„Kinder brauchen Frieden“ in Afghanistan
: Hilfsaktion ist angelaufen: Flüchtlinge haben nicht einmal das Geld für Wasser

Die Katastrophe in Nepal hat das afghanische Flüchtlingselend aus den Nachrichten verdrängt. Aber am Hindukusch fehlen in den Camps weiterhin Essen und Trinken. Die Hilfsorganisation „Kinder brauchen Frieden“ ist seit einer Woche vor Ort  und kocht Essen auf dem Lastwagen.
Von
Ernst Klett
Zollernalbkreis
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Auf der Pritsche eines Lastwagens wird im Flüchtlingscamp frisches Essen gekocht. Der Andrang ist gewaltig, lässt "Kinder brauchen Frieden" aus Afghanistan wissen.

Auf der Pritsche eines Lastwagens wird im Flüchtlingscamp frisches Essen gekocht. Der Andrang ist gewaltig, lässt "Kinder brauchen Frieden" aus Afghanistan wissen.

privat
  • In afghanischen Camps fehlen Essen und Wasser – Flüchtlinge können Wasser oft nicht bezahlen.
  • „Kinder brauchen Frieden“ kocht seit einer Woche vor Ort frisches Essen auf einem Lastwagen.
  • Rund 700 Familien werden erreicht, das Camp ist nicht registriert und dringend auf Hilfe angewiesen.
  • Spenden von annähernd 10.000 Euro aus dem Zollernalbkreis ermöglichten den Start der Aktion.
  • Die Helfergruppe wird von Hamayoudin geleitet, koordiniert über die Hechingen-Reutlingen-Kabul-Connection.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Durst ist schlimm. Aber was tun, wenn andere das Trinkwasser aus den Bergen holen und dafür umgerechnet 20 Cent verlangen – man aber nicht einmal diese klitzekleine Summe hat? Hoffen auf Hilfe von außen. Das allerdings ist in Afghanistan, seit die Taliban wieder an der Macht sind, so eine Sache. Als eine kleine, aber effektive Hilfsorganisation hat der Zollernalb-Verein „Kinder brauchen Frieden“ mit Sitz in Hechingen vor gut einem Monat eine neuerliche Aktion für das Land am Hindukusch gestartet.

Bei „Kinder brauchen Frieden“ geht kein Geld verloren

Es ist die seit Jahrzehnten bewährte Methode, die „Kinder brauchen Frieden“ in etlichen Notstandsgebieten der Erde anwendet: Helferinnen und Helfer vor Ort müssen die Hilfe direkt verteilen, und dieses Helferteam muss den Verantwortlichen des Vereins auch gut bekannt sein. So kann der Verein seit Jahr und Tag garantieren, dass Spenden an ihn nicht in dubiosen Kanälen versickern oder gar für einen aufgeblähten Verwaltungsapparat und Werbung verwendet werden.

Mithilfe des Aufrufes in den drei führenden Zeitungen des Zollernalbkreises – Schwarzwälder Bote, Südwest Presse Zollernalbkreis und Hohenzollerische Zeitung – sind innerhalb kurzer Zeit annähernd 10.000 Euro gespendet worden. „Kinder brauchen Frieden“-Vorsitzender Jürgen Müller aus Albstadt lässt wissen: „Dank der tollen Presse konnten wir eine Aktion mit 10.000 Euro starten!“

Dafür greift wieder die Hechingen-Reutlingen-Kabul-Connection. Der Hechinger Verein arbeitet zusammen mit dem früheren afghanischen Dolmetscher Waheed Massoud, der den Reutlinger Globetrotter-Journalisten Wolfgang Bauer begleitet hat und mit dessen Unterstützung er nach Deutschland fliehen konnte. Waheeds Bruder Hamayoudin lebt noch in der Heimat und leitet die Helfergruppe von „Kinder brauchen Frieden“. „Er hat in bewährter Weise sein Team zusammengetrommelt“, schreibt Vereinschef Jürgen Müller.

Anstehen und Warten auf Trinkwasser und Nahrungsmittel. Aber immerhin: Dank des Einsatzes von "Kinder brauchen Frieden" kann den Flüchtlingen im afghanischen Camp geholfen werden.

Anstehen und Warten auf Trinkwasser und Nahrungsmittel. Aber immerhin: Dank des Einsatzes von "Kinder brauchen Frieden" kann den Flüchtlingen im afghanischen Camp geholfen werden.

privat

Essen und Trinken, finanziert mithilfe der Spenden von der Zollernalb und der Umgebung, erreichen laut „Kinder brauchen Frieden“ inzwischen rund 700 afghanische Familien. Es handelt sich um Menschen, die bei der Machtübernahme der Taliban aus dem Land geflohen sind. Aus dem Iran und aus Pakistan sind sie dann aber wieder ausgewiesen worden. Sie leben in einem Camp im Nirgendwo, das nicht registriert ist, und brauchen dringend Hilfe, wie Jürgen Müller betont.

Das Essen wird auf dem Lastwagen gekocht

Es geht rustikal, aber erfolgreich zur Sache. Gekocht wird auf der Pritsche eines Kleinlasters. Frisches Essen sorgt für gewaltigen Andrang. Jürgen Müller: „Das Essen wird in jedem nur möglichen Behälter abgeholt.“ Das Problem ist allerdings nicht allein die fehlende feste Nahrung, sondern ebenso das Wasser. Es wird teilweise in Kanistern aus den Bergen geholt, aber es kostet, und sogar die Cent-Beträge haben die Flüchtlinge nicht.

So hilft man „Kinder brauchen Frieden“ helfen

„Kinder brauchen Frieden“ informiert weiterhin aus Afghanistan und hofft auf weitere Spenden. Zwischendrin aber „sagen wir ein dickes Dankeschön für jeden Cent, der Leben rettet“, so Jürgen Müller. Die Bankverbindung: Spendenkonto bei der Sparkasse Zollernalb, IBAN: DE69 6535 1260 0079 2340 34, Stichwort „Afghanistan“. Alle Informationen unter www.kinder-brauchen-frieden.de