Landtagswahl: Der analoge Zwilling: Wahl-O-Mat zum Aufkleben macht Station in Balingen

Symbolbild des „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ in einem Einkaufszentrum: Am 28. Februar bauen die Mitarbeiter die Stellwände im Balinger City Center in der Wilhelmstraße auf.
LpB BW, KI generiert (Chat GPT 5.2)Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
38 Thesen, rote und grüne Klebepunkte, kein Bildschirm, keine Klicks – stattdessen zwei Meter hohe Stellwände im Eingangsbereich des Balinger City Centers. Während digitale Werbung und Wahlstrategien immer wichtiger werden, erinnert der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ daran: Demokratie lebt von Meinungsaustausch.
„Wir wollen in Balingen die Menschen in all ihrer Vielfalt erreichen. Es ist eine niederschwellige interaktive Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, politisch zu diskutieren“, sagt Rafael Rohrhuber von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg. Über Monate hinweg hat er gemeinsam mit seinem Team die Tour durchs Ländle organisiert. Am 28. Februar machen sie einen Stopp in der Eyachstadt.
Der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ ist die analoge Variante des bekannten digitalen Tools. Für jede These können die Teilnehmer ihre Zustimmung oder Ablehnung mit einem grünen oder roten Klebepunkt markieren – ganz ähnlich wie bei einer Lochkarte. Die anwesenden Standbetreuer berechnen das Ergebnis noch vor Ort mittels eines Scanners. Neben der Orientierung an den eigenen Positionen biete die Aktion vor allem die Gelegenheit zum Austausch mit anderen, so Rohrhuber. Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) möchte mit diesem Angebot gezielt Menschen außerhalb formaler Bildungsorte erreichen.
Über Parteiprogramme im Einkaufszentrum diskutieren
Erstmals dürfen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Durch die Absenkung des Wahlalters werden voraussichtlich rund 7,7 Millionen Menschen ein neues Parlament wählen können. Balingen ist eine von sechs Städten, in denen das Wahl-O-Mat-Team Halt macht.
Warum ist die Wahl auf die Eyachstadt gefallen? Zunächst hatten sie eine Excelliste mit mehr als 60 möglichen Städten, so eine Mitarbeiterin der LpB. Nach und nach haben sie die Auswahl eingegrenzt. Wichtig seien ihnen eine möglichst flächendeckende Aufteilung im Bundesland gewesen sowie die Möglichkeit, die Stellwände in einem zentral gelegenen Einkaufszentrum der Stadt aufzubauen. „Wir wollen ein breites Spektrum an Leuten mit dem Angebot erreichen.“
Sie hoffen auf viele Besucher in Balingen, die die interaktive Möglichkeit nutzen, so Rohrhuber. „Wir wollen vor der Landtagswahl einen Begegnungsraum schaffen, an dem die Menschen gemeinsam überlegen können: Was wollen wir hier in Balingen machen, wie wollen wir uns engagieren?“. Die Erfahrungen aus früheren Einsätzen machen Mut: Bei der Europawahl 2019 kam der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ bereits in anderen Städten zum Einsatz. Die Rückmeldungen seien sehr positiv gewesen, berichtet Rohrhuber – viele Menschen seien miteinander ins Gespräch gekommen, auch über einzelne, kontroverse Thesen.
Was ist der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“?
Den Wahl-O-Mat gibt es seit 2002, seitdem wurde das interaktive Angebot mehr als 130 Millionen Mal genutzt. Zur Europawahl entwickelte die Bundeszentrale für politische Bildung mit dem „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ eine analoge Variante des bekannten Online-Tools.
Ähnlich einem Lochkartensystem bewerten die Teilnehmenden alle 38 Thesen mit roten oder grünen Aufklebern und kommen dabei, so das Ziel der Initiatoren, miteinander ins Gespräch. Das persönliche Ergebnis wird anschließend digital berechnet und ausgedruckt. Der Wahl-O-Mat zum Aufkleben enthält alle 38 Thesen des Wahl-O-Mat. Alle Parteien, die zu einer Wahl antreten, nehmen auch am Wahl-O-Mat zum Aufkleben teil.
Kostenlos und ohne Anmeldung
Am Samstag, 28. Februar, haben Interessierte die Möglichkeit, das Angebot von 11 bis 18 Uhr im Balinger City Center zu nutzen. Bei dem analogen Zwilling zum bewährten Online-Tool handelt es sich um ein kostenloses Angebot. Eine Anmeldung oder Registrierung ist nicht erforderlich.
Zwischen Schaufenstern und Einkaufstaschen entsteht so für ein paar Stunden ein Raum für politische Orientierung und persönliche Gespräche. Der „Wahl-O-Mat zum Aufkleben“ bringt demokratische Auseinandersetzung dorthin, wo sie im Alltag oft fehlt – mitten ins öffentliche Leben. Ohne Hürde, ohne Anmeldung, aber mit Zeit zum Zuhören, Nachfragen und Nachdenken.
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