Bürgermeisterwahl Dettingen: Erster Kandidat ist da: Felix Schiffner will Rathauschef werden

Felix Schiffner kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in Dettingen.
Thomas Kiehl- Felix Schiffner (46) kandidiert für das Bürgermeisteramt in Dettingen – Wahl am 8. März.
- Er ist seit sieben Jahren Ortsbaumeister und lebt mit Familie in Metzingen.
- Schiffner will Bürgerbeteiligung stärken und Dettingens Infrastruktur erhalten.
- Geplante Projekte: Kita-Neubau, Feuerwehr-Umzug, Sanierung von Schulen und Ortskern.
- Der parteilose Kandidat setzt auf Erfahrung in Verwaltung, Gemeinderat und Privatwirtschaft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zeitenwende in Dettingen. Zwar muss der Begriff nicht (im Sinne von Olaf Scholz) einen tiefgreifenden Wandel ankündigen – doch von einer Zäsur dürfen wir durchaus reden: Erstmals nach 24 Jahren finden die Dettinger einen Wahlzettel vor, auf dem nicht der Name Michael Hillert steht. Die Wahlberechtigten müssen also einen neuen Bürgermeister zu bestimmen. Das tun die Dettinger am 8. März, gut zwei Monate, ehe der jetzige Amtsinhaber in Pension geht. Noch ist die Nachfolge nicht offiziell ausgeschrieben, da meldet der erste Bewerber seine Ansprüche auf den Chefsessel in der Verwaltung an: Und Felix Schiffner ist kein Unbekannter – weder im Dettinger Rathaus, noch im Ermstal allgemein.
In Riederich aufgewachsen, lebt der Kandidat mit seiner Frau und den beiden Söhnen heute in Metzingen, wo er auch Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe ist. Seit sieben Jahren leitet der 46-Jährige das Ortsbauamt in Dettingen. Zuvor war der Diplom-Bauingenieur in der freien Wirtschaft tätig – nachdem er seine Expertise im Anschluss an das Studium als wissenschaftlicher Angestellter beim Lehrstuhl für „Straßenplanung und Städtebau“ an der Universität Stuttgart vertieft hatte.
Eine echte Überraschung ist die Kandidatur des Ingenieurs für Insider nicht. Felix Schiffner zeigt als Ortsbaumeister bei Debatten im Gemeinderat regelmäßig klare Kante – und er kennt das kommunalpolitische Geschäft von beiden Seiten: Zwei Amtsperioden saß der Wahl-Metzinger Anfang der 2000er-Jahre als Youngster im Riedericher Gemeinderat. Bei seiner Wiederwahl zog er dort sogar als Stimmenkönig ein.
Aber der Reihe nach. Felix Schiffner hat in Metzingen das Abitur gemacht, später in Stuttgart Bauingenieurwesen studiert, zuvor aber am Riedericher Bauhof seinen Zivildienst abgeleistet. Das war die Initialzündung für das Interesse und das spätere Engagement im kommunalen Bereich, wie er sagt: „Damals habe ich gemerkt, dass man vor Ort in der Gemeinde etwas bewirken kann.“ Bewirken wollte der Metzinger nicht nur als Gemeinderat etwas – schon im Jahr 2012 hatte er in seinem Heimatort Riederich für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Dort holte er 42 Prozent der Stimmen und unterlag dem amtierenden Riedericher Verwaltungschef Tobias Pokrop nur knapp.
