Landtagswahl am 8. März
: Diese Kandidaten treten in Reutlingen an

Am Sonntag, 8. März, wählen die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg ihre neue Landesregierung. Das sind die aussichtsreichsten Kandidatinnen und Kandidaten des Wahlkreises Reutlingen.
Von
Maik Wilke
Reutlingen
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Collage Landtagswahl 2026 Wahlkreis Reutlingen

Die sechs wohl aussichtsreichsten Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis Reutlingen; obere Reihe, von links: Thomas Poreski (Grüne) und Dr. Max Menton (CDU). Mittlere Reihe: Sebastian Geyer und Ronja Nothofer-Hahn (SPD). Untere Reihe: Jessica Knapp (Die Linke) und Maximilian Gerner (AfD).

Privatfotos/dpa/Collage: SWP
  • Am 8. März wählen Bürger*innen in Baden-Württemberg eine neue Landesregierung.
  • Im Wahlkreis Reutlingen treten sechs aussichtsreiche Kandidat*innen an, darunter Thomas Poreski (Grüne).
  • Thomas Poreski ist seit 2011 im Landtag und aktuell bildungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion.
  • Max Menton (CDU) setzt auf Gesundheitsversorgung, Wirtschaftsförderung und Bildungspolitik.
  • Erstmals gilt ein reformiertes Wahlrecht mit zwei Stimmen und Wahlalter ab 16 Jahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Liste der aktuellen Landtagsabgeordneten aus dem Wahlkreis 60 Reutlingen ist überschaubar. Genauer gesagt besteht sie aus einem Namen: Thomas Poreski. Der Grünen-Politiker hatte als einziger Reutlinger bei der Wahl 2021 ein Direktmandat erhalten und den Einzug ins Landesparlament geschafft – werden nach der Landtagswahl am Sonntag, 8. März, mehr Abgeordnete die Interessen des Wahlkreises in Stuttgart vertreten? Die SÜDWEST PRESSE stellt die aussichtsreichsten Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis 60 vor (sortiert nach der Reihenfolge des Wahlergebnisses von 2021).

Thomas Poreski/Grüne: Der 62-jährige Reutlinger ist seit 2011 Mitglied des Landtags. Er hat zwei Diplom-Abschlüsse in Sozialer Arbeit und Pädagogik. Bis zur Landtagswahl 2011 war Poreski Geschäftsführer in der Eingliederungs- und Jugendhilfe mit etwa 400 Mitarbeitenden.

In der Landtagsfraktion der Grünen war der passionierte Radfahrer – mit über 18.000 Kilometern pro Jahr als „körperlicher und seelischer Ausgleich“ – bis 2021 sozialpolitischer Sprecher. Von 2016 bis 2021 war er Arbeitskreisvorsitzender Soziales und Gesundheit sowie technologiepolitischer Sprecher. Seit 2021 ist Thomas Poreski bildungspolitischer Sprecher und Vorsitzender des Arbeitskreises Bildung und seit 2022 stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Im Sozialbereich zuständig für Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilferecht und Sprecher für Inklusion.

In seiner Freizeit fotografiert Poreski gerne und interessiert sich für umweltfreundliche Technologien und hat mehrere Patentanmeldungen. „Meine Technikbegeisterung hat mir den Spitznamen ‚Daniel Düsentrieb der Fraktion‘ eingebracht.“

Dr. Max Menton/CDU: Der 30-Jährige ist seit 2011 Mitglied der Christdemokraten und sitzt für die CDU im Kreistag und im Reutlinger Gemeinderat. Der Arzt hat unter anderem an der Universität Mannheim und der Charité in Berlin studiert, zudem eine Weiterbildung Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität in Tübingen absolviert.

Als Schwerpunktthemen gibt der Reutlinger Gesundheitsversorgung und Prävention an, ebenso regionale Wirtschaftsförderung und Unterstützung lokaler Unternehmen. Zudem möchte er sich bei einer Wahl für Bildungspolitik und Nachwuchsförderung einsetzen.

Während seines Studiums ist er regelmäßig Halbmarathons gelaufen, auch heute gehört Sport fest zu seinem Alltag. „Mir geht es darum, aktiv zu bleiben, an der frischen Luft Kraft zu tanken und dabei unsere schöne Heimat bewusst zu erleben.“

Ronja Nothofer-Hahn/SPD: In Ohmenhausen aufgewachsen, ist Nothofer-Hahn keine Unbekannte in Reutlingen und schon seit vielen Jahren politisch aktiv. Von 2008 bis 2012 war sie Mitglied im Jugendgemeinderat in Reutlingen, 2013 ist sie in die SPD eingetreten.

