Arbeitskreis Asyl Hechingen: 1. Platz beim Integrationspreis Baden-Württemberg fürs "Refugio"

Der Ministerpräsident kennt das Hechinger "Refugio" persönlich: Winfried Kretschmann (Mitte) besuchte im September vergangenen Jahres auf Einladung von Zollernalb-Landrat Günther-Martin (rechts von Kretschmann) das Flüchtlingsprojekt.
Landkreis- Arbeitskreis Asyl Hechingen gewann 1. Platz beim Integrationspreis BW für das "Refugio"-Projekt.
- Projekt bietet Unterkunft, Arbeit und Lernen für Geflüchtete in Hechingen, betreut von Ehrenamtlichen.
- Das Projekt erhielt 3000 Euro Preisgeld und wurde von Ministerpräsident Kretschmann besucht.
- "Refugio"-Projekt läuft bis Ende 2026 und belebt die Oberstadt von Hechingen.
- Preis wurde in Bad Cannstatt verliehen, 236 Bewerbungen gab es insgesamt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Befürworter des ganz besonderen Projekts für geflüchtete Menschen aus allerlei Ländern mitten in Hechingen gibt es viele. Ebenso viele sind allerdings weiterhin dagegen, auch wenn sie es nur hinter vorgehaltener Hand wissen lassen. Für den für viel Geld neu gestalteten Platz hätte man sich etwas anderes gewünscht. Investoren indes haben sich nicht gemeldet. Viele Hechingerinnen und Hechinger wiederum wissen gar nicht, dass es das "Refugio" überhaupt gibt. Denn seit der Eröffnung der Unterkunft mit Restaurant im Januar 2024 hat es keine größeren Auffälligkeiten im vormaligen Hotel-Restaurant "Klaiber" gegeben. Wenn das keine Positivwerbung ist und die Kritiker verstummen lassen sollte! Das Land hat den Arbeitskreis Asyl, der das "Refugio" im Auftrag des Landkreises Zollernalb führt, jetzt als preiswürdig eingestuft.
Einmal im Jahr verleiht das Land Baden-Württemberg seinen Integrationspreis. Man sollte schließlich merken, dass die Grünen seit Jahr und Tag am Landesruder sind. Verliehen hat Sozialminister Manne Lucha am Donnerstag in Bad Cannstatt insgesamt neun Hauptpreise in drei Kategorien. Im Bereich "Zivilgesellschaft" hat der Arbeitskreis Asyl mit seinem Projekt am Hechinger Obertorplatz den 1. Platz eingenommen. Der ist mit 3000 Euro dotiert.
Des Landrats euphorischer Dank
Der Zollernalbkreis, in dessen Auftrag der Arbeitskreis das "Refugio" führt, hat die Verleihung am Freitag freudig kommentiert. Freudig ist zu wenig. Euphorisch trifft es eher. Landrat Günther-Martin Pauli im Originalton: "Kreativ und couragiert sind wir 2024 gemeinsam mit der Stadt Hechingen und dem rührigen AK Asyl in ein wunderbares Experiment gestartet: Weg von einer reinen Flüchtlingsunterbringung, hin zu einem einzigartigen sowie Chancen eröffnenden Modellprojekt unter dem Motto ,fordern und fördern': Leben, Lernen und gleichzeitig Arbeiten– alles unter einem Dach. Mit dem Restaurant wird zugleich die Oberstadt belebt." Man sei stolz, so betont der Landrat weiter, auf dieses erfolgreiche Integrationsprojekt, und man danke dem Arbeitskreis Asyl für das Engagement und den verantwortungsvollen Teamgeist.

Wenn mal wieder richtig Sommer ist: Die Außengastronomie des "Refugio" lädt Einheimische wie Auswärtige zum fröhlichen Essen und Trinken auf dem Hechinger Obertorplatz ein. Die Bedienung ist freundlich und gewillt und mit dem Deutschlernen meistens schon weit gediehen.
Archiv (Hardy Kromer)Die neun ausgezeichneten Projekte hatten eine durchaus starke Konkurrenz: Insgesamt 236 Bewerbungen lagen dem Land aus ganz Baden-Württemberg vor. In der Kategorie "Zivilgesellschaft" folgen dem Hechinger Arbeitskreis auf den Plätzen 2 und 3 die Universität Konstanz mit ihrer psychotherapeutischen Behandlung von Geflüchteten und der TV Sennfeld (Neckar-Odenwald-Kreis) mit "Sport für alle". Die beiden anderen Kategorien beim Integrationspreis sind Kommunen und Verwaltungen sowie Unternehmen und Verbände. Der Landespreis ist in diesem Jahr erst zum zweiten Mal verliehen worden. Die Premiere war im Jahr 2019. Die meisten Bewerbungen gab es mit 135 aus dem Bereich Zivilgesellschaft.
Das "Refugio" ist noch bis Ende 2026 am Schaffen
Das Flüchtlingsprojekt mitten in der Stadt wird vom Landkreis Zollernalbkreis gern als "Leuchtturm" bezeichnet. In der Tat scheint der Mix aus Unterkunft, Arbeit und Lernen eher selten zu sein im Land. Im Auftrag der Landkreisverwaltung betreibt der Arbeitskreis Asyl Hechingen das "Refugio", das auf drei Säulen aufgebaut ist: Unterkunft für geflüchtete Menschen, Zentrum für Integration und Starthilfe sowie Café und Restaurant. Untergebracht ist das Projekt in einem bis zur Schließung führenden Hotel-Restaurant. Das stand seither allerdings ebenso leer wie die restliche Häuserzeile an der Ostseite des Obertorplatzes. Es ist also ebenfalls erwiesen, dass das Landkreis-Vorhaben zur Belebung der Hechinger Oberstadt beiträgt. Ohne das Restaurant wäre das kulinarische Angebot nämlich noch bescheidener. Eröffnet wurde das Projekt im Januar 2024, gesichert ist es bis Ende 2026. Die Kosten teilen sich das Land und der Landkreis.

