„Kinder brauchen Frieden“ und Afghanistan
: „Wenn wir Spenden bekommen, startet sofort der nächste Einsatz“

Vereinsvorsitzender Jürgen Müller gibt einen Bericht aus Kabul weiter, der die möglichen Hintergründe der humanitären Katastrophe nennt. Vor allem Kinder und Frauen sind betroffen.
Von
red
Hechingen
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Bislang war das unerwünscht in Afghanistan, jetzt drücken die Machthabe offenbar ein Auge zu: Kinder brauchen Frieden macht großflächig bekannt, wer die Ladung Hilfsgüter für die ERdbebenopfer finanziert hat.

Der Hechinger Verein „Kinder brauchen Frieden“ kennt sich auf mit Unterstützung für notleidende Menschen in Afghanistan. Beim Erdbeben im September vergangenen Jahres hat man erfolgreich auf Helfer vor Ort gebaut (Archivbild).

Kinder brauchen Frieden
  • In Afghanistan verschärft sich die Not: Kinder und Frauen sind besonders betroffen.
  • Unicef meldet dieses Jahr 3,7 Mio. Kinder mit Risiko für Unterernährung.
  • Kliniken schließen, Wasser wird knapp – Hilfsbudgets reichen nicht aus.
  • Taliban untersagten im Dezember 2024 Pflege- und Hebammenstudium für Frauen.
  • Verein „Kinder brauchen Frieden“ plant sofortige Einsätze bei neuen Spenden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach Angaben von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, sind in diesem Jahr in Afghanistan 3,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren einem erhöhten Risiko von Unterernährung ausgesetzt. Fast eine Million von ihnen leidet bereits an schwerer Auszehrung. Weitere 1,2 Millionen schwangere oder stillende Frauen sind selbst akut unterernährt. Die akute Unterernährung hat sich laut Unicef in 26 der 34 Provinzen des Landes verschlimmert. Für den humanitären Hilfsappell hat Unicef 1,71 Milliarden US-Dollar veranschlagt, doch bislang ist nur etwa ein Viertel der Summe gedeckt. Das Welternährungsprogramm hat lediglich acht Prozent seines Budgets erhalten. Landesweit wurden bereits rund 400 primäre Gesundheitszentren geschlossen, schreibt Unicef.

Bericht von der Lage in Afghanistan

Hiobsbotschaften aus Afghanistan, welche der Hechinger Verein „Kinder brauchen Frieden“ aus zuverlässiger Quelle weitergibt. Sie stammen wie schon bei der Erdbebenhilfe im vergangenen September von Waheed Massoud, der lange Jahre Dolmetscher der US-Army war und den Journalisten Wolfgang Bauer auf seinen Reisen begleitet hat. Durch Bauer konnte er mit seiner Familie 2021 nach Deutschland fliehen. Er ist für „Kinder brauchen Frieden“ eine große Hilfe,  da sein Bruder noch in Kabul lebt und die Hilfseinsätze für den Verein plant und durchführt. Vereinsvorsitzender Jürgen Müller: „Auch in schwierigen und oft gefährlichen Situationen leisten er und sein Tm für ,Kinder brauchen Frieden' eine tolle Arbeit.“

Die Nachrichten aus dem Land im Hindukusch, wo einst auch die Sicherheit der Deutschen hätte verteidigt werden sollen, klingen ernüchternd: „Fünf Jahre nach der Rückkehr der Taliban an die Macht erleben Frauen und Kinder in Afghanistan eine Krise, die nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist. Mädchen ist der Zugang zur Ausbildung als Pflegekraft verwehrt. Mütter finden keine Hebammen. Kliniken weisen unterernährte Kleinkinder ab, weil die finanziellen Mittel erschöpft sind. Und auch in Kabul versiegen die Wasserhähne und Brunnen.“

Zur ersten Krise, so schreibt Waheed Massoud, sei eine zweite hinzugekommen: eine, die nicht durch äußere Umstände, sondern durch politische Entscheidungen verursacht worden sei. Im Dezember 2024 untersagten die Taliban Frauen das Studium der Krankenpflege und Hebammenkunde und kappten damit den letzten verbliebenen Weg für afghanische Frauen in einen medizinischen Beruf. Und jetzt fehlt es enorm an medizinischen Kräften.

Vorsitzender Jürgen Müller sagt Hilfe zu

Helfer, so heißt es weiter im Bericht aus Kabul, beschrieben ein System, das unter Krisen zusammenbricht, die sich gegenseitig befeuerten: Dürre, zurückkehrende Flüchtlinge, ein schrumpfendes Hilfsbudget und ein Gesundheitspersonal, das per Dekret aus dem Dienst verschwinde. Allein das Welternährungsprogramm (WFP) beziffert seinen diesjährigen Finanzbedarf auf rund 900 Millionen Dollar – ein Ziel, von dem es noch weit entfernt ist. „Kinder brauchen Frieden“ hält dagegen und will auf seine eigene Weise vor Ort helfen. Jürgen Müller versichert: „Wenn wir Spenden bekommen, dann startet sofort der nächste Einsatz, um zu versuchen, einige der Kinder zu retten.“

Wie man helfen kann

Wer den Verein unterstützen will, hier die Infos dazu: Spendenkonto bei der Sparkasse Zollernalb, IBAN: DE69 6535 1260 0079 2340 34, Stichwort „Afghanistan“. Alle Informationen unter www.kinder-brauchen-frieden.de