
Ritterspiele in Horb: Bitte ehrlich rechnen!


Die Hexen netzen Dich ein beim Fasnet-Umzug in Horb.
Jürgen LückDie Ritterspiele Horb – das überregional bekannte Aushängeschild der Stadt – sind ins Gerede gekommen. Und die Zeichen stehen auf „Ende Gelände.“ Zu Recht? Schaut man sich die offiziellen Defizit-Zahlen der Stadt an, sind sie dramatisch. Besucherrückgang um 10.000. Defizit von 337.000 Euro in der Vollkostenrechnung. Doch ist das fair?
Fakt ist: Die Besucherzahlen – das zeigen jetzt auch die Diskussionen um den Stuttgarter Wasen – sind immer geschätzt. Bemerkenswert in Horb: Im Jahr 2025 verkündet Ex-OB Peter Rosenberger (CDU) und Ritterspiel-Befürworter, dass die Zahl der Besucher des kostenfreien Horber Abends auf 14000 gestiegen sein soll. 2026 unter Ritterspiel-Skeptiker Michael Keßler (CDU) soll diese Zahl nur noch bei 5000 liegen. Ist diese geschätzte Zahl eine politische Zahl?
Was ist mit der Fasnet? Mit dem Horber Frühling?
Beim Defizit legt das Rathaus die Vollkosten an – also auch jede Stunde, die ein Rathaus-Mitarbeiter für die Ritterspiele arbeitet. Den Ritterspielen wird das zur Last gelegt. Der Fasnet nicht. Die Rathaus-Kosten für Horbs größtes Spektakel im Winter der letzten drei Jahre wurden bisher nicht öffentlich auf den Tisch gelegt. Auch nicht die vom Horber Frühling, Großen Stadtfest, Horber Advent oder dem neuen Horber Kultursommer. Denn: Wenn die kommunalen Kassen immer knapper werden, gehört auch diese Kostenklarheit dazu.
Was messbar ist bei den Ritterspielen Horb, ist die Zahl der verkauften Tickets. Sie sagt, wie viele Besucher bereit sind, für Horbs größtes Sommerspektakel zu zahlen. Und den Aufpreis für das Turnier in seiner jetzigen Form. Seit Jahren liegt diese Zahl zwischen 14.000 und 15.000. Ausnahme: Der Einbruch auf 11.400 Verkäufe (im Jahr 2025). 2026 lag die Zahl der verkauften Tickets wieder bei guten 15000. Das zahlende Publikum bleibt Fan der Horber Ritterspiele. Gab es ein professionelles Management, um bei einem Plus an verkauften Tickets Gewinn oder eine schwarze Null zu erzielen? Wir sind gespannt, ob sich das Rathaus nur ehrlich macht oder ehrlich ist.

Autor Jürgen Lück.
Richard Menzel