Europawahl Zollernalbkreis
: Immer mehr Ergebnisse – AfD kratzt in Hausen und Starzeln an 40 Prozent

Erste Europawahl-Ergebnisse aus dem Zollernalbkreis liegen vor. Die AfD kommt fast durchweg über 20 Prozent, in Hausen, Starzeln, Killer und Gauselfingen ist sie gar stärkste Kraft.
Von
Hardy Kromer
Zollernalbkreis
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Europawahl im Zollernalbkreis: Erste Ergebnisse liegen vor

Europawahl im Zollernalbkreis: Erste Ergebnisse liegen vor.

Hardy Kromer

Die Ergebnisse der Europawahl werden zur Stunde überall ausgezählt. Kleinere Gemeinden im Zollernalbkreis sind schon fertig. Der Trend ist klar: Die CDU ist fast überall stärkste Partei, die Ampelparteien haben herbe Verluste zu beklagen, und die AfD schneidet auf der Zollernalb überdurchschnittlich ab.

Landkreis: Grüne mehr als halbiert

Das Zollernalb-Gesamtergebnis zeigt Grün wieder unten und Hellblau weit oben: Die Grünen sind von ihren sensationellen 18,0 Prozent bei der Europawahl 2019 auf 7,88 abgerutscht. Für die AfD dagegen ging es von 12, 6 rauf auf 20,76. Die CDU legt ein bisschen zu von 35,4 auf 36,69. Die SPD (8,84 nach 11,6) und die FDP (6,78 nach 7,9) bauen noch mehr ab. Sahra Wagenknechts Bündnis schafft aus dem Stand 5,22 Prozent; die Linken hatten 2019 nur 2,5.

Einzelne Ergebnisse stechen heraus: In Hausen im Killertal ist die in Teilen verfassungsfeindliche Rechtsaußen-Partei mit 39,9 Prozent stärkste Partei, mehr als fünf Punkte vor der CDU (34,2). Ähnlich das Bild in weiteren Burladingen Stadtteilen: In Starzeln hat die AfD mit 39,4 Prozent die Nase vorn, in Gauselfingen mit 36,8 und die Killer mit 34,2 Prozent. Gesamtstadtweit konnten sich die Christdemokraten als stärkste Kraft behaupten, blieben mit insgesamt 35,0 Prozent im Vergleich zu 2019 (36,3 Prozent) sogar einigermaßen stabil. Die AfD wurde mit 27,1 Prozent klar zweitstärkste Kraft und verbuchte mit 9,8 Prozentpunkten die mit Abstand meisten Gewinne.

Die Berliner Ampelparteien wurden im Raum Burladingen gar zu Splitterparteien degradiert. Die Grünen, 2019 mit 14,6 Prozent noch deutlich zweistellig, sackten am drastischsten auf 5,9 Prozent ab, die Kanzlerpartei SPD musste sich mit 6,7 Prozent begnügen (minus 2,7), die FDP mit 6,3 Prozent (minus 2,5). Die Freien Wähler legten auf 5,9 Prozent zu (plus 2,0), das Bündnis Sahra Wagenknecht kam direkt auf 4,8 Prozent.

Grosselfingen: AfD knapp unter 30 Prozent

In der Gemeinde Grosselfingen ist die AfD mit 29,6 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU (34,2). Die Berliner Regierungsparteien SPD (6,9 Prozent), Grüne (5,4) und FDP (5,4) landen in Grosselfingen im einstelligen Bereich. Auf ähnlichen Niveau: das Bündnis Sahra Wagenknecht mit 5,9 Prozent.

Jungingen: die Ampelparteien einstellig

Fertig ausgezählt hat auch Jungingen: Hier liegt die CDU mit 36,7 Prozent deutlich vor der AfD (20,7). Einstellig auch im Killertal die Ampelparteien: die Grünen bei 8,9, die SPD bei 8,8 und die FDP bei 5,3 Prozent. Auch das BSW erreicht hier auf Anhieb 5,3 Prozent, die Freien Wähler 4,4.

Hechingen: 31,9 Prozent für die CDU

Punkt 20 Uhr hat auch die Stadt Hechingen ausgezählt: Die CDU ist hier mit 31,9 Prozent klar stärkste Partei, gefolgt von der AfD mit überdurchschnittlichen 21,1 Prozent. Abgeschlagen die Grünen mit 10,3 und die SPD mit 9,9 Prozent. Die FDP bringt es in ihrer einstigen Hochburg nur noch auf 6,8 Prozent, knapp vor dem Bündnis Sahra Wagenknecht mit 6,5.

Rangendingen: CDU doppelt so stark wie die AfD

Rangendingen zieht mit dem Europawahl-Ergebnis nach: Die CDU gewinnt im Starzeltal klar mit 39,8 Prozent (plus 1,7 im Vergleich zu 2019), die AfD legt von 16,7 auf 20,2 nicht gar zu sehr zu. Die SPD fällt um 2,3 Punkte auf 8,1 Prozent zurück. Die herbsten Verluste haben die Grünen zu beklagen. Nach dem Rekordergebnis von 17,2 Prozent vor fünf Jahren muss sich die Ökopartie jetzt mit 5,9 Prozent begnügen. Stärker noch: das Bündnis Sahra Wagenknecht mit 6,2 und die FDP mit 6,0 Prozent. Die Freien Wähler kommen mit 4,2 Prozent ins Ziel.

