GZ-Weihnachtsaktion 2023
: Mit dem Pferd neuen Mut finden

Beim spendenfinanzierten Therapie-Reiten blühen Jungen und Mädchen der Bodelschwinghschule förmlich auf. So lernen sie, ihre Ängste abzubauen.
Von
Rebecca Hummler
Geislingen
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  • Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Markus Sontheimer
  • Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Markus Sontheimer
  • Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Markus Sontheimer
  • Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Markus Sontheimer
  • Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Carola Jungwirth unterstützt die Kinder im Umgang mit dem Pferd. Diese haben sichtlich Freude daran. Möglich macht die Reittherapie der Förderverein der Bodelschwinghschule.

    Markus Sontheimer
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„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ – so lautet ein unter Pferdefans geläufiger Spruch. Wohl kaum irgendwo sonst trifft dieser Satz so sehr zu wie beim therapiegestützten Reiten für die Mädchen und Jungen der Bodelschwinghschule.

Denn an diesem grauen Dienstagmorgen sind fünf quirlige Kinder der Schule auf dem Christophshof bei Waldhausen. Etwas scheu nähern sie sich El Cid, dem großen weißen Pferd, das völlig entspannt in der Stallgasse steht – den Schimmel hält Carola Jungwirth am Führstrick, sie ist Sozialpädagogin mit einer Zusatzausbildung zur Reittherapeutin. Nicht nur die Therapeutin, auch das Pferd ist speziell ausgebildet: Der Schimmel ist offenkundig die Ruhe selbst und laut Jungwirth an unterschiedliche Geräusche und Bewegungen gewöhnt – also an so ziemlich alles, was ungeschulte Pferde mit ihrer Schreckhaftigkeit schnell in die Flucht schlagen würde. Nicht alle Kinder wollen Jungwirth zufolge reiten, oft helfe auch schon die Präsenz des Tieres.

Förderverein finanziert Therapie-Reitstunden mit Spenden

Die Kosten für diese Reitstunden übernimmt der Förderverein der Bodelschwinghschule – um auch weiterhin Kindern der Schule das Therapie-Reiten zu ermöglichen, werden deshalb auch über die GZ-Weihnachtsaktion Spenden gesammelt. Für Hartmut Reim, den Vorsitzenden des Fördervereins, ist vollkommen klar: „Das therapiegestützte Reiten ist ein echtes Erfolgsmodell.“ Mit dem Tier schaffe man einen Zugang, denn die Kinder seien oft völlig verschüchtert. „Die Kinder haben lange Wege zur Schule und an ihrem Wohnort haben sie kaum die Möglichkeit zu einer Reittherapie – deswegen nehmen wir ihnen das ab und sie können das hier vor Ort machen“, berichtet Reim.

Bevor es auf dem Christophshof mit dem Reiten losgehen kann, muss vorher noch eine Sache erledigt werden: „Jonas, weißt du noch, wie man El Cid putzt?“, fragt Carola Jungwirth. Der Siebenjährige geht zur blauen Putzbox und macht sie wortlos auf. Er holt einen schwarzen Striegel heraus und El Cid wendet dem Jungen freundlich den Kopf zu. Klassenlehrerin Iris Henni-Wagner geht mit ihm auf die eine Seite des Pferds und hilft ihm beim Putzen. Später darf er auch beim Hufeauskratzen helfen. Die ebenfalls siebenjährige Baylasan steht zunächst abwartend vor dem Schimmel, streckt ihm dann vorsichtig die Hand entgegen und geht auf ihn zu. Schließlich krault sie das große Tier an der Brust.

Nachdem die Kinder beim Putzen geholfen haben, bekommt der Schimmel einen Voltigiersattel – eine Decke mit einem Gurt und besonders großen Griffen, an denen sich die Kinder gut festhalten können. „Die Baylasan darf das Pferd führen“, sagt Jungwirth. Das Mädchen lacht und ist stolz, als sie zusammen mit der Reittherapeutin El Cid zum Reitplatz führt. Ihre Freundin Zahide läuft neben ihr her und ruft: „Ich will auch!“ Carola Jungwirth versichert ihr, dass sie den Schimmel dafür auf dem Rückweg führen darf.

