Tag der Sicherheit in Reutlingen
: Blaulicht und Eimerkette

300 Jahre nach dem Stadtbrand zeigte der Tag der Sicherheit, wie sich die Arbeit der Rettungskräfte verändert hat. In der Stadt gab es einiges zu erleben.
Von
Mathias Grimm
Reutlingen
Wasser marsch: Bei der Eröffnungsübung am Tag der Sicherheit zeigten die Nachwuchsretter an der Reutlinger Stadthalle ihr Können. Zwei junge Feuerwehrleute hielten gemeinsam das Strahlrohr – und hatten sichtlich Spaß dabei.

Wasser marsch: Bei der Eröffnungsübung am Tag der Sicherheit zeigten die Nachwuchsretter an der Reutlinger Stadthalle ihr Können. Zwei junge Feuerwehrleute hielten gemeinsam das Strahlrohr – und hatten sichtlich Spaß dabei.

Mathias Grimm
  • Sicherheitstag in Reutlingen zeigte Wandel der Rettungsarbeit seit dem Stadtbrand vor 300 Jahren.
  • Jugendfeuerwehr übte mit historischer Pumpe von 1911, später demonstrierten Profis moderne Technik.
  • Zahlreiche Mitmachaktionen und Einblicke: DRK, THW, Polizei, DLRG, Drohnenstaffel und Bundesbank.
  • Marktplatz bot Vorführungen der Jugendfeuerwehren, dazu verkaufsoffener Sonntag und Toskanischer Markt.
  • Veranstalter meldeten mehr als 40.000 Besucher und betonten Nachwuchsarbeit sowie Ehrenamt-Nähe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Feurio! So schallt es über den Platz neben der Reutlinger Stadthalle. Und dann heißt es: Wasser marsch! Die jungen Feuerwehrleute haben alle Hände voll zu tun. Mit einer historischen Löschspritze aus dem Jahr 1911 bekämpfen sie mehrere vermeintliche Brände. So ähnlich muss das vor 300 Jahren ausgesehen haben, als ein verheerendes Feuer große Teile Reutlingens zerstörte. Doch mit dem Löschen ist die Arbeit noch nicht getan. Schließlich warten auch mehrere Verletzte auf Hilfe.

Zum Glück war das alles nur eine Übung. Bei der Eröffnung des Tags der Sicherheit durften am Sonntag zunächst die Jüngsten zeigen, was sie bereits draufhatten. Während die einen gegen die Flammen ankämpften, kümmerten sich andere um die Verletzten. Eine junge Frau saß mit einer täuschend echt wirkenden Wunde am Arm auf dem Boden. Das Blut war natürlich nur geschminkt.

Wie sehr sich die Brandbekämpfung seit 1726 verändert hat, zeigte sich später auch auf dem Marktplatz. Dort trat zunächst eine historische Eimerkette an. Wasser wurde von Hand zu Hand gereicht und in die alte Löschspritze gefüllt. Eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Dann waren die Profis mit ihrer modernen Technik an der Reihe. Ein Löschfahrzeug demonstrierte, wie das Löschen heutzutage funktioniert – und hüllte den Platz kurzerhand in einen dichten Sprühnebel. Der Unterschied hätte kaum größer sein können.

Tag der Sicherheit Reutlingen 2026 11.10.26

Zielen will gelernt sein: Bei einer Mitmachaktion versuchte ein Junge, mit dem Wasserstrahl Bälle von Verkehrshütchen zu spritzen.

Mathias Grimm

Auch abseits der Übungen gab es einiges zu entdecken. Vor der Stadthalle bot der DRK-Ortsverein ein Wurfspiel an, Kinder konnten sich außerdem an einem Krankentransport-Slalom versuchen. Die Drohnenstaffel der Reutlinger Werkfeuerwehr hatte Schlüsselanhänger aus Feuerwehrschläuchen im Angebot. Gleich nebenan präsentierte sich das Technische Hilfswerk.

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Am Spitalhof hatte sich derweil die Polizei breitgemacht und gab Einblicke in die Kriminaltechnik. Mitarbeiterinnen der Deutschen Bundesbank erklärten, woran sich Falschgeld erkennen lässt. Dafür braucht es nicht immer ausgefeilte Technik: Schon die Haptik des Papiers kann erste Hinweise liefern.

Tag der Sicherheit Reutlingen 2026 11.10.26

Löschen wie vor 300 Jahren: Junge Helfer befüllten auf dem Marktplatz eine historische Löschspritze. Das bestimmte Modell stammt zwar von 1911, am Prinzip hatte sich aber nichts geändert.

Mathias Grimm

Am Rathausbrunnen waren die DLRG und ihre Taucher vertreten. Auf dem Marktplatz beteiligten sich unter anderem die Jugendfeuerwehren aus Betzingen und Ohmenhausen sowie aktive Feuerwehrleute an den Vorführungen. Dazu kamen der verkaufsoffene Sonntag und der Toskanische Markt. Wer eigentlich nur zum Bummeln gekommen war, bekam also reichlich Blaulicht geboten.

40.000 Besucher gezählt

Und der Andrang konnte sich sehen lassen. Mehr als 40.000 Menschen kamen nach Angaben der Veranstalter am Sonntag in die Reutlinger Innenstadt. Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen (StaRT) und die Händlervereinigung RTaktiv zogen am Abend eine positive Bilanz. Auch das Wetter spielte mit: Zwischen den Wolken zeigte sich immer wieder die Sonne.

Besonders zufrieden waren die beteiligten Blaulichtorganisationen mit den Auftritten ihres Nachwuchses. Die Vorführungen hätten es ermöglicht, das Gedenkjahr zum 300. Stadtbrand mit der Entwicklung moderner Rettungsarbeit zu verbinden. Gleichzeitig habe man die Gelegenheit genutzt, mit Besuchern ins Gespräch zu kommen – und womöglich neue Ehrenamtliche zu gewinnen.​

„Der Tag der Sicherheit zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie viel Engagement und Zusammenhalt in Reutlingen stecken“, sagte Hannah Leukert, Eventmanagerin bei StaRT.​

Tag der Sicherheit Reutlingen 2026 11.10.26

Die moderne Löschvariante sorgte auf dem Reutlinger Marktplatz für ordentlich Nieselregen.

Mathias Grimm

Auch Christian Wittel, Vorsitzender der Händlervereinigung RTaktiv, zeigte sich zufrieden. Der Sicherheitstag sei längst ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Besonders die Verbindung aus Einblicken in die Arbeit der Rettungskräfte, Mitmachaktionen und Einkaufsmöglichkeiten mache den Sonntag zu etwas Besonderem. Sein Dank galt vor allem den vielen Organisationen und Ehrenamtlichen, die das Programm in diesem Jahr gemeinsam ermöglicht hatten.