Nothofer-Hahn engagierte sich seither in mehreren Funktionen politisch: 2014 bis 2019 war sie Bezirksgemeinderätin in Ohmenhausen, von 2014 bis 2019 Geschäftsführerin der SPD-Gemeinderatsfraktion in Reutlingen und seit 2016 ist sie hiesige SPD-Kreisvorsitzende. Seit 2018 ist die 32-Jährige Mitglied im Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg und war bereits bei der Landtagswahl 2021 Zweitkandidatin von Ramazan Selcuk, der damals 10,2 Prozent der Stimmen holte.

Ein besonderes Hobby, beziehungsweise Engagement: „Mit großer Leidenschaft habe ich in den letzten Jahren Igelkinder großgezogen, die ohne Hilfe den Winter nicht überstehen würden“, sagt Nothofer-Hahn.

Sebastian Geyer/FDP: Der Versicherungs- und Finanzkaufmann ist mit 25 Jahren der jüngste Kandidat aus dem Wahlkreis Reutlingen. Geyer ist Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Reutlingen, Politik interessiere ihn seit seinem 15. Lebensjahr. „Als ehemaliger Realschüler habe ich oft erlebt, wie man durch Raster fällt und bildungspolitisch in Baden-Württemberg vieles nicht optimal läuft“, erklärt Geyer. „Aber nur meckern bringt nichts – man muss selbst anpacken.“

Das Programm der FDP habe ihn überzeugt, weshalb er 2021 in die Partei eingetreten sei und sich nun zur Kandidatur entschieden habe. Seitdem engagiere er sich sowohl im Stadtverband als auch bei den Jungen Liberalen in Reutlingen und auf Bezirksebene.

Unter der Woche ist Geyer oft im Fitnessstudio zu finden. „Krafttraining ist mein Ausgleich zum Zahlenjonglieren im Büro und zur Politik.“ An den Wochenenden ruft dann die Natur: Wandern und Radfahren entlang von Flüssen und Seen begeistern den FDP-Kandidaten.

Maximilian Gerner/AfD: 2017 ist der in Gönningen wohnende Gerner der AfD beigetreten und übernimmt seither verschiedene ehrenamtliche Funktionen im Kreisvorstand Reutlingen. Seit Mai 2021 ist er persönlicher Referent des Landtagsabgeordneten Joachim Steyer, seit April 2022 parlamentarischer Berater der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg für den Ausschuss Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.

Gerner ist gegen das Verbrenner-Aus und für den Abbau von Bürokratie. Der (Fußball-)Fan des VfB Stuttgart möchte, dass Leistung wieder im Mittelpunkt steht. Zudem teilt er mit: „Statt mit unrealistischen Zielen das Weltklima retten zu wollen, sollte sich die Politik darauf konzentrieren, unsere gewachsene heimische Kulturlandschaft, unsere Wälder und unsere Lebensräume konkret zu schützen.“

Jessica Knapp/Die Linke: Die 41-jährige Erzieherin ist noch recht neu in der Politik. Seit Mitte vergangenen Jahres engagiert sie sich – aus besonderen Gründen: „Die Folgen katastrophaler leistungsorientierter Politik habe ich schon jahrelang am eigenen Leib erfahren müssen. Ob als Schülerin, als alleinerziehende Mutter oder als Pädagogische Fachkraft. All das führte zu meiner Entscheidung, politisch aktiv zu werden.“

Die Reutlingerin absolvierte eine Ausbildung zur Bauzeichnerin. Nach mehreren beruflichen Tätigkeiten, überwiegend im Einzelhandel und unterbrochen durch Erziehungszeiten, erfolgte 2016 eine berufliche Neuorientierung im pädagogischen Bereich. Seit 2021 arbeitet Knapp als Erzieherin im öffentlichen Dienst in der Elementarpädagogik. Zusätzlich ist sie seit 2024 als Personalrätin tätig. „Die prekären Arbeitsbedingungen in den Kitas waren der Grund, warum ich gewerkschaftlich aktiv wurde. Ich möchte etwas bewegen, etwas verändern zum Positiven für Menschen, die nicht die Kraft und die Möglichkeit haben.“

Landtagswahl erstmals mit zwei Stimmen

Baden-Württemberg wählt am 8. März einen neuen Landtag. Zum ersten Mal gilt ein reformiertes Wahlrecht mit zwei Stimmen und ein Wahlalter ab 16 Jahren.

Die SÜDWEST PRESSE hat sich in diesem Artikel auf die aussichtsreichsten Kandidatinnen und Kandidaten konzentriert. Alle weiteren Kandidaten der anderen Parteien finden Interessierte auf der Seite des Landkreises Reutlingen www.kreis-reutlingen.de/wahlen.