Erdbeben Afghanistan: Kinder brauchen Frieden startet den ersten Hilfstransport in die Region

Verzweifelt wühlen Menschen mit den Händen oder einfachsten Werkzeugen in den Trümmern, und noch immer werden im Osten Afghanistans Tote geborgen
Kinder brauchen Frieden- Afghanistan: Nach Erdbeben mit 2200 Toten startet „Kinder brauchen Frieden“ einen Hilfstransport.
- Hilfe aus Zollernalbkreis: Kleidung, Decken, Medizin und Nahrung für die betroffene Bergregion.
- Verein arbeitet seit 2021 vor Ort und kooperiert mit lokalen Helfern wie Waheed Masouds Bruder.
- Zugang schwierig: Region schwer erreichbar, Taliban erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen.
- Spendenaufruf: Unterstützung dringend nötig, Infos unter kinder-brauchen-frieden.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Lissabon. Die Standseilbahn mit derzeit 16 Todesopfern. Grausam. Aber was ist mit annähernd 2200 Erdbebentoten mindestens und noch viel mehr Verletzten und unzähligen Obdachlosen in Afghanistan? Ganz schnell sind die Nachrichten vom Hindukusch nach hinten gerutscht. Aber nicht für die Aktiven der Zollernalb-Hilfsorganisation Kinder brauchen Frieden. Die lassen bereits an diesem Sonntag den ersten Transport in den Osten des geschundenen Landes rollen.
Jürgen Müller hat ganz schnell in die Tasten geklopft und an die Südwest Presse gemailt: Wir helfen, helft Ihr mit? Selbstverständlich. Dieser Beitrag ist ein Aufruf, Kinder brauchen Frieden für die Aktion Erdbebenhilfe extra zu unterstützen. Wie immer bei dem1993 in Hechingen gegründeten Verein gilt das Prinzip, dass gezielt Hilfe geleistet wird – mit Leuten vor Ort, die man kennt und mit denen man schon lange zusammenarbeitet. Dafür garantiert im Fall Afghanistan einmal mehr Waheed Masoud. Der frühere Dolmetscher bei der US-Army und bei dem bekannten Reutlinger Journalisten Wolfgang Bauer lebt inzwischen ebenfalls in der Achalmstadt. In der Heimat geblieben ist sein Bruder, und der sorgt jetzt von Kabul kaus für Direkthilfe, finanziert aus dem Zollernalbkreis und der ganzen Region Neckar-Alb.
Die Hilfe muss schnell sein
Die Unterstützung muss schnell funktionieren, sagt Jürgen Müller. Der Vorsitzende von Kinder brauchen Frieden aus Albstadt erklärt: Der Verein hat bereits einige tausend Euro nach Afghanistan transferiert, und mit diesem Geld sorgt das Helferteam dort jetzt für das, was in der vom Erdbeben der Stärke 6,0 zerstörten Bergregion am dringendsten gebraucht wird.
Man kann es sich hierzulande, wo sich jetzt der Sommer nochmal von seiner schönsten Seite zeigen soll am Wochenende, nur schwer vorstellen: Aber dort, wo die Erde so verheerend gebebt hat, das ist im Gebirge, es ist schon kalt, und die Betroffenen sind die Ärmsten, die in einfachen Häusern in den Dörfern leben. Da braucht es keine Stärke 6,0. Die Gebäude wären auch bei weniger heftigem Beben eingestürzt.
Kaum ein Haus steht mehr
So aber steht oftmals überhaupt kein Haus mehr, und die Zahl der Todesopfer nimmt täglich zu, weil die Gegend so entlegen ist und noch gar nicht alle Dörfer erreicht worden sind. „Man kommt meistens nur zu Fuß oder auf dem Esel dorthin“, schildert es Jürgen Müller. Der Lastwagen, den der Bruder von Waheed Masoud in Kabul bereits angemietet hat, um am Sonntag in die Provinz Kunar zu starten, dürfte geländegängig sein. Das darf man bei den Hilfsprofis von Kinder brauchen Frieden auch erwarten.

Wie immer leiden die Kinder ganz besonders unter der Katastrophe. Viele haben ihre Eltern verloren, manche den Großteil ihrer Familie.
Kinder brauchen FriedenSo hilft man Kinder brauchen Frieden
Wie immer empfehlen wir, direkt auf die Homepage der Hilfsorganisation zu gehen. Aber wir liefern auch gern: Sparkasse Zollernalb, Kontoinhaber: Kinder brauchen Frieden e.V., IBAN: DE69 6535 1260 0079 2340 34; Swift-BIC: SOLADES1BAL. Infos gibt es unter Telefon (07431) 73892, am besten aber per Mail an info@kinder-brauchen-frieden.de.

An Wiederaufbau ist gar nicht zu denken. Wie soll es irgendwann aber weitergehen im Osten Afghanistans?! Viele der betroffenen Dörfer liegen im Gebirge und sind nur schwer zu erreichen.
Kinder brauchen FriedenTransportiert wird alles, was gebraucht wird. Und das ist viel. Es geht nicht allein um Nahrung. Genauso wichtig sind Kleidung und Schuhe und Decken gegen die Kälte. Medizin ist ebenfalls wichtig. Denn viele, die überlebt haben, sind geflohen und lagern jetzt irgendwo im Freien. Sie sind weiter südlich in die Täler gezogen, wo es wärmer ist. Jürgen Müller: „Die Erdbebenflüchtlinge haben in der Regel gar nichts mehr. Nur die Sachen, die sie am Leib getragen haben, sind noch da.“
Die Taliban müssen Hilfe zulassen
Es ist höchste Zeit, dass Hilfe naht seit dem vergangenen Sonntag. Doch das geschieht zögerlich. Und dies wird nicht allein daran liegen, dass die Region so entlegen ist. Auch die regierenden Taliban machen es den Hilfsorganisationen nicht leicht, seit sie wieder an der Macht sind. Aber das dürfte jetzt, nach dem Erdbeben, anders sein.

Seit Sonntag suchen die Menschen in den Trümmern nach Überlebenden. Oder aber, sie versuchen, die Toten zu bergen. Nur, wohin mit den vielen Leichen?
Kinder brauchen FriedenSeit Weihnachten 2021 ist Kinder brauchen Frieden vor Ort
Der ebenso überraschende wie schnelle Abzug des Westens aus Afghanistan im Sommer 2021 hat die radikalen Taliban endgültig wieder an die Macht gebracht und für neue Flüchtlingsströme gesorgt. Die werden derzeit von Pakistan und dem Iran aus wieder zurückgeschickt. Kinder brauchen Frieden ist allen Widrigkeiten zum Trotz bereits seit Weihnachten 2021 in Afghanistan präsent. Ein halbes Dutzend Helfer sind für den Verein aus dem Zollernalbkreis mit Sitz inzwischen in Albstadt seither im Einsatz. Wie berichtet, gab es unter anderem Aktionen mit einer mobilen Suppenküche. Außerdem wurde Winterkleidung in den Flüchtlingscamps verteilt. Und die Taliban? Die haben bislang ein Auge zugedrückt und diese westliche Hilfe zugelassen. Allerdings wurden alle Hinweise auf Kinder brauchen Frieden, unter anderem bedruckte T-Shirts und Plakate, entfernt. „Das wird jetzt wieder anders werden“, prophezeit „KbF“-Vorsitzender Jürgen Müller: „Jetzt sind sie in einer Zwangslage und müssen es erlauben.“

Menschenleer sind die vom Erdbeben heimgesuchten Landstriche. Auch bei Nacht wird das Ausmaß der Zerstörung noch deutlich.
Kinder brauchen Frieden
