Neuer Kindergarten in Albstadt
: Streit um Abriss der Fabrik in Onstmettingen – „Eine ökologische Katastrophe“

Dort, wo aktuell noch das alte Fabrikgebäude in der Schwabstraße in Onstmettingen steht, wird ein neuer Kindergarten gebaut. Doch der Abriss sorgte im Ausschuss für eine hitzige Diskussion.
Von
Maik Wilke
Albstadt-Onstmettingen
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  • Nicht alle Gebäude des Fabrik-Komplexes in der Schwabstraße in Onstmettingen werden abgerissen. Das Haus mit der Nummer 16 bleibt bestehen, die Häuser 14 und 20 kommen ebenso weg wie der Schornstein. ⇥

    Nicht alle Gebäude des Fabrik-Komplexes in der Schwabstraße in Onstmettingen werden abgerissen. Das Haus mit der Nummer 16 bleibt bestehen, die Häuser 14 und 20 kommen ebenso weg wie der Schornstein. ⇥

    Stadt Albstadt
  • Nicht alle Gebäude des Fabrik-Komplexes in der Schwabstraße in Onstmettingen werden abgerissen. Das Haus mit der Nummer 16 bleibt bestehen, die Häuser 14 und 20 kommen ebenso weg wie der Schornstein.

    Nicht alle Gebäude des Fabrik-Komplexes in der Schwabstraße in Onstmettingen werden abgerissen. Das Haus mit der Nummer 16 bleibt bestehen, die Häuser 14 und 20 kommen ebenso weg wie der Schornstein.

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Ein altes Fabrikgebäude wird abgerissen. Dafür entsteht an dieser Stelle ein neuer Kindergarten. Leben und Freude statt leerstehender Tristesse. Und dafür gibt es auch noch einen satten Zuschuss in Höhe von 400 000 Euro vom Land. Eigentlich klingt das doch nach einem sehr positiven Projekt, das in der Schwabstraße in Onstmettingen vorbereitet wird. Doch davon war am Dienstagabend im Technischen Ausschuss wenig zu spüren. „Egal, wie nachhaltig der künftige Kindergarten wird, ist das Projekt jetzt schon eine ökologische Katastrophe“, sagte Friedrich Rau.

Der Grünen-Gemeinderat verwehrt sich gegen die Ansicht, dass die Fabrik abgerissen werden muss. „Das ist eine nicht mehr akzeptable Einstellung.“ Der Trend in der Architektur gehe in die komplett andere Richtung – auch um das Klima zu schonen. Bei einem Abriss wird viel CO2 freigesetzt, hinzu kommt die Entsorgung der vernichteten Baumaterialien. „Außerdem sind diese Gebäude ein wichtiger Teil der identitätsstiftenden Erinnerungskultur“, betonte Rau.

Baubürgermeister Hollauer kontert Kritik

Doch er bekam im Ausschuss keine Unterstützung für seine Ansicht, sondern heftige Kritik. Natürlich sei der Erhalt alter Bausubstanz wichtig, sagte Baubürgermeister Udo Hollauer. „Aber bei diesem Objekt ist das einfach nicht möglich.“ Nicht nur, weil das Fabrikgebäude mit Schadstoffen belastet sein könnte (das wird demnächst untersucht), sondern auch, weil der Grundriss überhaupt nicht für einen Kindergarten geeignet sei. „Ein viergeschossiger Kindergarten ist vollkommen am Ziel vorbei. Die räumlichen Anforderungen für einen Kindergarten sind heutzutage hoch. Das ist in der bestehenden Substanz unmöglich“, entgegnete Hollauer.

Lange nach einem Ort gesucht

Ebenso auf Unverständnis traf Raus Argumentation bei Martin Frohme. Die Bürger Onstmettingens hätten lange nach einem Platz für den neuen Kindergarten gesucht. „Jetzt haben wir einen gefunden, in der Ortsmitte und in der Nähe zur Schule. Ein neuer Kindergarten für Onstmettingen ist überfällig.“ Friedrich Pommerencke (CDU) sagte, man dürfe „Grün nicht mit Logik und Menschenverstand verwechseln. Würden wir nur noch alte Gebäude sanieren, wäre das ein Finanzdesaster. Das können wir uns gar nicht leisten.“

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„Diskutiert wie am Stammtisch“

Dieses Argument wollte wiederum Rau nicht stehen lassen – im Gremium herrsche „ein Notstand an Sachkenntnissen“. Er habe in seinem Leben viele Sanierungen erlebt und diese seien immer günstiger gewesen als ein Abriss und Neubau.

Oberbürgermeister Klaus Konzelmann hatte schnell genug von der Debatte, die sich längst nicht mehr um das Objekt in der Schwabstraße erstreckte, sondern zur Grundsatzdiskussion ausartete. „Ihr diskutiert hier herum als säßen wir beim Stammtisch. Der Abriss ist eine Bekanntgabe der Verwaltung.“ Abstimmen musste, beziehungsweise durfte das Gremium folglich gar nicht. Die Fabrik wird für den neuen Kindergarten abgerissen.