Kommentar zur OB-Wahl in Albstadt
: Kein Tag der Demokratie – welche Aufgaben auf den neuen OB warten

Parteipolitische Gebaren verhindern zu oft das Weiterkommen, nicht nur in der Kommunalpolitik, sondern auch im Bundestag. Beeinflusste das die Wahlbeteiligung?
Von
Rena Weiss
Albstadt
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  • Rena Weiss Kommentar⇥

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    Weiss
  • Obwohl der Ratssaal im Ebinger Rathaus voll mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern war, war die Wahlbeteiligung kaum besser als noch beim ersten Wahlsonntag.

    Obwohl der Ratssaal im Ebinger Rathaus voll mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern war, war die Wahlbeteiligung kaum besser als noch beim ersten Wahlsonntag.

    Emil Schmid
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Was muss es für ein Gefühl sein, zu wissen, mit einer Wahlbeteiligung von nur 35,14 Prozent gewonnen zu haben? Zwar zeigten sich alle anwesenden Kandidaten sportlich und einigermaßen zufrieden mit ihren Ergebnissen, doch die Beteiligung lässt keinen der Kandidaten mit einem guten Gefühl zurück. Denn es ist kaum repräsentativ für die Bürgerschaft der Stadt. Geht man von den Wahlberechtigten aus, haben nur 12,59 Prozent davon Roland Tralmer gewählt. Nach einem „Tag der Demokratie“, wie Tralmer den Sonntag bezeichnet, sieht dieses Ergebnis nicht aus.

Dabei sollte es in der Kommunalpolitik doch darum gehen, die Belange möglichst aller oder von wenigstens einem Großteil der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Was also, wenn diese Belange gar nicht gehört werden können, weil sich die Mehrheit gegen eine Wahl und damit gegen eine Beteiligung bei der Stadtentwicklung entscheidet?

Das sagen die Kandidaten zum Ergebnis

Tralmer wird viel Mühe darin investieren müssen, dieses Desinteresse an der Kommunalpolitik und möglicherweise auch das Misstrauen in die Politik zu verbessern. Das strebt er auch an – nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch innerhalb des Gemeinderats. Dort sorgte zuletzt das Bündnis der SPD, Freien Wähler und einigen Grünen-Stadträten zur Unterstützung Hollauers für Diskussionen. Sind wirklich Gräben entstanden, gilt es diese zu überwinden im Sinne der Bürgerinnen und Bürger – ohne parteipolitisches Gehabe.

Parteipoltische Gebaren außen vor lassen

Denn das ist es, was im Kleinen wie im Großen bei einigen Bürgern für Missgunst sorgt. Oft genug hat man es im Bundestag vorgelebt, dass nicht die Sache, die Entwicklung und die Verbesserung relevant sind, sondern nur die politische Färbung. Das zeigte sich auch im Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters: „Hauptsache nicht Roland Tralmer“, weil der für die CDU steht. Schon lange geht es nicht mehr um die tatsächlichen Eigenschaften, die ein OB mitbringen muss. Diese wiesen auf dem Papier sowohl Tralmer, Hollauer als auch Ringle vor.

Als OB kann Tralmer jetzt zeigen, dass er seine Versprechungen, er handle überparteilich, hält und im Sinne der Stadt und nicht im Sinne der Fraktion die „großen Herausforderungen“ angeht. Das gilt im übrigen auch für die restlichen Fraktionen im Gemeinderat. Schließlich hat Albstadt Potenzial, Vorreiter zu sein, aber dafür benötigt es eine Mehrheit.