Lehrerin: „Ich bin erstaunt, dass Medin das jetzt macht“

Doch wer will als erstes reiten? Nur Medin meldet sich zunächst und lächelt verlegen. Von einer Holztreppe aus kommt er mit Unterstützung von Klassenlehrerin Henni-Wagner aufs Pferd, Jungwirth hält unterdessen den Strick von El Cid fest. Als Medin sitzt, lacht die Klassenlehrerin fröhlich und sagt: „So groß bist du, Medin!“ Der lacht zurück und hebt selbst die Hand hoch, um sich zu versichern, wie hoch er nun über dem Boden ist. Jungwirth führt das Pferd mit dem Jungen auf den Reitplatz, währenddessen unterhalten sich die beiden Klassenlehrerinnen. „Ich bin echt erstaunt, dass Medin das jetzt macht“, erklärt Henni-Wagner. Klassenlehrerin Simone Wetterauer meint: „Er spricht jetzt frei und auch ganz viel.“

Denn das mit dem Sprechen ist häufig ein Problem, wie Wetterauer berichtet; die Kinder haben oftmals Schwierigkeiten in ihrer Entwicklung – motorisch, kognitiv und eben auch sprachlich. Manche von ihnen sprechen wenig, andere gar nicht. Hier auf dem Christopshof mit El Cid kann man erleben, wie die Kinder ihre Scheu und ihre Sprachlosigkeit immer wieder ein wenig überwinden.

Kinder sitzen freihändig auf El Cid

Eine große Sache ist es für die Kinder beispielsweise, wenn das Pferd vom Schritt in den Trab wechselt. Jungwirth hält die Kinder dann an einem Bein fest – so auch Medin, als El Cid mit ihm eine Runde im Kreis trabt. Nach einiger Zeit wird gewechselt, jetzt ist Zahide dran. Beim Traben sagt Jungwirth zu ihr: „Schön gerade sitzen, den Kopf nach oben.“ Zahide traut sich dann im ruhigeren Schritttempo zu, die Arme auszustrecken und freihändig auf dem Rücken des Schimmels mitzuschwingen. Medin sagt am anderen Ende des Platzes begeistert: „Wow!“ Dann steht wieder ein Wechsel an und Zahide darf laut über den Platz nach Freundin Baylasan rufen, die jetzt an der Reihe ist.

Die Siebenjährige, die anfangs dem Reiten „nur für eine Minute“ zugestimmt hatte, sagt, nachdem sie selbst schon mit ausgebreitetem Armen auf dem Pferd gesessen hat: „Die Mama sagt ‚gut‘!“ Jungwirth lächelt sie an und meint, dass die Mama sich freut, wenn sie die Bilder mit Baylasan auf dem Pferd sieht. Denn von jedem Kind werden mit dem Pferd Fotos gemacht, die dann auch den Eltern zur Verfügung gestellt werden. Der Grund: Das Foto soll zum Sprechen anregen, berichtet Klassenlehrerin Simone Wetterauer. „Die Kinder erinnern sich dann besser und sie erzählen mehr“ – einfach weil sie die Erfahrung selbst gemacht haben.

Alles zur GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“

Mit Veranstaltungen können Sie die Projekte der diesjährigen GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht‘s besser“ unterstützen. Möglich sind beispielsweise Konzerte, Kabarett-Abende, Benefiz-Essen, Basare, Partys oder Tombolas – zum Beispiel im Betrieb oder im Verein. Sie können entscheiden, ob Sie für alle Projekte spenden möchten oder für einzelne (bitte auf der Überweisung vermerken).

Die Spendenkonten:

Kreissparkasse Göppingen, IBAN: DE24 6105 0000 0006 0770 99

Volksbank Göppingen, IBAN: DE14 6106 0500 0608 0000 00

Jeder Spender wird in der GEISLINGER ZEITUNG ­genannt und erhält auf Wunsch eine Spendenbescheinigung (bitte Adresse angeben). Anonyme Spenden sind auch möglich (dies bitte auf der Überweisung vermerken).

Die sieben ausgewählten diesjährigen Projektpartner sind das ökumenische Projekt „Aktion Rückenwind“ – unter anderem von Caritas und Diakonie; der Förderverein der Bodeschwinghschule Geislingen; die Organisation „Christliche Mission International“ mit ihrem Gesundheitszentrum in Kenia; der Förderverein Freibad Geislingen; der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser; die Fahrradwerkstatt der SAB sowie der Tagestreff „Lichtblick“ des Vereins Viadukt.

Wer eine Spende bei der GZ abgeben möchte, wird gebeten, vorab einen Termin zu vereinbaren. Das GZ-Team kommt gerne auch zu Ihnen, um Ihre Spende abzuholen. Bei allen Fragen und Ideen zur ­GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s besser“ können Sie sich an GZ-­Redakteurin Rebecca Hummler wenden – unter Telefon (07331) 202-48 oder per E-Mail an r.hummler@swp.de