Bundestagswahl im Wahlkreis Schwäbisch Hall - Hohenlohe: Nur noch zwei von hier


Christian von Stetten (links) und Harald Ebner vertreten den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe im Bundestag.
Ufuk ArslanGewinner und Verlierer gibt’s bei jeder Wahl. Selten ist das auf den ersten Blick so deutlich erkennbar wie diesmal: Zwei Balken stechen aus dem Diagramm hervor, der schwarze der CDU und der blaue der AfD. Im Wahlkreis Schwäbisch Hall – Hohenlohe kommt die CDU auf 31,8 Prozent. Die AfD hat ihr Ergebnis mit 25,1 Prozent mehr als verdoppelt. Beide sind klare Sieger dieser Wahl. Genauso klar sieht es auf der Verliererseite aus: Die SPD war 2021 mit 21,8 Prozent noch zweitstärkste Partei im Wahlkreis, knapp hinter der CDU. Jetzt landet sie mit 13,2 Prozent auf dem dritten Platz. Die FDP war einst Dritter, ist jetzt auf Platz 5 abgerutscht (5,7 Prozent), die Grünen erreichen 9,8 Prozent (2021 waren es 13,3 Prozent).
Der Verlust wird für die Region spürbar, denn künftig sind nur noch zwei statt vier Abgeordnete von hier in Berlin: Die alten Hasen bleiben, die Jungen müssen gehen. Christian von Stetten (54) und Harald Ebner (60) sind in den kommenden vier Jahren die einzigen Vertreter Hohenlohes im Parlament. Sie wechseln ihre Rollen: von Stetten geht von der Opposition zurück in die Regierungsverantwortung, für Ebner geht es in die umgekehrte Richtung. Beide haben schon die andere Seite kennengelernt. Und beide wissen, dass sie ein wichtiges Bindeglied sind zwischen der Region und Berlin, tragen sie doch die Sorgen und Nöte der Hohenloher in die Hauptstadt – und bringen andersherum Infos und Hintergründe aus dem Parlament zurück.
Für die Newcomer gab's nur ein kurzes Intermezzo
Und was wird aus den Newcomern? Für Kevin Leiser (32) endet ein kurzes Intermezzo auf der großen Bühne, noch bevor er sich einen Namen machen konnte. Dabei hat sich der Lehrer aus Wiesenbach großen Herausforderungen gestellt: Kaum in Berlin angekommen, kaum sein Amt im Verteidigungsausschuss angetreten, herrschte Krieg in Europa. Er fuchste sich in die großen Aufgaben hinein, lernte viel dazu, wuchs daran. Dass die Zeit so schnell endet, bedauert er. Leiser wird wohl in seinen alten Beruf zurückkehren – vorerst zumindest. Denn er will der Sozialdemokratie treu bleiben und hat noch so viele Ideen, dass man gespannt sein darf, wann er sich zurückmeldet.

Kevin Leiser darf nicht für die SPD in den Bundestag einziehen.
Birgit TrinkleDas ist auch bei Valentin Abel (FDP) nicht ausgeschlossen. Für den 34-Jährigen ändert sich nach dem Wahldebakel seiner Partei viel: Er muss sein Büro auflösen und auf Jobsuche gehen. Politisch aktiv bleiben will Abel auf jeden Fall. Den Vorsitz des FDP-Kreisverbands Hohenlohe behält er. Und was weiter kommt, wird man sehen. Wer ihn kennt, ahnt bereits: Auch dieser junge Mann meldet sich eines Tages zurück.

Valentin Abel (FDP) ist im neuen Bundestag nicht vertreten.
Marcus Haas