SWP+SWP+Bangen um Horbs Sommer-Spektakel
: Will Oberbürgermeister Keßler die Horber Ritterspiele rasieren?

Bei seiner Tour durch die Ortschaften wird das Stadtoberhaupt von Horb in der Kernstadt von der „BI Pro Ritterspiele“ mit Fragen gelöchert. Was er antwortet.
Von
Jürgen Lück
Horb am Neckar
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Ritterspiele

Turnierszene der Ritterspiele 2025: Der Blaue Ritter stößt den schwarzen Ritter vom Pferd. Wie steht Horbs OB Michael Keßler zur Zukunft des Sommer-Spektakels?

Jürgen Lück
  • OB Michael Keßler stellt Zukunft der Horber Ritterspiele infrage und fordert transparente Zahlen.
  • Rathaus beziffert für 2025 ein Gesamt-Defizit von 337.000 Euro – 175.000 Euro durch die Veranstaltung.
  • BI Pro Ritterspiele widerspricht der Defizithöhe und fragt nach Bewertung positiver Effekte für Horb.
  • Besucherzahlen seien von 60.000 auf 20.000 im Jahr 2026 gefallen, eine Entscheidung soll jetzt fallen.
  • Keßler bekennt sich zum Kultursommer auf dem Marktplatz und lobt Kulturmanager Sven Gnass.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Markthalle auf dem Horber Flößerwasen nach Feierabend. Eine Gruppe steht im Halbkreis. Davor Horbs Oberbürgermeister Michael Keßler (CDU). Er ist dabei, eins seiner Wahlkampfversprechen wahr zu machen: Dass er jeden der Ortsteile einmal im Jahr zur „Bürgersprechstunde“ besucht. Dazu zählt auch die Horber Kernstadt. Dieses Mal geht es um die Ritterspiele.

Marius Friedrichson (Ex-Vorsitzender des Ritterspielvereins) ist mit Mitgliedern der Bürgerinitiative da und nutzt die Chance, für die Zukunft der Ritterspiele zu kämpfen. Friedrichson: „Inzwischen sind wir von drei Fraktionen eingeladen worden, um unser Konzept zur Zukunft der Ritterspiele vorstellen und diskutieren zu können.“ Laut Keßlers Rathaus-Berechnungen machte die Veranstaltung 2025 ein Gesamt-Defizit in Höhe von 337.000 Euro – 175.000 Euro durch die Veranstaltung an sich.

Doch was tut die Stadt Horb, um den positiven Wert der Ritterspiele zu bewerten, will Friedrichson wissen. Horbs OB Michael Keßler: „Mir ist wichtig, dass wir alle Zahlen auf den Tisch legen. Wir versuchen auch, die positiven Faktoren für Horb zu präsentieren. Wenn jemand sagt, er will die Ritterspiele selber machen – bitte, Sie können die Markenrechte bekommen.“

Bürger: „Silhouettenbeleuchtung bringt mehr für Horb“

Friedrichson: „Wenn ich die Besucherzahlen so hochrechne, kann ich mir das hohe Defizit nicht erklären.“ Der OB hält dagegen, dass man die 2026er Zahlen bereits habe und öffentlich präsentieren werde. Die BI Pro Ritterspiele will wissen, ob man auch bei anderen Veranstaltungen die Vollkostenrechnung macht. Keßler nennt die Musikcocktails und den Blumenschmuck, bei dem man die Kosten um die Hälfte reduziert habe.

Horber Advent

Janine Lucka und Tabea Schäffer bei der Eröffnung des Horber Advents 2025. Die Stadtsilhouette ist für den Horber Weihnachtsmarkt beleuchtet. Bringt das mehr als die Ritterspiele, wie Thomas Danninger meint?

Juergen Lueck

Thomas Danninger sagt: „Die Ritterspiele machen ein Minus von 300.000 Euro. Gleichzeitig werden die Kita-Beiträge um 29 Prozent erhöht. Bringen die Ritterspiele etwas für die Horber Bürger?“ Danninger erwähnt, dass man während der Adventszeit nicht einmal die Horber Stadtkulisse durchgehend beleuchte – um Geld zu sparen: „Das bringt mehr für Horb als die Ritterspiele.“ Danninger ergänzt, dass beim Horber Advent sogar an der Musik gespart werde.

Keßler: „Kita-Gebühr nicht mit Ritterspielen aufrechnen“

OB Keßler: „Horb wendet sehr viel Geld für eine Veranstaltung auf.“ Er fügt hinzu: „Man darf die Ritterspiele nicht mit den Kita-Gebühren aufrechnen – das wäre unredlich, das finde ich nicht in Ordnung.“ Er redet weiter und sagt in seiner Analyse dann folgenden Satz: „Die Ritterspiele bringen schon was. Die Frage ist nur, was bringen sie für Horb?“

Bürgertreff Markthalle

Beim Bürgertreff vor der Markthalle trifft die BI Pro Ritterspiele Horb mit Marius Friedrichson (Dritter von links) auf Horbs OB Michael Keßler (CDU, rechts).

Jürgen Lück

Friedrichson von der BI Pro Ritterspiele schlägt vor, dass Rathaus, Gemeinderat und der neue Förderverein das neue Konzept der Ritterspiele für das Jahr 2027 auf die Beine stellen sollen. Keßler: „Die Entscheidung muss jetzt gefällt werden.“

Keßler lobt Kultursommer, hat Schwierigkeiten mit Ritterspielen

Der OB sagt noch, dass die Besucherzahlen von einst 60.000 auf 20.000 im Jahr 2026 um zwei Drittel zurückgegangen sind. Keßler: „Was ist, wenn die Besucherzahlen 2027 erneut zurückgehen? Ich habe Schwierigkeiten, diese finanziellen Ressourcen ohne Gemeinderatsvotum noch einmal in die Ritterspiele hineinzustecken.“

Er betont noch, dass das Rathaus in der Drucksache zu der Bewertung der Zukunft der Ritterspiele einen Beschlussvorschlag hineinschreiben wolle. Es wird also kein neutraler Beschlussvorschlag sein. Auf Nachfrage von Rainer Kipp (der unter anderem Wilhelm Klink im Pina-Bucci-Stück zur Horber Rathausfassade spielt) bekennt sich der Oberbürgermeister aber klar zum Kultursommer auf dem Marktplatz. Chamaeleon-Theater, Pina Bucci und die Operngala von Sven Gnass hatten auf der großen Bühne in diesem Sommer drei Wochen lang den Marktplatz bespielt.

Keßler: „Der neue Kulturmanager Sven Gnass sprüht vor Ideen. Der Kultursommer hatte brutal viel Synergien. Wir versuchen, den Fokus weiter auf den Marktplatz zu legen. An dem Thema werden wir dranbleiben. Gnass hat jede Menge Ideen – ich lasse ihn machen.“ Thomas Danninger: „Beim Kultursommer waren hauptsächlich Besucher aus Horb.“