Kuriositäten im Hohenloher Straßenverkehr
: Was soll das? Warum ein 58-Einwohner-Ort einen Kreisverkehr braucht

In einer Kategorie ist Hörbühl in der Gemeinde Stimpfach deutschlandweit ganz vorne dabei: Kreisverkehrdichte pro Einwohner. Warum der Kreisel in dem verkehrsarmen Dörfchen im Kreis Hall gebaut wurde.
Von
Luca Schmidt
Stimpfach
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Umgeben von Grün: der Kreisverkehr in Hörbühl.⇥

Luca Schmidt

58 Einwohner hat der Ort Hörbühl, der zur Gemeinde Stimpfach gehört – und einen Kreisverkehr, umgeben von jeder Menge Grün. In der Kategorie „Kreiseldichte pro Einwohner“ dürfte Hörbühl damit weltweit weit vorne rangieren. Zum Vergleich: Crailsheim bräuchte, um in derselben Kategorie mithalten zu können, mit rund 36 000 Einwohner etwa 620 Kreisverkehre. Der „große Kreisverkehr, der auch als Festplatz dient“, wie es im Hohenloher Tagblatt Ende 2012 hieß, wurde in Hörbühl 2013 eingeweiht. Kosten: rund 214 000 Euro, wobei hier auch ein Teil der Kosten für die Straßensanierung enthalten ist.

Kurios und aus heutiger Sicht unvorstellbar: Die Arbeiten waren zwei Monate früher als geplant beendet, die Kosten für die Gesamtmaßnahme (inklusive Straßensanierung) günstiger als kalkuliert. Und warum brauchte es den Kreisverkehr, obwohl nur kleinere Sträßchen in den Ort und wieder hinausführen? Er „war eine Auflage des Regierungspräsidiums Stuttgart, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten – insbesondere, dass der ÖPNV-Busverkehr beim Wenden nicht mehr unkontrolliert rückwärtsfahren muss“, erklärt die Gemeinde.

Aufruf: Welche Kuriositäten habt Ihr entdeckt?

„Was soll das?“ Diese Frage stellt man sich bestimmt mehrmals pro Woche, egal ob auf der Arbeit, auf dem Fußballplatz oder beim Anschauen der Nachrichten. Diese Frage stellt man sich aber auch des Öfteren, wenn man auf den Straßen Hohenlohes unterwegs ist: Ein Kreisverkehr mitten in einem kleinen Ort, ein Schild, das beiden Verkehrsrichtungen Vorfahrt gewährt oder zwei Dutzend Straßenbegrenzungspfosten auf nur wenigen Metern an der Landesstraße?

Solche Kuriositäten des Straßenverkehrs sowie die Begründungen dafür möchten wir in den kommenden Wochen unter dem Namen „Was soll das“ in einer kleinen Bilderserie vorstellen. Wenn ihr ebenfalls auf dem Fahrrad, im Auto oder Traktor auf den Straßen in der Region unterwegs seid und euch etwas Kurioses auffällt, zum Beispiel ein deplatziertes Achtung-Elch-Schild oder ein Schlagloch, dessen Boden ihr nur noch erahnen könnt, dann nur her damit. Schießt ein Foto und schickt es per E-Mail an unsere Redaktion – am besten zusammen mit Kontaktdaten und ein paar Zeilen, etwa wer das Bild wo aufgenommen hat.