Hechinger Vatikan-Kenner zu Leo XIV.: Gut, dass es wieder ein Ordensmann ist!

Die katholische Kirche kann Show: Auf einem Monitor ist zu sehen, dass weißer Rauch am Abend des zweiten Tages des Konklaves zur Wahl eines neuen Papstes aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt. In Hechingen sagt der Theologe und Vatikan-Experte Prof. Dr. Achim Buckenmaier: "Ich freue mich jedenfalls."
Luca Bruno/AP/dpa- Neuer Papst Leo XIV. ist Ordensmann aus dem Augustinerorden.
- Prof. Dr. Achim Buckenmaier überrascht von der Wahl.
- Leo XIV. stammt aus Nordamerika, war Bischof in Südamerika.
- Buckenmaier betont, der Papst ist kein Popstar, sondern Vertreter Christi.
- Der Name Leo steht für Stärke und Kampf für Einheit und Frieden der Kirche.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sturmläuten im Turm der Hechinger Stiftskirche zur Gedenkstunde "80 Jahre Kriegsende" auf dem Obertorplatz? Nein. Nicht nur die Katholiken wussten es: Der neue Papst ist gefunden. Alle Glocken wurden geschlagen, als der weiße Rauch im Vatikan aufgestiegen war. Der Name des neuen Oberhauptes war da noch nicht bekannt.
Wenn es dann so weit sei, könne man ihn wieder um eine Stellungnahme fragen. Das hatte Dr. Achim Buckenmaier die HZ wissen lassen, als er nach dem Tod von Franziskus gefragt wurde, wie denn der Nachfolger bestellt sein sollte. Der Theologe, der lange an die Universität des Vatikan gelehrt hat und seit 2012 Berater der Kongregation für die Glaubenslehre der katholischen Kirche ist, hat sich freilich nicht festlegen lassen. Nur das sagte er voraus: Es wird wie bei Franziskus wieder eine Überraschung werden! Hut ab, der Hechinger Geistliche hat es richtig geahnt.
Wo ein Schwergewicht der Kirche ist
Die spontane Reaktion am Donnerstagabend: Gleich drei Dinge findet Achim Buckenmaier bei der Wahl des US-amerikanischen Bischofs Robert Francis Prevost interessant: "Zum einen, wie immer ist es eine Überraschung. Jemand, der gar nicht unter die Favoriten gezählt wurde. Dann ist es ein Mann aus Amerika, der in Nordamerika geboren ist und in Südamerika Bischof war, bevor er nach Rom kam. Das zeigt schon, wo ein Schwergewicht der Kirche ist." Und der dritte Punkt für den Hechinger: Leo XIV. ist ein Ordensmann. Er gehört zum Augustinerorden. Achim Buckenmaier denkt, dass schon bei Franziskus die Kardinäle gespürt hätten, dass man die Kirche als Gemeinschaft kennen müsse, "ganz konkret, nicht nur als große, weltweite Einrichtung, sondern auch als reale Gemeinschaft, zu der man gehört".

Er hat im Vatikan gelehrt und ist seit 2012 Berater für die Glaubenslehre in Rom: Prof. Dr. Achim Buckenmaier.
ArchivKämpfen wie ein Löwe
Der Vatikan-Experte aus dem Hohenzollerischen hofft jetzt, dass der neue Papst das alles mitbringt. Und er freut sich, "dass dem Heiligen Geist mal wieder diese Überraschung gelungen ist". Der Name Leo knüpfe an große Päpste an, betont Achim Buckenmaier. "Leo heißt Löwe, und er wird kämpfen müssen für die Kirche, ihre Einheit und Glaubwürdigkeit und für den Frieden in der Welt. Ich freue mich jedenfalls."
Der Papst ist kein Popstar
Wie das Leben und der Glaube manchmal so spielen, war der Hechinger Geistliche zum Gottesdienst im Stadtteil Sickingen. Das sei eine wunderbare Gelegenheit gewesen, die Nachricht von der Papstwahl aufzunehmen: zusammen mit den anderen Glaubenden in der Kirche, denn letztlich gehe es doch um die Begegnung mit Gott und seinem Christus. Vielleicht war Achim Buckenmaier der Medienrummel der zurückliegenden Tage ein bisschen zu viel? Er betonte auf jeden Fall, dass der Papst kein Popstar sei. Er vertrete Christus als Hirten der Kirche. Das sei seine Aufgabe.