„Warum nun nach fast 13 Jahren eine erneute Bewerbung in Dettingen? „Bürgermeister will ich nur da werden, wo ich die Menschen kenne und die Strukturen verstehe“, erklärt der 46-Jährige, der als parteiloser Kandidat antritt. Denn Parteipolitik will Felix Schiffner keine machen – stattdessen geht es für ihn darum, „mit den Menschen vor Ort etwas zu bewirken.“
Die Dettinger Infrastruktur soll erhalten bleiben
Gerade in diesen finanziell frostigen Zeiten baut der Bewerber auf Projekte mit Bürgern, Vereinen, Ehrenamtlichen. Er spricht von gemeinschaftlichen Lösungen: „Wenn aus der Bürgerschaft etwas kommt, versuche ich, das voranzutreiben.“ Das gelte auch, wenn es darum geht, die viel gerühmte „Dettinger Infrastruktur“ mitsamt den freiwilligen Leistungen der Verwaltung zu sichern. Die weitestgehend zu erhalten, ist eines von Felix Schiffners Zielen. Als gutes Beispiel führt er das Engagement der Bürgerstiftung und des Fördervereins bei der Gestaltung des kleinen Spielplatzes für die Grundschüler auf dem Hof der Schillerschule an.
Kurz: „Dettingen lohnt sich“, ist der Familienvater überzeugt. Mit gerade 10.000 Einwohnern habe der Ort die richtige Größe – Bürgermeister und Verwaltung könnten direkten noch Kontakt zu Ehrenamtlichen und Bürgern halten. Für ihn habe sich nun erneut „ein Fenster geöffnet“, obwohl die Gemeinde momentan unter finanziell schwierigen Bedingungen wirtschaften muss. Eine Herausforderung, sagt Schiffner. „Aber Dettingen ist es wert, dass man sie annimmt.“
Die Ortsmitte braucht Wohnungen
Projekte indessen sieht der Ortsbaumeister genug auf sich zukommen, sollte er im Frühjahr ins Zimmer des Bürgermeisters umziehen: Da wäre das neue Kinderhaus, mittelfristig der Umzug der Feuerwehr, die Sanierung bestehender Kindergärten (Bergstraße und Neubühlsteige) sowie die des Altbaus der Schillerschule, zählt er auf. Nicht zu vergessen: Eine Ortskernsanierung IV, die auch für die Karlstraße und das Areal um die Uhlandhalle ein Facelift bringen könnte. Ein Projekt mit Potenzial, urteilt der Chef des Bauamts. Wichtig ist ihm, in der Ortsmitte neuen Wohnraum zu schaffen, auch um die Läden zu unterstützen und das Zentrum zu beleben.
Mammutaufgaben für den neuen Rathauschef? „Ich weiß, worauf ich mich da einlasse“, sagt Felix Schiffner selbstbewusst. Seine Erfahrung als Ingenieur und Ortsbaumeister sowie die Arbeit in Gemeinderat und Vereinsgremien sieht der 46-Jährige als wichtiges Rüstzeug für den Job des Bürgermeisters. „Ich kenne die Abläufe im Rathaus. Auch ist es mir nicht fremd, die Anliegen der Bürger zu vertreten.“ Dass er (wie übrigens auch Michael Hillert) keine klassische Verwaltungsausbildung durchlaufen hat, gerate in einer Kommune wie Dettingen nicht zum Nachteil, ist der Kandidat überzeugt. „Als Bürgermeister muss man die Dinge steuern und schauen, in welche Richtung sich die Gemeinde bewegt.“
Hilfreich für diese Rolle eines Impulsgebers könnte seine Zeit in der Privatwirtschaft sein, verweist Felix Schiffner auf eine mehrjährige Anstellung in einem Ingenieurbüro in Walddorfhäslach „Ein Job, in dem ich gelernt habe, Probleme zu lösen – und nicht nur die Zuständigkeiten zu prüfen“, sagt er. Ganz nebenbei führte ihn schon diese Aufgabe auch immer wieder in die Rathäuser der Region.
Die kommenden Monate bis zur Wahl möchte Schiffner nutzen, um mit den Dettingern in den Austausch zu kommen: „Darauf freue ich mich“, fasst der Kandidat zusammen. Das nimmt man ihm ab – auch, weil er früh dran ist. Noch ist nicht einmal offiziell, wann die Bewerberfrist für die Wahl beginnt und endet. Das und weitere Details will der Gemeinderat aber noch im September festzurren.

