Kreis Freudenstadt: Landrat Rückert attackiert Parteichef Merz - und will CDU nicht wählen

Landrat Klaus Michael Rückert kritisiert Parteichef Friedrich Merz.
Karl-Heinz Kuball (Archiv)- Freudenstadts Landrat Klaus Michael Rückert kritisiert CDU-Chef Merz scharf.
- Rückert ist empört über die Zusammenarbeit der CDU mit der AfD im Bundestag.
- Er kündigt an, die CDU bei der nächsten Wahl nicht zu wählen.
- Auch Rottenburgs OB Stephan Neher überlegt einen Parteiaustritt.
- Ex-Kanzlerin Merkel äußerte ebenfalls Kritik an Merz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ungewohnt scharf hat Dr. Klaus Michael Rückert den Kanzlerkandidaten und CDU-Parteichef Friedrich Merz kritisiert. Der Freudenstädter Landrat, der selbst Mitglied bei den Christdemokraten ist, sagte dem "Südwestrundfunk": "Politik bedeutet Vertrauen. Und Vertrauen bedeutet, dass ich mich, auch wenn ich Parteimitglied bin, darauf verlassen kann, dass der Wertekompass stimmt."
Damit spielt der 57-Jährige darauf an, dass die CDU im Bundestag auch mithilfe der AfD zu ihrem Ziel kommen wollte, ein härteres Asylgesetz durchzusetzen. Dabei habe Merz noch im November "keinerlei Zusammenarbeit" mit der AfD versprochen. Darauf habe er vertraut, sagte Rückert dem SWR. Dort schoss er weiter gegen Merz: "Dieser klare Wortbruch macht mich wütend, enttäuscht mich. Und es macht mich sprachlos, dass das am selben Tag passiert ist, als man im Bundestag der Holocaustopfer gedacht hat."
Der Plan von Parteichef Merz scheiterte in der vergangenen Woche. Die Gräben innerhalb der Union sind aber offenbar tief. Rückert kündigte an, die CDU bei der Bundestagswahl nicht wählen zu wollen. Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher dachte im Interview mit der SÜDWEST PRESSE sogar über einen Parteiaustritt nach. Beide sind damit offenbar auf einer Wellenlänge mit Alt-Kanzlerin Angela Merkel, die Merz ebenfalls kritisiert hatte.
Am Donnerstag war Rückert terminlich gebunden und daher für Nachfragen der SÜDWEST PRESSE nicht zu erreichen.