Die Neuweilerstraße in Tailfingen ist täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Sie verbindet den Talgang mit den höher gelegenen Wohngebieten Lammerberg und Nank sowie den Bereich am Skilift Tailfingen mit Mehlbergsteigstraße und Leimenstraße. Bei der letzten Verkehrszählung 2013 wurde eine Tagesbelastung von etwa 10 000 Fahrzeugen festgestellt. Neue Zählungen wurden beauftragt und werden in Kürze erwartet. Dass viel auf der Straße gefahren wird, ist dem Asphalt anzusehen – er muss erneuert werden.
Doch das wird nicht ohne Weiteres und nicht ohne Behinderungen für den Verkehr funktionieren. Wenn die Neuweilerstraße 2024 saniert wird, muss sie voll gesperrt werden. „Leider liegt der Abwasserkanal, der vergrößert werden muss, komplett in der Mitte. Wenn er seitlich liegen würde, könnten wir mit einer halbseitigen Sperrung planen – so ist das jedoch nicht möglich“, erklärte Baubürgermeister Udo Hollauer am Dienstagabend im Technischen Ausschuss.

Sanierung kostet 2 Millionen Euro

Ist eine Vollsperrung also unumgänglich? „Die Detailplanungen werden jetzt erst beauftragt, aber es ist damit zu rechnen, dass sich auch noch andere Leistungsträger an den Arbeiten beteiligen“, erklärt Axel Mayer vom Stadtplanungsamt am Mittwoch auf Anfrage. „Zum augenblicklichen Zeitpunkt muss von einer abschnittsweisen Vollsperrung ausgegangen werden.“ Ganz sicher könne das jedoch erst mitgeteilt werden, wenn alle Planungen vorliegen.
Die Sanierung wird die Stadt etwa zwei Millionen Euro kosten. Am Dienstagabend wurde das Ingenieurbüro für Bauwesen Herbert Germey GmbH mit Sitz in Tübingen mit den Planungen beauftragt (circa 87 000 Euro). Bei der Sanierung müssen die Beauftragten nicht nur den Kanal beachten, sondern ebenfalls die Gehwegführung an der Talgangbrücke sowie Radwege und Schutzstreifen. Ebenso soll die Planung einen barrierefreien Ausbau der dortigen Bushaltestelle beinhalten.

„Eine wichtige Verkehrsader“

Man habe die Belastung und das hohe Verkehrsaufkommen auf dem Schirm und werde auch entsprechende Umleitungen sinnvoll einrichten, erklären Hollauer und auch Mayer: „Die Neuweiler Straße ist eine wichtige Verkehrsader. Eine Umleitung wird im Rahmen der jetzt beauftragten Arbeiten konzipiert.“
Denn: „Am Wochenende, wenn Kinder ihre Eltern besuchen, sieht man erst, wie viele Leute da wohnen. Das Verkehrsaufkommen ist nicht ohne“, betonte Friedrich Pommerencke (CDU). Hinzukommt: Die Neuweilerstraße führt Richtung Bitz und Hausen im Killertal, auch die Anfahrt zur Erddeponie Schönbuch erfolgt über diese Straße. Sie wird nicht nur aufgrund des schlechten Asphalts saniert, sondern auch um gleichzeitig dem Lärmaktionsplan (Stufe 3) gerecht zu werden, und eben um den Radverkehr auszubauen und die Bushaltestelle barrierefrei umzubauen.

Weitere Straßen im Fokus

Die Neuweilerstraße ist nicht die einzige, die 2024 saniert werden soll. Auch die Paulusstraße in Tailfingen bekommt einen neuen Asphalt. In ihrem Umfeld wurde bereits die Wahlentalstraße saniert, für die westlich gelegene Höfen- und Katharinenstraße liegen Planungen vor. Diese werden im Jahr 2023 saniert.
Zudem hat der Technische Ausschuss beschlossen, die Planungen für ein Teilstück der Herderstraße (im Baugebiet „Bitzer Steige“) in Ebingen an das Ingenieurbüro Czerwenka zu vergeben. Im Rahmen der Planungen ist zu prüfen, ob im Bebauungsplan von 1976 mit einer Straßenbreite von 7,0 Metern und einem beidseitigen Gehweg von 1,50 Metern Breite noch zeitgemäß ist.

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Tausend Fahrzeuge fahren laut Verkehrszählung im Jahr 2013 pro Tag auf der Neuweilerstraße. Eine neue Zählung ist beauftragt, die Ergebnisse sollen bald vorliegen.