Wahlkreis Tübingen-Hechingen: CDU widerspricht Rosemann (SPD): Naser ist der direkt gewählte Vertreter!

Christoph Naser, CDU-Erststimmensieger im Wahlkreis Tübingen-Hechingen, ist einer von sechs CDU-Kandidaten, die am Sonntag zwar gewählt worden sind, aber wegen des neuen Wahlrechts trotzdem nicht in den Deutschen Bundestag einziehen.
Soeren Stache/dpa- Christoph Naser (CDU) gewinnt Wahlkreis Tübingen-Hechingen mit 31,7%, darf aber nicht in den Bundestag.
- CDU widerspricht SPD-Aussage, dass Naser nicht gewählt ist; nennt neues Wahlrecht schuld.
- Naser wird trotzdem eng in die Arbeit der Berliner CDU-Fraktion eingebunden.
- CDU hofft, dass Naser nachrückt, wenn drei Abgeordnete ausfallen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Hin und Her allein im Wahlkreis Tübingen-Hechingen zwischen CDU und SPD wird doch nicht ein Vorgeschmack sein auf die Sondierungsgespräche über eine Koalition in Berlin? Das Hickhack an der schwäbisch-hohenzollerischen Basis geht ungebremst weiter. Dabei wäre es doch so einfach: Naser ist als Erststimmensieger sehr wohl gewählt, darf aber nicht rein in den Bundestag.
Nachdem sich erst die Christdemokraten die Wunden geleckt und dann über das reformierte Wahlrecht geschimpft haben, gab der nicht mehr angetretene Tübinger-Hechinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann eine Stellungnahme ab: Naser sei nun mal nicht gewählt, und Kritik am Wahlrecht solle unterlassen werden.
Das lassen sich die Christdemokraten um ihren Tübinger Kreisvorsitzenden Christoph Naser und dessen Stellvertreter Georg Riege selbstverständlich nicht einfach so sagen. Gleich an diesem Freitag wurde zurückgeschossen. An den Fakten änderten auch Zwischenrufe von Martin Rosemann nichts, so Riege. Das heißt für die CDU: „Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 hat Christoph Naser als CDU-Direktkandidat den Bundestagswahlkreis Tübingen-Hechingen mit 31,7 Prozent (+4,8 Prozent) klar für sich und die CDU gewonnen.“
Wenn drei Abgeordnete ausfallen, dann!
Die Tübinger Christdemokraten denken voraus: Als Wahlkreissieger, so Georg Riege weiter, rücke Christoph Naser in Baden-Württemberg an dritter Stelle als direkt gewählter Wahlkreisabgeordneter in den Deutschen Bundestag nach, noch bevor die Landesliste ziehe. Es müssten also „nur“ drei Abgeordnete ausfallen, dann wäre Naser am Zuge. Schuld daran, dass dem Erststimmensieger das errungene Mandat nicht zugeteilt wird, habe, und da scheint ein neuer Begriff zu entstehen, allein das „Ampel-Wahlrecht“.
Naser wird eng eingebunden
Naser selbst betont in der Stellungnahme vom Freitag, dass er zukünftig eng eingebunden wird in die Arbeit der Berliner Fraktion (die HZ hat berichtet). Christoph Naser: „In enger Zusammenarbeit mit den CDU-Abgeordneten im Land, im Bund und in Europa werden wir die Interessen unserer Region auf allen Ebenen vertreten.“

