP +++ dpa-Bildfunk +++

Mutter Teresa wurde 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen. Im Rottenburger Kreuzerfeld ist eine Straße nach ihr benannt.

Bikas Das/AP/dpa
  • Rottenburg ehrt Frauen auf Straßenschildern – Fokus auf die Mutter-Teresa-Straße.
  • Die Straße verläuft im Kreuzerfeld entlang der L 385 in Richtung Weiler.
  • Mutter Teresa war Ordensfrau in Kalkutta und gründete 1950 die Missionarinnen der Nächstenliebe.
  • Kritiker bemängeln Missionierung als Ziel, dennoch Heiligsprechung 2016 und Friedensnobelpreis 1979.
  • In der Kernstadt heißen deutlich mehr Straßen nach Männern, Serie stellt benannte Frauen vor.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Durch das Rottenburger Wohngebiet Kreuzerfeld schlängelt sich die Mutter-Teresa-Straße entlang der L 385 in Richtung Weiler. Hinter dem Straßennamen verbirgt sich eine Frau, die vor ziemlich genau einem Jahrzehnt vom damaligen Papst Franziskus heiliggesprochen wurde.

Als Agnes in eine wohlhabende albanische Familie hineingeboren

Mutter Teresa (1910-97) wird auch die „Heilige der Gosse“ genannt. Geboren wurde sie als Agnes in eine wohlhabende albanische Familie in Skopje/Nordmazedonien. Schon als Jugendliche wollte sie Ordensschwester werden und schloss sich mit 18 Jahren dem Loreto-Orden an, einem irischen Zweig der Englischen Fräulein, die sich besonders für Schulen in Bengalen engagierten. Nach einem zweimonatigen Aufenthalt im Mutterhaus in Irland wurde sie nach Bengalen entsandt, wo sie in der Stadt Darjeeling ihr Noviziat leistete. Bei der Einkleidung nahm sie den Namen Teresa an, in Anlehnung an die Hl. Thérèse von Lisieux.

Danach unterrichtete sie 17 Jahre lang an der St. Mary’s Schule in Kalkutta, bevor sie dort Schulleiterin wurde. Während einer Zugfahrt von Kalkutta nach Darjeeling soll sie eine mystische Begegnung mit Jesus gehabt haben, der ihr gesagt habe: „Mich dürstet“, was sie als Berufung annahm, den Ärmsten der Armen zu helfen. 1948, kurz nach der Unabhängigkeit Indiens, nahm sie die indische Staatsbürgerschaft an. 1950 gründete sie den neuen Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Sie baute viele Behandlungs- und Rehazentren für Sterbende, Waisen, Obdachlose, Kranke, vor allem für Leprakranke, sodass diese in Würde arbeiten konnten und nicht betteln mussten.

Nicht bedingungslose Hilfe, sondern Missionierung als Hauptziel?

Heute umfasst der Orden über 3000 Ordensschwestern und 500 Ordensbrüder in über 700 Häusern in 133 Ländern. Als Mutter Teresa 1997 starb, wurde sie im Rahmen eines Staatsbegräbnisses in ihrem Kloster beigesetzt. Obwohl Kritiker ihr heute vorhalten, ihr Hauptziel sei weniger bedingungslose Hilfe als Missionierung gewesen, wurde sie 2016 durch Papst Franziskus heiliggesprochen. Schon 1979 hatte sie den Friedensnobelpreis erhalten.

Straßennamen in Rottenburg

In der Rottenburger Kernstadt sind zehnmal mehr Straßen und Plätze nach Männern benannt als nach Frauen. Unsere Gastautorin, Stadtführerin Rosemarie Sieß-Vogt, widmet sich in einer Serie den namensgebenden Frauen. Erschienen sind in der Serie bereits:

Mechthildstraße – Wegbereiterin des deutschen Humanismus

Sofienstraße – Wohltäterin der Rottenburger Hospitalstiftung

Wildermuthstraße – Bestseller-Autorin im Clinch mit Pfarrhäusern