Albstadt: Ampel-Parteien unter ferner liefen

Auch Albstadt, die größte Stadt im Kreis, hat die Europawahl-Auszählung beendet. Hier ist die CDU mit 36,1 Prozent mit Abstand stärkste Kraft, gefolgt von der AfD (21,1). Und die Ampelparteien? Die SPD kommt mit 9,6 Prozent ins Ziel, die Grünen rutschen auf 7,3 Prozent ab. Die FDP notiert mit 6,8 Prozent, das BSW mit 5,7 Prozent.

Bisingen: SPD immerhin zweistellig

In Bisingen ist die Sozialdemokratie traditionell stark. Ein immerhin noch zweistelliges Ergebnis holte die Kanzlerpartei hier. 11,7 Prozent bedeuten aber ein Minus von 2,4 Punkten im Vergleich zur Europawahl 2019. Stärkste Partei auch in der Kirchspielgemeinde: die CDU mit fast unveränderten 33,0. Die AfD legt um 7,4 Punkte zu und landet mit 19,5 Prozent auf Platz 2. Die Grünen verlieren jede zweite Stimme im Vergleich zu 2010 und sacken auf 9,5 Prozent ab. Das BSW bringt es auf Anhieb auf 6,1 Prozent und überholt die FDP (5,9).

Haigerloch: AfD knapp unter 20 Prozent

An der Eyach bleibt die AfD unter 20 Prozent. In der Gesamtstadt Haigerloch haben die Rechten 19,49 Prozent bekommen. Die Grünen, vor fünf Jahren mit 17,7 noch die Nummer 2, sind ganz knapp noch Dritter mit 7,36. Des folgen SPD (7,34) und FDP (6,84). Die Wagenknecht-Partei ist mit 4,78 schwacher als anderwo. Die CDU weiß, was sie an Haigerloch hat: 39,9 nach 38,4 Prozent.

Geislingen: CDU mit über 40 Prozent

In der Stadt Geislingen hat die CDU mit 43,7 Prozent einen klaren Auftrag fürs Europäische Parlament erhalten (2019: 41,2), die AfD ist mit 20 Prozent (12,3) danach stärkste Kraft, während sich die Ampel-Parteien Grüne 6,7 (2019: 15 Prozent), SPD 7,6 (knapp 10) und FDP 5,6 (7,9) diesmal kleine Brocken teilen. Die Freien Wähler kamen auf 3,2 Prozent, das BSW 3,9 Prozent, alle anderen unter ein Prozent (Linke 2019: 1,4). Die Wahlbeteiligung lag hier bei 68 Prozent.

CDU auch in Schömberg weit vorne

Auch in Schömberg kam die CDU als stärkste Kraft auf 42 Prozent (2019: 44,8), dahinter die AfD mit 20,3 Prozent (2019: 10,9), die FDP mit 7,7 Prozent (8) und die Grünen mit 7,2 Prozent (vormals 17,6). Die SPD krebst bei knapp 6 Prozent herum (7,1), während das neue Bündnis Sahra Wagenknecht direkt auf 4,9 Prozent kam. 2,2 Prozent gingen hier an die Freien Wähler, die Linke auf 1 Prozent (2019: 1,8), die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (Dava) kam noch auf 1,3 und die Tierschutzpartei auf 1,1. Wahlbeteiligung: 66,3 Prozent.

AfD auch in Meßstetten stark

Die AfD hat auch in Meßstetten aufgeholt und verbessert sich im Vergleich zu 2019 von 13,2 auf 21,6 Prozent. Die Christsozialen sind auch hier mit 41,8 Prozent stärkste Kraft und haben sich damit gesteigert von 38,7 Prozent im Jahr 2019. Die Grünen schnitten mit 6,2 Prozent schlechter ab (2019: 15,8), ebenso die SPD mit 6,7 (9,3) und die FDP mit 6,5 (8,2). Das BSW steigt hier mit 4,5 Prozent der Stimmen ein, die Freien Wähler verbessern sich einen Tick mit 3,7 Prozent (3,3).

Bitzer wählen häufiger die SPD

In der Stadt Bitz ein ähnliches Ergebnis: Zugewinne bei der AfD, die nun auf 20,6 Prozent kommt (2019: 12,6) und bei der CDU mit nun 37,7 Prozent (33,2), während die Grünen nur noch 6,3 Prozent erreichen (2019: 14,3), die FDP 6,9 Prozent (9,4). Die SPD verbessert sich hier allerdings auf knapp 19 Prozent von 13,1 im Jahr 2019. Die Freien Wähler erreichen nun 3,4 Prozent (nach 2,8), Die Linke kommt nur noch auf 1,7 Prozent (3), Die Partei auf 1,1 und die Tierschutzpartei auf 1,6 Prozent.